23. August 2016, 15:25
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie: Deutsche sind schlecht auf den Ruhestand vorbereitet

Nur rund zwei Fünftel der Deutschen (37 Prozent) meinen, finanziell ausreichend auf den Ruhestand vorbereitet zu sein. Vor vier Jahren war es noch knapp die Hälfte (49 Prozent). Das geht aus einer Studie des Versicherers Aegon hervor. Nur eine Minderheit der Erwerbstätigen hat demnach ein schriftliches Finanzkonzept für den Ruhestand.

Studie: Deutsche sind schlecht auf den Ruhestand vorbereitet

Bei der finanziellen Vorbereitung des Ruhestands geraten deutsche Arbeitnehmer der Studie zufolge zunehmend ins Hintertreffen.

Lediglich 37 Prozent der Bundesbürger glauben, dass sie ausreichende finanzielle Vorbereitungen für den Ruhestand getroffen haben. Das ist eines der Ergebnisse der “Aegon Ruhestandsstudie 2016”, für die insgesamt 16.000 Erwerbstätige und Rentner in 15 Ländern, darunter 1.000 aus Deutschland, befragt wurden. 2012 meinten demnach noch 49 Prozent der Deutschen, gut auf den Ruhestand vorbereitet zu sein.

Lediglich 18 Prozent der Befragten kennen der Studie zufolge die Höhe ihrer Einkünfte im Ruhestand – 76 Prozent würden sich einen solchen Überblick wünschen. Zudem erwarten nur 41 Prozent, den angestrebten Lebensstandard auch dann beibehalten zu können, wenn sie älter werden als 90 Jahre.

Richtige Finanzkonzepte fehlen

Der Studie zufolge haben lediglich zwölf Prozent der Erwerbstätigen ein schriftliches Finanzkonzept für den Ruhestand erarbeitet. Weitere 49 Prozent geben demnach an, zumindest einen Plan zu haben – wenn auch nicht zu Papier gebracht. 36 Prozent haben indes keine Ruhestandsstrategie.

Auch auf eine mögliche Erwerbsunfähigkeit vor dem Ruhestand sind demnach die Wenigsten vorbereitet. So geben lediglich 30 Prozent der befragten Bundesbürger an, einen Plan für diesen Notfall zu haben: So besitzen 46 Prozent von ihnen eine Berufsunfähigkeitsversicherung; 47 Prozent wollen im Notfall aus dem Ersparten schöpfen; 29 Prozent setzen demnach auf das Einkommen ihres Ehepartner.

Viele wollen auch nach dem Renteneintrittsalter arbeiten

52 Prozent der Arbeitnehmer planen der Studie zufolge, über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten. Die wichtigesten Beweggründe sind demnach der Wunsch nach körperlicher und geistiger Aktivität (63 Prozent) und Spaß an der Arbeit (46 Prozent). Für 34 Prozent hängt die Entscheidung jedoch auch mit finanziellen Sorgen zusammen.

“Insgesamt zeigt unsere Studie, dass die Arbeitnehmer sich der drohenden Finanzlücke im Ruhestand durchaus bewusst sind. Allerdings fehlt ihnen der Überblick, wie hoch diese tatsächlich ausfällt und sie lassen dieser Erkenntnis auch keine Taten folgen”, sagt Andreas Mang, Marketing Director von Aegon in Deutschland. “Hier braucht es dringend einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Beteiligten, vom Staat über private Vorsorgeanbieter und Arbeitgeber bis hin zu den Arbeitnehmern selbst, um für alle langfristig finanzielle Sicherheit zu schaffen.” (jb)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Munich Re fürchtet starke Hurrikan-Saison im Atlantik

Die bevorstehende Hurrikansaison im Nordatlantik wird in diesem Jahr nach Einschätzung von Geowissenschaftlern vermutlich heftiger als üblich ausfallen. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wären schwere Sturmtreffer auf Land besonders problematisch, warnte der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Freitag.

mehr ...

Immobilien

Nach Neuregelung der Maklercourtage: Forderung nach Sachkundeprüfung für Makler

Durch die Neuregelung der Maklerprovision ist eine Steigerung der Qualität und Professionalisierung der Maklerbranche zu erwarten. Dazu gehört nach Meinung von Re/Max Germany auch ein Examen noch Meisterbrief die für den Maklerberuf bislang nicht nötig seien.

mehr ...

Investmentfonds

Wie wahrscheinlich sind negative Zinssätze?

Negative Zinssätze sind wieder in den Schlagzeilen. Die Märkte haben begonnen, die Chance einzupreisen, dass sowohl die US-Notenbank als auch die Bank of England gezwungen sein werden, die Zinsen zu senken und die Nullgrenze zu durchbrechen, um ihre Wirtschaft zu stützen und den wachsenden disinflationären Druck auszugleichen. Aber wie wahrscheinlich ist dies und warum wird jetzt darüber gesprochen? Ein Kommentar von Colin Finlayson, Co-Manager des Kames Strategic Global Bond Fund

mehr ...

Berater

Corona: KI als Sofortsicherheit für Soforthilfe

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sorgen dafür, dass die digitale Transformation an Fahrt aufnimmt. Daraus ergeben sich aber auch neuartige Problemstellungen. Die Betrugsversuche bei den online zu beantragenden Corona-Hilfen zeigen in beispielhafter Weise, welche das sind und wie sie zu lösen wären. Gastbeitrag von Frank S. Jorga, WebID Solutions

mehr ...

Sachwertanlagen

Bisher kaum Corona-Prospektnachträge bei Publikums-AIFs

Nur drei Prospekte von geschlossenen alternativen Investmentfonds (AIFs) für Privatanleger, die vor der Corona-Krise aufgelegt wurden und sich noch in der Platzierung befinden, wurden bislang durch spezielle Risikohinweise zu den möglichen Folgen der Pandemie ergänzt.

mehr ...

Recht

BVDW sieht Gefahr eines „Digitalen Lockdown“

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sein Urteil im Fall Bundesverband der Verbraucherzentralen gegen die Planet49 GmbH gesprochen. Demnach reicht eine bereits vorangekreuzte Checkbox nicht aus, um den Anforderungen an eine Einwilligung beim Setzen von Cookies zu entsprechen. Dies war zu erwarten. Der BGH hat aber nicht eindeutig darüber entschieden, ob prinzipiell eine Einwilligung des Nutzers für den Einsatz von Cookies zur Erstellung von Nutzerprofilen für Zwecke der Werbung oder Marktforschung  erforderlich ist.

mehr ...