4. Juni 2018, 09:08
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Lebensversicherungen: Interne Abwicklung oder Verkauf?

Der Verkauf von Lebensversicherungen an Abwickler sorgt für Kritik. Doch eine interne Lösung muss für Kunden nach Einschätzung von Versicherungsmathematikern nicht unbedingt besser sein. Sorgen bereitet den Experten vor allem ein Thema.

Lebensversicherungen: Interne Abwicklung oder Verkauf?

Manche Unternehmen haben das Neugeschäft mit kapitalbildenden Lebensversicherungen inzwischen eingestellt.

Verbraucher müssen sich bei einem Verkauf ihrer Lebensversicherung an Abwicklungsspezialisten nach Einschätzung von Versicherungsmathematikern nicht unbedingt Sorgen machen.

“Eine schlecht gemachte hausinterne Abwicklung der Altbestände kann unter Umständen für Kunden schwieriger sein als ein Verkauf”, sagte Guido Bader, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), der Deutschen Presse-Agentur.

“Entscheidend ist, dass die Kunden bei einem Verkauf nicht schlechter gestellt werden.” An diesem Montag beginnt in Berlin der 31. Internationale Aktuarkongress.

Garantieversprechen kaum noch zu erfüllen

Der Verkauf von Altpolicen an spezialisierte Abwickler hatte zuletzt Kritik von Politikern und Verbraucherschützern ausgelöst. Aktuell sucht Generali Deutschland für rund vier Millionen Altverträge eine Lösung.

Lebensversicherern fällt es wegen der Niedrigzinsen zunehmend schwer, an den Kapitalmärkten die hohen Garantieversprechen der Vergangenheit von bis zu vier Prozent zu erwirtschaften.

Manche Unternehmen haben das Neugeschäft mit kapitalbildenden Lebensversicherungen inzwischen eingestellt, einige wollen die teuren Altpolicen loswerden.

Überschüsse müssten stark reduziert werden

Die Erwerber – sogenannte Run-off-Firmen – müssen die bestehenden Verträge bis zum Ablauf weiterführen. Welche Folgen ein Verkauf hat, hängt Bader zufolge vom Einzelfall ab.

“Unter sehr ungünstigen Kapitalmarktbedingungen müssten die Überschüsse für die Versicherten sowohl bei einer internen Abwicklung als auch bei einem Verkauf bis auf ein Minimum reduziert werden”, sagte der Aktuar, der Vorstandsmitglied der Stuttgarter Versicherungen ist.

Zugleich appellierte Bader an die Politik, möglichst schnell das Tempo beim Aufbau des zusätzlichen Kapitalpuffers in der Lebensversicherungsbranche zu drosseln.

Seite zwei: “Wir kommen in den Bereich, wo es weh tut”

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Mehr Schutz für die Zähne, ambulant und stationär?

Einfach geregelt. Mit den neuen Zusatzversicherungen der SDK. Als Einzelversicherung für Privatpersonen oder als betriebliche Krankenversicherung für Firmen.

mehr ...

Investmentfonds

Wie reagieren die Märkte auf den sich verschärfenden US-Präsidentschafts-Wahlkampf?

Die Corona-Krise hat Präsident Trump in eine etwas schwierige Lage gebracht. Dies hat dazu geführt, dass seine Chancen auf eine Wiederwahl im November von einigen Beobachtern in Frage gestellt wird. Wenn man bedenkt, was Präsident Trump während seiner Amtszeit zugunsten des Unternehmenssektors bewirkt hat, gibt es in der Tat guten Grund zur Sorge, sollten einige der von ihm eingeführten Maßnahmen im Falle eines Biden-Sieges rückgängig gemacht werden. Aber ist es so einfach? Genauso wichtig ist es zu berücksichtigen, wie der Kongress aufgeteilt sein wird. Ein Kommentar von François Rimeu, Senior Strategist, La Française AM

mehr ...

Berater

Steuerbetrug: Ein europäischer Wettbewerb

Deutschland verliert etwa 26 Prozent des erzielbaren Körperschaftsteueraufkommens durch Gewinnverschiebungen multinationaler Unternehmen. Forscher der Universitäten Berkeley und Kopenhagen haben herausgefunden, dass 2017 weltweit etwa 700 Milliarden US-Dollar an multinationalen Gewinnen in Steueroasen verschoben wurden. Die Statista-Grafik zeigt den geschätzten Anteil des gewonnenen oder verlorenen Körperschaftsteueraufkommens ausgewählter europäischer Länder für 2017.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance konzentriert institutionellen Vertrieb in der Schweiz

Die DF Deutsche Finance Capital Markets GmbH mit Sitz in Zürich verantwortet zukünftig das Capital Raising bei institutionellen Investoren. Kernaufgabe ist die Koordination und Durchführung der internationalen Distribution aller institutionellen Investitionsstrategien der Deutsche Finance Group.

mehr ...

Recht

Insolvenzen: Die Oktober-Welle abschwächen

Die Insolvenz-Zahlen für den April 2020 sagen nichts aus über die tatsächliche Zahlungsfähigkeit der Unternehmen in der Corona-Krise. Im Herbst steigt die Zahl der Insolvenzen voraussichtlich sprunghaft. Sicher kann der Staat nicht alle Firmen retten – und künstlich am Leben gehaltene Zombie-Firmen will niemand. Eine Insolvenzwelle würde aber auch den Bankensektor bedrohen. Anstelle von noch größeren Not-Krediten sollten die rückzahlbaren Liquiditätshilfen unter bestimmten Bedingungen in Zuschüsse umgewandelt werden.

mehr ...