5. September 2017, 10:41
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Rente mit 70: Ökonomen kritisieren Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte im TV-Duell mit SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz die Rente mit 70 kategorisch ausgeschlossen. Führende Ökonomen kritisieren ihr Nein zum späteren Renteneintritt – die Gewerkschaft Verdi dagegen lobt sie.

Rente mit 70: Ökonomen kritisieren Merkel

Ökonomen kritisieren Merkels Nein zur Rente mit 70.

“Frau Merkel hat der Rente mit 70 eine klare Absage erteilt. Das halte ich für glaubwürdig”, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske der “Passauer Neuen Presse” (Dienstag).

Er spielte damit auf SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz an, der Merkel im TV-Duell unterstellt hatte, ihr Versprechen sei eine Lüge. Bsirske gab aber zu bedenken: “Man darf sich jedoch nichts vormachen: Es ist eine Festlegung ausschließlich für die nächsten vier Jahre.”

DIW: Demografische Entwicklung macht späteres Renteneintrittsalter notwendig

Dagegen sagte der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, Michael Hüther, der Düsseldorfer “Rheinischen Post” (Dienstag): “Die Rente mit 70 auszuklammern, mag zwar wahltaktisch erfolgreich sein, nicht aber langfristig für die deutsche Gesellschaft.”

Auch der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, sagte der “Südwestpresse” und “Märkischen Oderzeitung” (Dienstag): “Die demografische Entwicklung, die verlängerte Lebenszeit, machen ein späteres Renteneintrittsalter notwendig.

Anders kann das System nicht finanziert werden.” Die Rente mit 70 müsse kommen. Es müsse aber Regelungen für jene geben, die nicht so lange arbeiten könnten. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema:

Rente raus aus dem Parteien-Streit

“Alle Rentenfragen kommen auf den Tisch”

Renten sind kein Wahlkampfschlager

1 Kommentar

  1. Bsirske hat Humor. Wenn in 3 Jahren die Rente ab 70 mit Beginn in 5 Jahren beschlossen würde, hat er Recht. Karnevalsorden hochverdient. Allerdings bin ich mir sehr sicher das das aktuelle Rentensystem nicht mehr allzu lange Bestand haben wird.

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 6. September 2017 @ 07:38

Ihre Meinung



 

Versicherungen

E-Scooter: Viele Kopfverletzungen nach Unfällen

E-Tretroller gelten als Sinnbild für neue urbane Mobilität. Doch aktuelle Daten aus den USA zeigen: Wer mit einem E-Scooter unterwegs ist, riskiert ernsthafte Verletzungen, vor allem am Kopf.

mehr ...

Immobilien

Wie sich klimafreundlich Sanieren und Bauen lässt

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Deutsche Mieterbund (DMB) stellen gemeinsame Forderungen für zukunftsfähiges Sanieren und Bauen vor.

mehr ...

Investmentfonds

Winzerverband schlägt Schadenersatz statt Strafzölle auf Wein vor

Statt der Strafzölle auf Wein sollte die Bundesregierung den USA nach einem Vorschlag des Weinbauverbands Rheinhessen eine Schadenersatzzahlung anbieten. “Die deutsche Politik sollte jetzt unkonventionelle Lösungen anstreben”, erklärte Verbandspräsident Ingo Steitz.

mehr ...

Berater

Datenkrake Schufa: Was weiß die Schufa?

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, kurz Schufa, hat 360 Millionen Daten von 60 Millionen Deutschen erfasst. Wer einen Handyvertrag abschließt, Miet-, Kauf- oder Leasingverträge unterzeichnet oder einen Kredit aufnimmt, kann von der Schufa erfasst werden. Verbraucher haben nach Artikel 15 der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) einen Anspruch darauf, zu erfahren, welche personenbezogenen Daten gespeichert werden. Was die Schufa weiß und darf.

mehr ...

Sachwertanlagen

Habona erreicht Vollinvestition des Einzelhandelsfonds 06

Der Frankfurter Fondsinitiator und Asset Manager Habona Invest hat für seinen Einzelhandelsfonds 06 zum Jahresende 2019 sechs weitere Nahversorgungsimmobilien mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 44 Millionen Euro und einer Gesamtmietfläche von circa 19.500 Quadratmetern erworben.

 

mehr ...

Recht

Keine Strafsteuer für die Altersvorsorge

Wenn die Bundesregierung Ende Januar über den Gesetzentwurf für die Grundrente berät, muss parallel auch die geplante EU-Finanztransaktionssteuer mit auf den Tisch. Diese Forderung erhebt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA).

mehr ...