Nachhaltigkeit: Die Deutschen bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück

Gerade bei Kapitalanlagen wären 49 Prozent bereit, nachhaltigere Anlageformen zu nutzen. Dass Kunden durch ihr Anlageverhalten das Angebot von Geldhäusern verändern, glauben aber noch Wenige: Nur 40 Prozent der Befragten sehen hier Einflussmöglichkeiten der Verbraucher.

Generell sehen die Bundesbürger die Hauptverantwortung für mehr Nachhaltigkeit zuerst bei den Unternehmen – und etwas weniger bei den Verbrauchern. Die Jüngeren bis Mitte Dreißig sehen vor allem die Politik in der Pflicht. 38 Prozent der Befragten meinen, dass Veränderungen am ehesten auf politischer Ebene angestoßen werden müssten – etwa durch Gesetze oder steuerliche Anreize.

Die Jüngeren glauben an „Fridays for Future“

Zugleich glauben besonders die jüngeren Deutschen an die Einflussmöglichkeiten von Bürgerbewegungen. Der Studie zufolge trauen die jüngsten Befragten unter 25 Jahren Jugendbewegungen wie „Fridays for Future“ am ehesten zu, politische Veränderungen in Gang zu setzen.

65 Prozent der 18- bis 24-Jährigen vertreten diese Meinung. Umso überraschender: Die Bereitschaft in der Gruppe der 18- bis 35-Jährigen beim Thema Mode stärker auf Nachhaltigkeit zu achten, ist relativ gering. Nur 33 Prozent denken beim Kauf von Bekleidung an Nachhaltigkeit – deutlich weniger als beim Thema Büro und Arbeit (63 Prozent) und auch weniger als beim Durchschnitt aller Befragten (38 Prozent).

Diese Inkonsistenz zwischen Forderung und Handlung führt gerade bei Älteren zu Zweifeln an der politischen Durchschlagskraft von „Fridays for Future“. In der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen glaubt jeder Dritte (31 Prozent) nicht an die politische Wirkung der Bewegung; in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen sind es nur 13 Prozent. Für die Studie wurden  1.000 Deutsche ab 18 Jahren sowie zusätzlich 500 Deutsche zwischen 18 und 35 Jahren befragt.(dr)

Foto: Zurich

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