Anzeige
13. Januar 2010, 18:24
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

DR/Bâloise/Signal Iduna: Bafin-Entscheidung noch diese Woche?

In der festgefahrenen Auseinandersetzung um die Zukunft des Versicherers Deutscher Ring (DR) geht es offenbar einen Schritt voran. Laut einem Bericht des „Handelsblatt“ soll die Finanzaufsicht Bafin noch in dieser Woche eine Entscheidung im Konflikt um den Hamburger Versicherer fällen.

Ringfehde-127x150 in DR/Bâloise/Signal Iduna: Bafin-Entscheidung noch diese Woche?Die Aufseher ermitteln derzeit, ob der Status quo in Sachen Vertriebs- und Verwaltungsstruktur beim Deutschen Ring wettbewerbsrechtlich zulässig ist.

Die Bâloise-Versicherung, Konzernmutter der Ring-Sparten Sach und Leben, stört sich daran, dass der Ring-Krankenversicherungsverein seit dem Zusammenschluss mit der Dortmunder Signal Iduna mit einem direkten Wettbewerber kooperiert. Die Bafin wiederum befürchtet, dass der Machtkampf zwischen den Versicherern zulasten der Kunden geht und sieht die “Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung” in den verflochtenen Gesellschaften bedroht.

Signal Iduna behält sich “etwaige Rechtsmittel” vor

Das Hauptproblem: Fast 1.000 Ring-Mitarbeiter haben doppelte Arbeitsverträge und sind damit sowohl für Bâloise/Ring Sach und Leben als auch für Deutscher Ring Kranken/Signal Iduna tätig. Zudem überschneidet sich durch die jahrelang gewachsenen Strukturen der Verwaltungs- und Vertriebsapparat. An der Frage, ob eine Entflechtung überhaupt möglich ist, scheiden sich die Streitparteien.

Auf Nachfrage von cash-online bei Signal Iduna sagte ein Unternehmenssprecher, dass es bislang noch keine Bafin-Entscheidung gebe und auch kein Bescheid vorliege. Man werde sich allerdings für den Fall der Fälle etwaige Rechtsmittel vorbehalten.

Man nehme zur Kenntnis, dass die Bâloise eine lang andauernde und mit hohen Kosten verbundene Lösung anstrebe, sagte der Sprecher weiter. Die Signal Iduna ihrerseits verfolge eine Entflechtung auf Eigentümerebene – das bedeutet im Klartext eine Übernahme der zur Ring-Gruppe gehörenden Bâloise-Töchter.

Bâloise präsentiert Entflechtungsplan und will wieder verhandeln

Inzwischen haben auch die Schweizer sich zu Wort gemeldet und laut eigenen Angaben einen “konkreten Entflechtungsplan” vorgelegt, der den Betriebsräten, den Mitgliedern des Sprecherausschusses, den Führungskräften, und den Mitarbeitern erläutert wurde. Vorgesehen sei eine geordnete Trennung der Ring-Gesellschaften und zwar in jeglicher Hinsicht – bezogen auf das Personal, die Sachmittel, die Räumlichkeiten, die IT und die Arbeitsabläufe.

Martin Strobel, der Vorsitzende der Konzernleitung der Bâloise: „Im Interesse der Mitarbeiter und Kunden erwarten wir von der Signal Iduna, dass sie nun mit uns an einer raschen und geordneten Entflechtung arbeitet. Als Reaktion auf die Behördenschreiben haben wir der Signal Iduna angeboten, die Verhandlungen sofort wieder aufzunehmen.“

Nach dem Plan der Bâloise soll jeder Mitarbeiter des Deutschen Ring nur noch einen Arbeitgeber haben – entweder Ring Leben oder Ring Kranken.

Hintergrund: Die Kontrahenten Bâloise und Signal Iduna liefern sich seit Monaten eine Auseinandersetzung. Erst im Dezember waren die Gemüter wieder hochgekocht, nachdem Signal Iduna angeblich ihre Anteile am Kölner Finanzdienstleister OVB erhöht hat. Ein Kommentar zu diesem Vorgang wurde damals seitens des Versicherers abgelehnt. (hb/ks)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Cash.-Magazin, Cash.-Magazin erwähnt. Cash.-Magazin sagte: DR/Bâloise/Signal Iduna: Bafin-Entscheidung noch diese Woche? http://bit.ly/4A2uTZ […]

    Pingback von Tweets die DR/Bâloise/Signal Iduna: Bafin-Entscheidung noch diese Woche? - Cash. Online: News- und Serviceportal für Finanzdienstleistungen erwähnt -- Topsy.com — 14. Januar 2010 @ 19:54

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Brexit: “Standard Life trifft alle Vorkehrungen”

Der endgültige EU-Austritt des Vereinigten Königreichs im März 2019 rückt immer näher. Dieses Ereignis wird auch für deutsche Kunden britischer Konzerne wie Standard Life schwere Auswirkungen haben. Unter anderem darüber hat Cash. mit Christian Nuschele, Leiter des Vertriebs von Standard Life Deutschland und Österreich geredet.

mehr ...

Immobilien

Nachhaltiges Wohnen: In Deutschland kein Thema?

Nur 12 Prozent der Deutschen glauben, dass vom Bewohnen ihres Hauses oder ihrer Wohnung eine signifikante Umweltbelastung ausgeht. Das ist der zweitniedrigste Wert einer repräsentativen ING-Umfrage in 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA.

mehr ...

Investmentfonds

Robo Advisor bietet bAV-Lösung

Der Robo-Advisor-Angebot Fintego der European Bank for Financial Services GmbH (Ebase) steht nun auch für die Nutzung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) zur Verfügung.

mehr ...
23.10.2018

Brüssels Dilemma

Berater

Verkaufen nach Farben: Die Biostruktur-Analyse

Im Verkauf ist häufig von “grünen”, “roten” und “blauen” Kunden die Rede. Mit dieser sogenannten Biostruktur-Analyse lassen sich potentielle Abnehmer in drei grobe Kategorien einteilen. Die Vorteile dieses Systems erklärt der Vertriebstrainer und Gründer von OK-Training Oliver Kerner.

mehr ...

Sachwertanlagen

Agathon bringt Geier-Fonds für Biosgasanlagen

Die Agathon Kapitalverwaltung GmbH & Co. KG hat den Vertrieb ihres geschlossenen Spezial-AIF „Biopower Fonds 1“ gestartet. Er soll in bestehende Biosgasanlagen investieren und will dabei auch von den bisherigen Misserfolgen der Branche profitieren.

mehr ...

Recht

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...