Elementa: Neue Plattform bündelt Naturgefahren für Gebäude

Foto: AdobeStock/marog-pixcells
Die Gefahr durch Starkregen oder Unwetter steigt.

Extremwetter wird auch in Deutschland zur wachsenden Herausforderung. Mit „Elementa“ starten öffentliche Versicherer nun eine zentrale Plattform zur Bewertung von Naturgefahren für Wohngebäude. Die Prävention durch Daten und konkrete Handlungsempfehlungen spielen dabei eine zentrale Rolle.

Die öffentlichen Versicherer haben mit „Elementa Zentrum Naturgefahren“ eine bundesweite Plattform gelauncht, die Risiken durch Hochwasser, Starkregen und Hagel für Wohngebäude sichtbar machen soll. Das Angebot richtet sich an Hausbesitzer, Bauherren ebenso wie Planer und Architekten und kombiniert Risikodaten mit konkreten Hinweisen zur Prävention.

Zentraler Einstiegspunkt ist ein adressgenaues Risiko-Radar. Nutzer erhalten damit eine erste Einschätzung zu den individuellen Gefahren am Standort ihrer Immobilie. Ergänzend stellt die Plattform Schutzmaßnahmen vor und verweist auf geeignete bauliche Lösungen, die die Widerstandsfähigkeit von Gebäuden erhöhen sollen.

„Wir schaffen mit Elementa die Möglichkeit, sich ein umfassendes Bild von den individuellen Elementargefahren zu machen und dadurch zielgerichtet Vorsorge zu treffen“, sagt Wolfgang Wiest, Hauptgeschäftsführer des Verbands öffentlicher Versicherer. „Hausbesitzer tragen die Hauptlast dieser Bedrohung. Daher sehen wir es als unsere Pflicht als größte Gebäudeversicherer-Gruppe in Deutschland, die Versicherten bestmöglich zu unterstützen.“

Zentrale Risikodaten erstmals gebündelt verfügbar

Kern der Plattform sind interaktive Karten, die Gefährdungen wie Flusshochwasser, Starkregen und Hagel für einzelne Standorte visualisieren. Die Daten basieren auf öffentlich zugänglichen Karten der Bundesländer und werden erstmals zentral gebündelt. Ergänzt werden sie durch eine Hagel-Risikokarte des Karlsruher Instituts für Technologie, die im März 2026 veröffentlicht wurde.


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Das Angebot soll schrittweise erweitert werden. Weitere Naturgefahren und zusätzliche Datensätze sind bereits in Planung, um die Risikobewertung kontinuierlich zu verfeinern. Neben den Karten stellt Elementa umfangreiche Fachinformationen bereit. Diese richten sich insbesondere an Bauherren und Planer und umfassen unter anderem baurechtliche Rahmenbedingungen sowie konkrete Empfehlungen zum Gebäudeschutz.

Prävention als gemeinsame Aufgabe

Die Plattform betont die Rolle von Prävention auf mehreren Ebenen. „Der Schutz vor Naturgefahren ruht auf zwei Säulen – individueller Prävention am eigenen Wohnhaus und öffentlicher, übergeordneter Vorsorge“, so Wiest. Entsprechend enthält das Angebot auch Informationen zu staatlichen Schutzmaßnahmen sowie Beispiele für funktionierende Lösungen aus der Praxis. Dazu zählen etwa Maßnahmen zum Schutz der Infrastruktur oder Konzepte für koordinierte Einsatz- und Rettungspläne im Katastrophenfall. Ziel ist es, bestehende Ansätze sichtbar zu machen und deren Übertragbarkeit zu fördern.

Elementa versteht sich damit als Schnittstelle zwischen Forschung, öffentlicher Vorsorge und praktischer Anwendung. Die Plattform bündelt aktuelle Erkenntnisse und öffentlich verfügbare Daten, um Risiken bis auf Gebäudeebene transparent zu machen und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

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