28. Mai 2018, 15:24
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Rentenpräsidentin fordert höheres Geldpolster

Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, hat vor finanziellen Engpässen der Rentenkasse gewarnt. “Die Mindestrücklage der Rentenversicherung sollte so ausgestaltet werden, dass sie uns jederzeit unterjährig Liquidität gibt”, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Rentenpräsidentin fordert höheres Geldpolster

Roßbach schlägt eine Erhöhung der Nachhaltigkeitsrücklage vor, um die Rentenkasse vor zukünftigen Engpässen zu schützen.

Aus dieser Rücklage deckt die Rentenversicherung im Laufe des Jahres auftretende zeitweise Defizite, sogenannte Liquiditätsschwankungen.

In Zeiten positiver wirtschaftlicher Entwicklung sollen zudem Mittel aufgebaut werden, um bei ungünstiger Konjunktur den Beitragssatz zu stabilisieren. Die Rücklage muss mindestens 0,2 Monatsausgaben betragen.

Roßbach forderte: “Eine Möglichkeit wäre, die Nachhaltigkeitsrücklage auf 0,4 Monatsausgaben zu erhöhen.” Denn im Herbst gebe es hier immer wieder einen Rückgang bei den Einnahmen, bevor die Jahresendzahlungen bei den Arbeitnehmern kommen.

Im April betrug die Rücklage 32,95 Milliarden Euro. Das sind 1,54 Ausgaben der Rentenversicherung pro Monat.

Heil will Rentenniveau stabil halten

Derweil arbeitet Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil (SPD) an einer umfassenden Rentenreform. Noch in diese Legislaturperiode sollen zwei Rentenpakte und ein umfassendes Rentenkonzept für die Zukunft umgesetzt werden.

Heil’s Ziel ist, die Beiträge und das Rentenniveau stabil zu halten. Bis 2025 soll das Rentenniveau auf dem Stand von 48 Prozent bleiben, der Beitragssatz von 18,6 Prozent nicht über 20 Prozent steigen.

Finanziert werden soll das aus Steuergeldern. Darüber hinaus sollen in einem weiteren Reformschritt auch Selbstständige in die Alterssicherung einbezogen werden.

Diskussionen über Lebensarbeitszeit

Zudem will Heil, dass durch eine Grundrente vor allem jene Frauen in der Rente bessergestellt werden, die gearbeitet, aber zu wenig verdient haben.

Bundesbankpräsident Jens Weidmann dagegen plädiert eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Um die Rente längerfristig abzusichern, fordert er den Renteneintritt an die wachsende durchschnittliche Lebenszeit anzupassen und damit hinauszuschieben.

Bereits vor längerem hatte der damalige Finanzminister und heutige Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) mit dem Vorschlag einer Koppelung des Rentenalters an die Lebenserwartung Kritik auf sich gezogen. Derzeit wächst das Rentenalter bis 2030 auf 67 Jahre.

Anteil am BIP bleibt stabil

Hintergrund: Die Ausgaben für Alters- und Hinterbliebenenrenten haben sich nach Angaben des Bundessozialministeriums binnen 25 Jahren mehr als verdoppelt, ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist dabei nahezu konstant geblieben.

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag) berichtet, stiegen die Renten-Ausgaben von 171,7 Milliarden Euro im Jahr 1992 auf 355,1 Milliarden Euro im Jahr 2017.

Dennoch erhöhte sich ihr Anteil am BIP nur leicht: 1992 betrug der Anteil 10,1 Prozent, 25 Jahre später waren es 11,0 Prozent. Der Linken-Politiker Matthias Birkwald sprach sich vor diesem Hintergrund für eine Anhebung des gesetzlichen Rentenniveaus aus. (dpa-AFX/dr)

Foto: Picture Alliance

 

Mehr Beiträge zum Thema Rente:

Rente: Versicherer befürworten Online-Rentenkonto

Aktienorientierte Altersvorsorge ist Gebot der Stunde

Nicht über 20 Prozent: Neue Reform soll Rente zukunftssicher machen

Ihre Meinung



 

Versicherungen

O’zapft is: Wie Sie den Volksfestbesuch in vollen Zügen genießen

Der Herbst steht vor der Tür und bringt den Start der Volksfestsaison mit sich: Der Cannstatter Wasen, das Münchner Oktoberfest, der Oldenburger Kramermarkt und andere Feierlichkeiten locken zahlreiche Besucher an. Die beliebten Veranstaltungen bergen jedoch auch einige Risiken. Worauf beim heiteren Schunkeln zu achten ist, erklärt die Württembergische Versicherung.

mehr ...

Immobilien

Lompscher verteidigt Mietendeckel

Berlins Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) hat ihre Vorschläge zum sogenannten Mietendeckel erneut verteidigt. Sie sagte am Montagabend auf einer rbb-Inforadio-Veranstaltung im Maison de France in Berlin, mit den Plänen werde dem Ausnutzen der Wohnungsknappheit auf dem Rücken der Mieterinnen und Mieter Einhalt geboten.

mehr ...

Investmentfonds

Ökoworld: Gitarren statt Knarren

Was haben der Rock ‘n’ Roll und Moneten mit Moral gemeinsam? Dieser Frage geht Gunter Schäfer, Chief Communications Officer bei Ökoworld, in seinem aktuellen Blog-Beitrag auf den Grund.

mehr ...

Berater

Deutsche-Bank-Chef: EZB-Politik spaltet die Gesellschaft

Christian Sewing, der Chef der Deutschen Bank, fordert die Europäische Zentralbank auf, ihre Geldpolitik rasch zu ändern. “Die Politik des Niedrigzinses ist nicht mehr richtig”, sagte Sewing am Montagabend beim Ständehaus-Treff, einer Veranstaltung der “Rheinischen Post” in Düsseldorf.

mehr ...

Sachwertanlagen

Vertriebsexperte Bernd Dellbrügge verstärkt Führungsteam der Real Exchange AG

Die Real Exchange AG (REAX), Spezialist für Anlagevermittlung und -beratung institutioneller Immobilienanlagen, hat Bernd Dellbrügge zum neuen Director Institutional Sales ernannt. Er berichtet direkt an den REAX-Vertriebsvorstand Heiko Böhnke.

mehr ...

Recht

Nach Ausstieg: Kein Anrecht auf Bestandsübertragung

Regulation und digitaler Wandel verändern die Versicherungsbranche rasant. Vor diesem Hintergrund überprüft das Gros der Vermittler die eigene unternehmerische Ausrichtung. Eine Folge sind zunehmende Zahlen registrierter Versicherungsmakler. Doch was passiert mit dem Bestand? Ein Kommentar von Alexander Retsch, Syndikusanwalt der vfm Gruppe.

mehr ...