1. Oktober 2008, 00:00
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Aktienquote beruhigend niedrig

Wie hart trifft die Krise an den Finanzmärkten die deutsche Versicherungswirtschaft? Zumindest das Engagement in Aktien hält sich in Grenzen, wie eine Umfrage des Branchendienstes Map-Report, Artlenburg, zeigt.

Im Durchschnitt der 36 befragten Unternehmen mit einem Kapitalanlagevolumen von 492,4 Milliarden Euro betrage die Aktienquote ?beruhigend niedrige? 10,29 Prozent. Dabei reicht die Spanne von 0,85 Prozent bei der VPV bis zu 22,71 Prozent bei der Stuttgarter. Der Versicherungsriese Allianz hat mit 16,55 Prozent die zweithöchste Quote des Feldes.

Allerdings handele es sich dabei um die Jahresmittelwerte von 2007. Der Map-Report geht davon aus, dass die aktuellen Werte noch deutlich darunter liegen. Wenn sich die Kurse nicht noch weiter verschlechtern, werde die Notwendigkeit von Abschreibungen überschaubar bleiben.

Lediglich 1,6 Prozent des Vermögens deutscher Assekuranzen ist in Verbriefungen investiert, davon stecken lediglich zehn bis 20 Prozent in verlustanfälligen Kreditprodukten aus Amerika, teilt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Berlin, gegenüber der ?Frankfurter Allgemeinen Zeitung? (FAZ) mit.

Indirekte Auswirkungen

Deutschen Unternehmen dürften zudem keine Liquiditätslinien für strukturierte Anlagevehikel zur Verfügung stehen. Das heißt: Die deutschen Versicherer durften die Strukturen gar nicht aufbauen, die AIG lange Zeit im großen Stil und profitabel betrieben hat und die nun Hauptgrund für die Schieflage sind (cash-online berichtete hier). Hierzulande würden solche Geschäfte von der Aufsicht als versicherungsfremde Geschäfte untersagt, zitiert die FAZ aus dem Umfeld der Bafin. Außerdem hätten deutsche Versicherer keine mit Kreditforderungen besicherten Wertpapiere versichert, Teile davon garantiert oder solche Geschäfte rückversichert, so eine GDV-Sprecherin.

Indirekt seien dennoch Auswirkungen zu befürchten, heißt es in dem Bericht weiter: Die hiesigen Versicherer besitzen Kapitalanlagen im Wert von gut 1.100 Milliarden Euro, davon entfallen rund 700 Milliarden Euro auf die Lebensversicherer. Der größte Teil der Anlagen wiederum stecke in Zinspapieren. Wegen der Furcht vor einer Rezession seien die Zinsen zuletzt gefallen. Diese Bewegung habe dazu geführt, dass die Zinsanlagen, die einen Anteil von rund 80 Prozent in den Depots der Lebensversicherer haben, zuletzt sogar an Wert gewonnen haben. Auf lange Sicht würden die Zinsen zwar bei der Neuanlage belasten, kurzfristig wirke die Wersteigerung aber entlastend. (hi)

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