17. Februar 2015, 08:12
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Altersvorsorge mit geschlossenen Fonds: Anlageziel entscheidend

Sind geschlossene Fonds ein geeignetes Produkt zur Altersvorsorge? Der Bundesgerichtshof (BGH) hat hierzu ein weiteres wegweisendes Urteil verkündet und damit die Rechtsprechung zu dieser Frage grundlegend weiter ausdifferenziert. Um die Antwort vorweg zu nehmen: Es kommt darauf an.

Gastbeitrag von Dr. Udo Brinkmöller, Kanzlei BMS Rechtsanwälte

Altersvorsorge

“Der BGH schiebt dem pauschalen Vorwurf, eine geschlossene Fondsbeteiligung sei grundsätzlich nicht für die Altersvorsorge geeignet, einen Riegel vor.”

Der Grund für sämtliche Anlegerklagen ist zunächst einmal die ernüchternde Erkenntnis, dass sich viele geschlossene Fonds, insbesondere Immobilien- und Schiffsfonds, in den vergangenen Jahres nicht so entwickelt haben, wie erhofft.

Risiken haben sich realisiert, die zu erheblichen Verlusten führten, teilweise bis zum Totalverlust einzelner Fonds. Anleger wollen dies häufig nicht akzeptieren und wenden sich an “Anlegerschutzanwälte“.

Standardvortrag für enttäuschte Anleger

Diese tragen dann üblicherweise in nahezu jeder Klage gegen eine Bank oder einen freien Anlageberater Folgendes vor: Der Anleger habe eine Kapitalanlage zur “sicheren Altersvorsorge” gewünscht. Der Berater habe einen geschlossenen Fonds empfohlen. Ein solcher Fonds sei aber generell nicht zur Altersvorsorge geeignet, weshalb der Berater nun verpflichtet sei, dem Anleger den mit der Beteiligung entstandenen Schaden zu ersetzten.

So lautete der Standardvortrag für den enttäuschten Anleger auch in dem Fall, den der BGH jetzt entschieden hat und bei dem es um einen geschlossenen Immobilienfonds in Berlin der Dr. Görlich GmbH aus dem Jahre 1998 ging.

Der spätere Kläger hat sich damals auf Empfehlung seines Beraters an einem geschlossenen Immobilienfonds beteiligt. Zwischen 1999 und 2002 erhielt er Ausschüttungen, dann geriet die Fondsgesellschaft in eine wirtschaftliche Schieflage, die 2003 in der Insolvenz der Fonds-GbR und dem Totalverlust für die Anleger endete.

Berücksichtigung des Anlageziels

Der Anleger klagte sodann gegen seinen Berater und trug vor, er habe eine Anlage für die Altersvorsorge gewollt. Über das Risiko des Totalverlusts und das persönliche Haftungsrisiko der Anleger sei er nicht ordnungsgemäß aufgeklärt worden. Das Landgericht wies die Klage ab, das Oberlandesgericht gab ihr statt. Der BGH sah schließlich keine fehlerhafte Beratung, hob das Berufungsurteil auf und verwies an das OLG zurück (Urteil vom 11. Dezember 2014, Az. III ZR 365/13).

Seite zwei: Keine pauschale Antwort möglich

Weiter lesen: 1 2 3 4 5

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Dr. Grabmaier als “Head of the Year” ausgezeichnet

Dr. Sebastian Grabmaier, CEO der JDC Group, ist auf der Cash.Gala 2019 zum “Head of the Year” ausgezeichnet worden und damit Teil einer Premiere.

mehr ...

Immobilien

Abwarten und Geld parken

Wirtschaftspolitische Spannungen wie der Handelskonflikt zwischen China und den USA, ein immer wahrscheinlicher werdender No-Deal-Brexit und Rezessionsängste schüren bei Anlegern Unsicherheit. Was tun mit dem Geld? Ein Kommentar von Volker Wohlfarth, Geschäftsführer bei der Crowdinvestment-Plattform zinsbaustein.de.

mehr ...

Investmentfonds

Financial Advisors Awards 2019: And the winners are…

…hieß es am 20. September für acht der Financial Advisors Awards 2019. Zum 17. Mal in Folge wurden die Branchenauszeichnungen im Rahmen der Cash.Gala verliehen. Die Bilder der Sieger

mehr ...

Berater

“Dann ist es vorbei”: Finnland setzt Johnson Frist beim Brexit

Der derzeitige EU-Ratsvorsitzende Antti Rinne hat dem britischen Premierminister Boris Johnson eine Frist bis zum Monatsende gesetzt, um Änderungswünsche am Brexit-Abkommen einzureichen.

mehr ...

Sachwertanlagen

PATRIZIA erwirbt Wohnanlage in Aarhus, Dänemark

Die PATRIZIA AG, der globale Partner für paneuropäische Immobilieninvestments, hat zusammen mit Universal-Investment im Auftrag der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) ein Wohnbauprojekt mit 136 Einheiten im dänischen Aarhus erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen einer off-market Transaktion. Verkäufer ist ein Konsortium privater Investoren.
mehr ...

Recht

Sicherheit auf der Baustelle: Das Schild „Eltern haften für ihre Kinder“ reicht nicht aus

Wer baut, haftet für mögliche Personen- oder Sachschäden auf der Baustelle. Bauherren und Grundstückseigentümer tragen eine Mitverantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie für die Absicherung der Baustelle. Darauf verweisen die Experten des Bauherren-Schutzbunds.

mehr ...