5. Dezember 2016, 07:51
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

IDD: Deutscher Gesetzgeber schießt über Regelungsvorgaben hinaus

Im Weiteren sieht der Referentenentwurf vor, dass der Versicherungsmakler und der Versicherungsvertreter für ihre Tätigkeit nur noch durch den Versicherer vergütet werden dürfen. Bei dieser klaren Aussage fragt man sich zunächst, ob dies wirklich so gewollt ist oder ob nur eine unglückliche Ausdrucksweise gewählt wurde. Wenn man sich aber dann die Begründung zu dem Paragraf 34 d GewO des Referentenentwurfes genauer ansieht, dann wird klar, dass hier die Worte sehr bewusste gewählt wurden. Es soll nach der Begründung ein Honorarannahmeverbot für Versicherungsvermittler bedeuten.

Damit soll eine klare Trennung und Unterscheidbarkeit zwischen Versicherungsvermittlern und Honorar-Versicherungsberatern gewährleistet werden. “Anderenfalls bestehe das Risiko, dass Vermittler zum Beispiel für Beratungsleistungen zusätzlich noch eine Unabhängigkeit suggerierende Honorarvereinbarung mit dem Kunden abschließen”, so die Begründung. Der Verfasser geht also davon aus, dass auch bei einem Versicherungsmakler seine Unabhängigkeit – trotz der klaren Sachwalter-Rechtsprechung – nicht gewährleistet ist, wenn er seine Vergütung, also die Courtage, vom Versicherer erhält.

Rechtliche Beratung weiter unzulässig

Im Ergebnis bedeutet dies für den Versicherungsmakler, dass er außer der gesonderten Berechtigung, seine gewerblichen Kunden auch rechtlich gegen Honorar zu beraten, keine Vergütungsvereinbarungen mit seinem Kunden treffen darf. In der Begründung wird auch deutlich hervorgehoben, dass eine (rechtliche) Beratung von Verbrauchern durch Versicherungsmakler (weiterhin) unzulässig ist.

Versicherer entscheidet über Vergütungshöhe

Würde die künftige gesetzliche Regelung nur die Vergütung der Maklertätigkeit durch den Versicherer gestatten, so bedeutet dies nach dem deutlichen Willen des Gesetzgebers, dass ein Versicherungsmakler ausschließlich und nur noch die Vergütung als erfolgsabhängige Courtage vom Versicherer erhalten darf. Würde beispielsweise der Versicherer die Courtagen senken, so würde auch der Versicherungsmakler dann für sein Neugeschäft immer weniger Courtagen erhalten. Der Versicherungsmakler unterliegt also dann künftig dem “Wohl und Wehe” hinsichtlich seiner Vergütungshöhe “nur” den Entscheidungen des Versicherers.

Seite drei: Das Ende der Servicevereinbarungen

Weiter lesen: 1 2 3 4

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Neuer Streit um die Grundrente: Was DGB und CDU zu sagen haben

Abseits der Frage, wie sich Menschen künftig durch Städte bewegen, findet eine neuerliche Auseinandersetzung zur Grundrente statt. Kontrahenten dieses Mal sind Amelie Buntenbach, Mitglied im DGB-Vorstand, und Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag. “Sozialklimbim” oder nicht lautet ihr Streitthema.

mehr ...

Immobilien

Studentenstädte: Hohe Mieten fressen Bafög-Wohnpauschale

Um die Bafög-Förderung an die aktuellen Preisentwicklungen anzupassen, hat der Bundestag die Anhebung des Satzes beschlossen. Doch die gewünschte Entlastung für Studenten bleibt in vielen Städten aus, wie eine aktuelle Analyse von immowelt.de zeigt.

mehr ...

Investmentfonds

Die Top 5 der Woche: Investmentfonds

Was waren interessantesten Investment-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Berater

Kapitalmarkt: Europäische Finanzminister machen Druck

Angesichts mangelhafter Finanzierungschancen für Firmen in Europa machen Deutschland, Frankreich und die Niederlande Druck für einen einheitlicheren Kapitalmarkt. Das geht aus einem Brief der Finanzminister der Länder an die EU-Institutionen hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

G.U.B. Analyse: „A-“ für ProReal Deutschland 7

Das Hamburger Analysehaus G.U.B. Analyse bewertet die von der One Group aus Hamburg konzipierte Vermögensanlage ProReal Deutschland 7 mit insgesamt 77 Punkten. Das entspricht dem G.U.B.-Urteil „sehr gut“ (A-).

mehr ...

Recht

Urteil: Nur Auslands-Krankenschutz hilft bei hohen Kosten

Ein aktuelles Urteil des Sozialgerichtes Gießen zeigt einmal mehr, warum auch bei Reisen in Länder, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen hat, ein Auslandsreise-Krankenschutz abgeschlossen werden sollte. Denn die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei Krankheit oder Unfall im Urlaub meist nur einen Bruchteil der Kosten.

mehr ...