11. Juli 2018, 13:42
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Altersvorsorge: Junge Generation schiebt Thema auf die lange Bank

Obwohl den sogenannten “Millennials” bewusst ist, dass sie bei der Altersvorsorge aktiv werden sollten, wird das Thema lieber in die Zukunft verschoben. Das zeigt eine repräsentative Studie der Nürnberger Versicherung und des F.A.Z.-Instituts.

Altersvorsorge: Junge Generation schiebt Thema auf die lange Bank

Grundsätzliche Kritik am Rentensystem ist bei der jungen Generation laut Studie sehr verbreitet.

Deutlich mehr als ein Drittel aller befragten Deutschen zwischen 18 und 29 Jahren macht sich Sorgen darüber, dass die staatliche Rente nicht ausreichen wird, um ihren Lebensabend zu finanzieren.

Gleichzeitig verfolgen 30,6 Prozent zur Zeit andere Prioritäten und wollen zum jetzigen Zeitpunkt nicht in die Absicherung ihres Ruhestands investieren, so die Nürnberger.

Zwar vertrauen Millennials neben der gesetzlichen Rente auf klassische Altersvorsorgeprodukte wie beispielsweise Lebensversicherung oder Betriebsrente – für 28,7 Prozent bringen dies aber nicht genug Ertrag.

Kein Vertrauen in Generationenvertrag

Daher investieren 26,9 Prozent im aktuellen Niedrigzinsumfeld lieber in renditestärkere Geldanlagen wie Wertpapiere oder Immobilien. Gleichzeitig gehen 21,9 Prozent davon aus, dass sie sich über ihr Einkommen auch im Alter selbst finanzieren können und investieren daher gar nicht für später.

In der jungen Generation weit verbreitet ist laut Nürnberger auch grundsätzliche Kritik am Rentensystem. So meinen 26,3 Prozent, der Generationenvertrag in seiner jetzigen Form funktioniere nicht mehr – die eigenen Abzüge bei der staatlichen Rente seien bereits aus heutiger Sicht zu hoch.

Ein Fünftel der Befragten (20,5 Prozent) resigniere im Hinblick auf die Altersvorsorge gänzlich. Sie glauben: Die, die nicht vorsorgen, würden am Ende über das Sozialsystem genauso viel Leistung bekommen wie sie selbst.

Neue Produktansätze nötig

Verwunderlich sei, dass 18,5 Prozent sogar darauf vertrauen, dass bis zu ihrem Ruhestand neue Rentenkonzepte gefunden würden, die sie im Alter finanziell absichern. 16,5 Prozent hingegen denken noch gar nicht an ihre Altersvorsorge, während 16,7 Prozent sich für zu jung halten, um sich mit diesem Thema zu befassen.

“Die junge Generation droht das Vertrauen in die gesetzliche und private Altersvorsorge zu verlieren. Neben einer Reform der gesetzlichen Rente müssen wir als Versicherungswirtschaft weiterhin unseren Beitrag dazu leisten, die Altersvorsorge für Millenials attraktiver zu machen”, kommentiert Dr. Armin Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Nürnberger.

Dazu bedürfe es neben Aufklärung vor allem auch neuer Produktansätze, die sich an den geänderten Lebensverhältnissen der jungen Menschen orientieren. Diese müssen ihnen auch die Möglichkeit geben, ihre Lebensphasenplanung langfristig aber auch flexibel zu gestalten. (bm)

Foto: Shutterstock

 

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1 Kommentar

  1. Die Antworten zeigen absolut rationale Antworten: der Rentenbeitrag der Jüngeren ist schon jetzt zu hoch. Und die erratischen Eingriffe der Politik, vor allem der Steuerpolitik, beschädigen nachhaltig das zwingend nötige Vertrauen in langfristig geltende Rahmenbedingungen für die eigne Altersvorsorgeplanung.

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 11. Juli 2018 @ 14:46

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