6. Mai 2014, 09:10
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Finanzbranche: Frauen als Heilsbringer?

Die Versicherungsbranche und der Finanzvertrieb haben ein Nachwuchsproblem, das nur zu lösen sein wird, wenn gezielt Frauen rekrutiert werden. Zudem böte sich die Chance, mit mehr weiblichen Vermittlern das Image der Branche nachhaltig zu verbessern.

Frauen

Die Versicherungswirtschaft will verstärkt auf Frauen im Vertrieb setzen.

Die Assekuranz hat sich daher diesem Thema zugewendet. In seiner Erhebung “Frauen in Führung” hat der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen (AGV) 2013 75 Unternehmen unter anderem auch zum Thema “Frauen im Vertrieb” befragt.

Größtes Hemmnis unstetige Arbeitszeiten

Als größte praktische Hemmnisse, die dem Ausbau des Frauenanteils im Vertrieb entgegenstehen, nannten die Unternehmen die unstetigen Arbeitszeiten (75,8 Prozent), die Vereinbarkeit von Beruf und Familie (58,1 Prozent), die männlich geprägte Vertriebskultur als Wettkampfkultur (51,6 Prozent) und das Image des Berufsbildes (33,9 Prozent).

Lediglich 16,1 Prozent sehen demnach in der erfolgsabhängigen Vergütungsstruktur ein Hemmnis für Frauen. Das Interesse an der Rekrutierung von Frauen ist groß: Knapp 40 Prozent der Unternehmen gaben der Erhebung zufolge an, dass die Erhöhung des Frauenanteils im Vertrieb eine hohe bis sehr hohe Relevanz habe. In gut 32 Prozent der Unternehmen ist zudem eine bestimmte Organisationseinheit für das Thema “Frauen im Vertrieb” verantwortlich.

Kunden vertrauen Frauen

Die Versicherungswirtschaft will also verstärkt auf Frauen im Vertrieb setzen. Der Frage, wie Kunden weibliche Versicherungsvermittler wahrnehmen, hat sich Prof. Dr. rer. Pol. Gabriele Zimmermann, die am Institut für Versicherungswesen der Fachhochschule Köln den Lehrstuhl für Personalführung und Organisationsentwicklung innehat, in ihrer Studie “Frauen im Vertrieb – was sagen die Privatkunden dazu?” gewidmet.

“Möchte man den Anteil von Frauen im Versicherungsvertrieb erhöhen, müssten die Unternehmen erhebliche Veränderungen in den Strukturen, Anreizsystemen bis hin zu kulturellen Veränderungen vornehmen. Um die Frage zu klären, ob sich das lohnt, habe ich die Studie durchgeführt”, erläutert Zimmermann.

Imageverbesserung durch weibliche Vermittler

Laut ihrer Studie stehen Kunden weiblichen Vermittlern sehr offen gegenüber. Demnach sind 80 Prozent der Kunden gegenüber Frauen im Versicherungsvertrieb positiv bis neutral eingestellt. Im Allgemeinen schreiben die Befragten einem erhöhten Frauenanteil im Vertrieb positive Auswirkungen zu.

So stimmen 57 Prozent der Aussage zu, dass sich dadurch das Image der Branche verbessern würde und 61 Prozent der befragten Privatkunden finden, dass mehr Frauen die Kompetenz steigern würden.

Seite zwei: Vertriebe wollen Frauen

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. Schöner Artikel und sehr interessante Studienergebnisse. Die Berufe in der Finanzbranche gewinnen nicht nur bei Frauen wieder mehr an Popularität. Allgemein sind diese Berufsbilder sehr interessant. Vor allem die Vergütung lockt hier sehr. Kürzlich bin ich auch eine interessante Seite, die sich mit den Berufsbildern der Finanzbranche beschäftigt. Alle, die sich ebenfalls interessieren, hier der Link: http://www.finance-magazin.de/themen/jobs-in-finance/

    Gruß

    Kommentar von Werner — 22. Mai 2014 @ 22:06

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Kündigungsschutz bei Provinzial Nordwest bis Mitte 2022

Die rund 3.500 Beschäftigten des Sparkassen-Versicherers Provinzial Nordwest sind bei einer Fusion mit der Provinzial Rheinland zumindest bis Ende Juni 2022 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Das geht aus einer Mitteilung der Gewerkschaft Verdi von Montag hervor.

mehr ...

Immobilien

Mega-Transaktion mit Bürohochhaus in Brüssel

Der London ansässige Immobilien Investment und Asset Manager Valesco Group hat für Meritz Securities, einen der größten institutionellen Investoren aus Süd-Korea, für 1,2 Milliarden Euro ein Büro-Hochhaus in Brüssel erworben. Es ist einer der größten Immobilien-Deals, die jemals in Europa stattgefunden haben. 

mehr ...

Investmentfonds

DJE übernimmt Management von RWS-Aktienfonds

Die DJE Kapital AG (DJE) übernimmt ab sofort das aktive Management des RWS-Aktienfonds (ISIN: DE0009763300). Der unabhängige Vermögensverwalter setze die bisherige Investmentstrategie fort und investiere weltweit in Unternehmen aus den Industrie- und Schwellenländern, teilten beide Unternehmen mit.

mehr ...

Berater

PMA auf Wachstumskurs

Der Münsteraner Finanz- und Versicherungsmakler PMA hat das Geschäftsjahr 2019 mit einem Umsatzplus von 13,9 Prozent abgeschlossen. Das entspricht einem Netto-Gesamtumsatz von 30,7 Millionen Euro. Dabei stiegen nach Angaben des Unternehmens insbesondere die Erlöse aus dem Lebensversicherungsgeschäft um 24,7 Prozent auf 13,4 Millionen Euro.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia verkauft 68 Supermärkte an neu aufgelegten Spezialfonds

Der Immobilieninvestor und Asset Manager Patrizia AG meldet den Verkauf eines Einzelhandelsportfolios mit insgesamt 68 Supermärkten. Käufer ist ein von GPEP gemanagter Fonds, der sich auf deutsche Einzelhandelsimmobilien spezialisiert hat und zeitgleich in die Öffentlichkeit geht.

mehr ...

Recht

London: Werden keine “Empfänger von EU-Regeln” nach Brexit

Unternehmerverbände in Großbritannien zeigen sich vor dem Brexit besorgt. Sie fürchten hohe Kosten durch Handelsbarrieren und warnen vor Preiserhöhungen für britische Verbraucher. Doch ihre Forderungen angesichts der Befürchtungen finden beim Finanzminister kein Gehör.

mehr ...