9. März 2017, 07:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Generationenberatung: Wo verläuft die Grenze zur Rechtsberatung?

Die Generationenberatung sorgt für neue Themen im Kundengespräch. Dabei sollten Makler und Vermittler die Grenzen zur Rechtsberatung im Blick haben.

Gastbeitrag von Lutz Arnold, Anwaltskanzlei Arnold

Generationenberatung

Lutz Arnold: “Eine Generationenberatung ist nie automatisch eine Rechtsberatung.”

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat bereits mehrfach entschieden, dass Verträge, welche Dienstleistungen zum Inhalt haben, die gegen das Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) verstoßen, nichtig sind.

Daraus zu schließen, dass die Generationenberatung eine unerlaubte Rechtsberatung sei – wie zuletzt häufiger zu lesen war – ist falsch. Noch nie hat ein Gericht verboten – auch der BGH nicht – auf Basis finanziellen, rechtlichen und organisatorischen Wissens eine Finanzberatung zu leisten.

Generationenberatung nie automatisch Rechtsberatung

Gerade der ganzheitliche Ansatz des Generationenberaters verschafft dem Kunden Wissensvorteile, die weit über den Tellerrand der reinen Finanzberatung hinausreichen.

Grundsätzlich ist festzustellen: Eine Generationenberatung ist nie automatisch auch eine Rechtsberatung. Im Kern ist sie eine Beratung zu finanziellen Themen, die rechtliche und organisatorische Gesichtspunkte mit einbezieht. Das allein ist aber noch keine Rechtsberatung – und erst recht keine unerlaubte.

Die Generationenberatung bleibt eine Finanzberatung. Makler und Vermittler sollten sich daher nicht verunsichern lassen und ihren Kunden, dessen Familie und gegebenenfalls auch den unternehmerisch tätigen Kunden umfassend informieren.

Ganzheitliche Finanzplanung

In die Finanzberatung sollten neben finanziellen Aspekten immer auch rechtliche und organisatorische Überlegungen mit einfließen. Um wichtige Entscheidungen für das Familienvermögen treffen zu können, ist zu klären, wer das Pflegeheim aussuchen (Vorsorgevollmacht), über das Abschalten medizinischer Geräte wachen (Patientenverfügung), die Kinder im Fall der Fälle erziehen (Sorgerechtsverfügung), das Unternehmen vorübergehend leiten (Unternehmervollmacht) oder das Erbe erhalten (Testament) soll.

Seite zwei: Grenzen zur Rechtsberatung

Weiter lesen: 1 2

3 Kommentare

  1. Ein Absatz wird mit Ganzheitliche Finanzplanung überschrieben, aber im Absatz selbst wird von Finanzberatung und Finanzberater gesprochen. Eine ganzheitliche Finanzplanung ist mehr als nur Finanzberatung. Und zur ganzheitlichen Finanzplanung, wenn sie denn richtig gemacht wird, gehört sicherlich auch das Thema Generationenberatung, zumindest als grobe Übersichtsberatung. Eine fundierte Beratung zum Thema Schenkung/Erbschaft etc. bedarf einer fundierten Ausbildung und kann fachlich nicht automatisch von einem Finanzberater erfolgen.

    Kommentar von Reinholtz — 17. März 2017 @ 11:53

  2. Ich hätte mir gewünscht, wenn ein Anwalt einen solchen Artikel zur “Aufklärung” und “Richtigstellung” schreibt, dass Begriffe wir “konkret” und “rechtliche Prüfung des Einzelfalles” anhand von Beispielen genauer veranschaulicht. Genau hier liegt nämlich die Krux des Problems ! Oder … möchte auch RA Arnold das Thema ebenfalls nur nutzen, um neue Mandantschaft zu gewinnen ?

    Frank Rindermann
    FRF Finanzmakler

    Kommentar von FRF Finanzmakler — 17. März 2017 @ 11:43

  3. es ist immer das gleiche. Die RAe wollen alle Geschäfte machen, mitunter hart an der Legitimität. Ein bißchen Recht durch Bank- oder Finanzberater paßt Ihnen nicht. Das schreibt ein alter Ruheständler, also ohne Eigeninteresse.

    Kommentar von Hannes Schwarz — 12. März 2017 @ 19:39

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Interne Qualitätsoffensive bei FiNUM.Finanzhaus

Bereits vor mehr als fünf Jahren der ging Finanzvertrieb FiNUM.Finanzhaus an den Start. Die Tochter der JDC Group AG bringt ihre Berater in der internen Wissensschmiede FiNUM.Akademie auf den neuesten Stand hinsichtlich Anlage- und Vorsorgeprodukte sowie regulatorischer Erfordernisse.

mehr ...

Immobilien

BdSt zur Grundsteuer: „Wohnen darf nicht teurer werden!“

Der Bund der Steuerzahler betont: „Wohnen muss bezahlbar bleiben! Dazu gehört eine einfache und faire Grundsteuer, die Mieter und Eigentümer nicht über Gebühr belastet.“ Heute hat der Bundestag mit der erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit den Weg zur Änderung des Grundgesetzes freigemacht und damit den Weg für die Grundsteuerreform geebnet.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche unterschätzen Erträge bei der Geldanlage

Die Zinsen für Spareinlagen sinken auf immer neue Tiefstände. Doch davon wollen viele Sparer nichts wissen und erwarten satte Erträge, so eine aktuelle Postbank Umfrage. Insbesondere junge Anleger rechnen mit fantastischen Gewinnen nahe der Zehn-Prozent-Marke – eine riskante Fehleinschätzung.

mehr ...

Berater

BaFin pfeift Vermögensverwaltung aus Wesel zurück

Die Finanzaufsicht BaFin hat der Ramrath Vermögensberatung & -verwaltungs GmbH, Wesel, aufgegeben, das ohne Erlaubnis betriebene Einlagengeschäft sofort einzustellen und die unerlaubt betriebenen Geschäfte abzuwickeln.

mehr ...

Sachwertanlagen

IVD zur Grundsteuer-Reform: „Chance zur Vereinfachung verpasst!“

“Mit der Grundsteuerreform haben wir eine große Chance zur Steuervereinfachung verpasst.“ Das sagt der Leiter der Abteilung Steuern beim Immobilienverband IVD, Hans-Joachim Beck, anlässlich der heutigen Bundestagssitzung.

mehr ...

Recht

Bauabnahme: Aktuelle Rechtsprechung stärkt Käufer

Die aktuelle Rechtsprechung stärkt die Position des Käufers bei der Bauabnahme von Eigentumswohnungen. Darauf weisen die Experten des Bauherren-Schutzbunds e.V. (BSB) hin.

mehr ...