Seit dem 1. Mai gilt in Deutschland eine niedrigere Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Die Bundesregierung will damit Verbraucher und Unternehmen entlasten, nachdem die Energiepreise zuletzt deutlich gestiegen waren.
Die Steuer auf Kraftstoffe wurde um 14,04 Cent je Liter gesenkt. Zusammen mit dem wegfallenden Mehrwertsteueranteil ergibt sich eine Entlastung von rund 16,7 Cent pro Liter. Öffentlich wird die Maßnahme häufig als 17-Cent-Rabatt bezeichnet.
Die Regelung ist zunächst bis Ende Juni befristet. Ob und wann Autofahrer die Entlastung vollständig an der Zapfsäule sehen, bleibt jedoch offen.
Warum der Tankrabatt verzögert wirken kann
Ein Grund liegt in der Systematik der Energiesteuer. Sie fällt bereits an, wenn Kraftstoff Raffinerien oder Großlager verlässt. Viele Tankstellen verkaufen deshalb zunächst noch Bestände, die sie zum alten Steuersatz eingekauft haben.
Marktbeobachter rechnen daher damit, dass die Preissenkung nicht überall unmittelbar sichtbar wird. Hinzu kommt, dass Tankstellenpreise stark schwanken und von Wettbewerb, Standort und Tageszeit abhängen.
Der ADAC fordert, dass die Steuersenkung vollständig bei den Kunden ankommt. Auch das Bundeskartellamt will die Preisentwicklung beobachten.
Ölpreis und Wechselkurs bleiben wichtige Faktoren
Unabhängig vom Tankrabatt wirken die bekannten Preistreiber weiter. Dazu zählen die Rohölpreise, der Euro-Dollar-Wechselkurs und geopolitische Spannungen.
Internationale Konflikte und Unsicherheiten auf den Ölmärkten können die Entlastung teilweise überlagern. Sinkende Steuern schaffen zwar Spielraum für niedrigere Preise, garantieren diese aber nicht.
Für Verbraucher heißt das: Die Kraftstoffpreise dürften kurzfristig beweglich bleiben. Entscheidend wird sein, wie schnell der steuerliche Vorteil im Wettbewerb an die Kunden weitergegeben wird.












