Anzeige
2. Dezember 2013, 10:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

VSH: Deckungslücken bei Haftungsdach und Vermittlern

Wie und warum Vermittler wegen verbleibender persönlicher Haftung stets selbst vorsorgen sollten, schildern Rechtsanwalt Dr. Johannes Fiala und VSH-Experte Ralf Werner Barth in ihrem Gastbeitrag.

VSH: Deckungslücken bei Haftungsdach und Vermittlern

Ralf W. Barth, VSAV: “Der Vermittler sollte die VSH des Haftungsdaches dringend entweder selber prüfen oder durch Experten prüfen lassen.”

Immer wieder geraten Unternehmen aus der Kapitalanlagevermittlungsbranche in Schieflage oder verschwinden vom Markt. In deren Sog geraten eigentlich auch immer die einzelnen Vermittler, für die solche Ereignisse existenzbedrohend werden können. Jüngstes Beispiel dafür könnte jetzt das Haftungsdach der Infinus werden. Bis jetzt gilt für die Infinus noch die Unschuldsvermutung.

Als Verdacht steht ein Betrugsvorwurf im Raume, und damit verbunden ein potentieller Anlegerschaden in Höhe von rund 400 Millionen Euro. Jetzt fragen sich natürlich viele Vermittler und Anleger, ob sie durch eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (VSH) des Infinus-Haftungsdaches vor den Nachteilen aus dem Vorfall ausreichend geschützt sind?

Vermeintliche Vorteile von Haftungsdächern

Oft beurteilen sogenannte Experten vorab die Verkaufs- und Vertragsunterlagen. Aber verkauft wird vielfach, ohne dass die Vermittler ein Gutachten dazu jemals in die Hand bekommen. Bei den Aufklärungs- und Informationspflichten gegenüber Kunden sprechen die Vermittler von Rechtssicherheit, eingeschlossen die Gewährleistung einer Plausibilitätsprüfung bei den Produkten.

Und bei einem Haftungsdach nehmen die Vermittler an, dass das Haftungsdach alle notwendigen Produktprüfungen vorgenommen und alle Sicherungsmaßnahmen zentral getroffen und zur Verfügung gestellt hat. Kritisch wird die Situation, wenn das Haftungsdach indirekt oder direkt selbst Produkte initiiert. Ob da dann noch der VSH-Schutz greift? Bei Produkten wie Investmentfonds, die im Sondervermögen verwaltet werden, stellen sich solcherart Überlegungen und Fragen nicht.

Eigenen Schutz in den Vordergrund stellen

Vielfach wollen die einem Haftungsdach angeschlossenen Vermittler sich die Kosten für eine eigene Vermögenschadenhaftpflicht (VSH) Absicherung ersparen. Oder sie sind der irrigen Meinung, dass sie eine solche wegen des Haftungsdachs nicht benötigen. Gesetzlich gibt es da auch keine Vorgabe. Aber: Womöglich reicht der Deckungsumfang aus der VSH des Haftungsdaches nicht aus. Besser ist es, jeder Vermittler denkt erst einmal an seine eigene Haftung und stellt seinen eigenen Schutz in den Vordergrund.

Denn: Gerät ein Haftungsdach in die Kritik und in der Folge in eine Schieflage, geht es womöglich insolvent oder stellt aus sonstigen Gründen sein Geschäft ein, dann wissen die meisten Vermittler, Agenten und Geschäftspartner zumeist nicht, welche Risiken wo und mit welchen Bedingungen versichert wurden. Es kann durchaus sein, dass rund 400 Millionen Euro potenziellem Schaden einer abgesicherten Deckungssumme mit einem nur einstelligen Millionen-Betrag gegenüber stehen.

 VSH deckt Totalverlust meist nicht

Der VSH-Versicherungsschutz ist in aller Regel nicht auf einen Totalverlust des Haftungsdachs ausgelegt. Haftungsdächer stellen zudem für den VSH-Versicherer ein sogenanntes Klumpenrisiko dar, das er nicht sehr gerne in hohem Maße VSH-absichert. Ein wichtiger Schritt zur Vertrauensbildung auf Seiten der Haftungsdächer könnte sein, die eigene VSH-Versicherung und andere Sicherungsmaßnahmen offenzulegen.

Zwischen-Fazit: Wenn sich ein Vermittler also aufgrund des Haftungsdaches die Registrierung bzw. Zulassung erspart, so sollte er sich keinesfalls eine eigene VSH-Deckung ersparen. Es wäre ein Sparen an der falschen Stelle – gemessen an den durchaus möglichen Folgen.

 

Seite zwei: VSH-Umfang des Haftungsdachs prüfen

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trendprodukt Fondspolicen – Aktien Europa – Zweitmarkt 2018 – Andrang auf Zinshäuser 

Ab dem 25. Januar im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Ergo entlässt Vertriebsvorstand

Der ehemalige Vertriebsvorstand des Versicherers Ergo, Stephan Schinnenburg, muss seinen Vorstandsposten räumen, da er wiederholt verbal ausfällig geworden ist. Das meldet das “Manager Magazin” am Freitag. Damit geht der stetige Wechsel der Vorstände bei der Ergo weiter.

mehr ...

Immobilien

Gewerbeinvestment: Risikoakzeptanz wächst deutlich

Die Immobilieninvestment-Plattform Brickvest stellt in ihrem Investoren-Barometer für das Jahresendquartal 2017 eine deutlich höhere Risikoakzeptanz gerade bei deutschen Investoren fest. Gleichzeitig gibt Deutschland die Spitzenposition als Zielmarkt ab.

mehr ...

Investmentfonds

Die durchschnittlichen Renditen der Dax-Titel

Deutsche sollten verstärkt mit Aktien für ihr Alter vorsorgen. Das ist eine der Botschaften des Deutschen Aktieninstituts. Auf der Website des Instituts kann seit Freitag das Dax-Rendite-Dreieck runtergeladen werden, das die durchschnittliche Rendite der Dax-Titel über verschiedene Zeiträume hinweg zeigt.

mehr ...

Berater

Vertriebsrecht: Was sich 2018 für Verkäufer ändert

Für Vertriebsmitarbeiter bedeutet der Jahresneuanfang durch angehäufte Arbeit und neue Aufgaben oft Stress. Sich dann noch über die aktuelle Rechtslage zu informieren kann da schnell schwierig werden. Hier die wichtigsten Gesetzesänderungen im Überblick.

Gastbeitrag von Oliver Kerner, OK-Training

mehr ...

Sachwertanlagen

“Das erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte”

Das Hamburger Emissionshaus HEH hat 2017 drei Flugzeugfonds mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von zusammen rund 82 Millionen Euro aufgelegt und platziert. Die Platzierungsgeschwindigkeit nahm dabei zu.

mehr ...

Recht

BFH-Urteil: Kosten für Dauertestamentsvollstreckung

Ob bei minderjährigen oder unerfahrenen Erben oder für die Fortführung eines Unternehmens: eine Dauertestamentsvollstreckung kann helfen, den Nachlass ordnungsgemäß zu verwalten. Was aber, wenn Erben die Kosten für die Vollstreckung steuerrechtlich geltend machen wollen?

mehr ...