PKV: So wird sie für die Kunden wieder attraktiver

Tarifspektrum: Schaut man auf das Tarifspektrum der meisten Versicherer, so erscheint die Forderung nach mehr Transparenz und Planbarkeit allein aufgrund der Vielfalt unmöglich. Unabhängig davon, ob diese Vielfalt durch historische Zusammenschlüsse, Gesetzesänderungen oder Fehlentwicklungen innerhalb der Gesellschaft entstanden ist, fehlen den Versicherern Möglichkeiten, dieses Rad zurückzudrehen. Hierfür wären ebenfalls Gesetzesänderungen notwendig, die aber aktuell nicht absehbar sind. Somit muss mit diesem Problem auf geeignete Weise umgegangen werden.

Ein sinnvoller Start ist der Fokus auf die wesentlichen Tarife eines Versicherers: sowohl in puncto Transparenz als auch für Tarifwechsel-Optionen. Bei den Wechselmöglichkeiten hat sich in den letzten Jahren schon einiges getan; es reicht jedoch nicht aus, dem Kunden alle Optionen nur zur Verfügung zu stellen – er sollte auch verstehen können, welche Tarife es gibt und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringen. Dadurch lässt sich verhindern, dass Versicherte durch Wechsel zwar kurzfristig hohe Beitragsersparnisse erzielen, aber den langfristig geringeren Leistungsumfang erst im Krankheitsfall realisieren. Darüber hinaus sollte es im Interesse des Versicherers liegen, dass Kunden für vergleichbare Leistungen nicht plötzlich mehr Geld bezahlen. Somit muss er Wechselmöglichkeiten aktiv, aber sinnvoll anbieten.

Leistung herausstellen: Nicht zuletzt muss die PKV auch die Qualität ihrer Leistungen in den Fokus einer transparenten Kommunikation stellen. Für den Versicherten im Tarifdschungel muss leichter erkennbar sein, welche Leistungen, manchmal auch welchen Luxus er genießt. Für die aktuellen Tariflinien ist dies durch Einteilung in Basis, Komfort und Luxus auch gut möglich. Zukünftig gewinnt aber auch die Einschätzung der Tarif-Weiterentwicklung an Bedeutung: Plant der Versicherer eine sehr strikte Überprüfung der Leistungsausgaben? Oder bleibt man bei einer eher kulanten Auslegung? Jede Änderung ist in der Regel mit Unmut verbunden, kommuniziert man sie aber offen und frühzeitig – bei gleichzeitigem Angebot von Alternativen – können sie eine durchaus positive Wirkung auf die Versicherten haben.

Lesen Sie den vollständigen Artikel in dem aktuellen Cash.Special Versicherungen.

Autor Stefan Bause ist Leiter der Krankenversicherungs-beratung bei Willis Towers Watson.

Foto: Willis Towers Watson / Shutterstock


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