Verschleppte Riester-Reform hat Folgen

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Thomas Richter, BVI

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD sah vor, in der ablaufenden Legislaturperiode die private Altersvorsorge zu erneuern. Außer dieser Absichtserklärung ist nichts passiert, was nicht ohne Folgen bleibt. Ein Standpunkt von Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI

Die Bundesregierung hat ihr Versprechen gebrochen, die private Altersvorsorge in dieser Legislaturperiode zu reformieren. Eine politische Entscheidung, die Folgen hat: Anbieter ziehen sich vom Markt zurück, Sparer stellen ihre Sparbemühungen ein. Davor haben wir oft gewarnt, die Konsequenzen waren allen Entscheidungsebenen bekannt. Doch parteipolitisches Taktieren war offenbar wichtiger als die Interessen von Millionen Riester-Sparern, die angesichts anhaltend niedriger Zinsen weiter das Nachsehen haben.

Während Wissenschaftler, Verbraucherschützer und Anbieterverbände eine Abkehr von der 100-Prozent-Beitragsgarantie forderten, konnte der Finanzminister nicht davon lassen. Wohlwissend, dass der Garantiezwang die Riester-Sparer seit Jahren unnötig Rendite kostet und für die Anbieter zu viel Eigenkapital bindet. Ein reformiertes Standardprodukt hätte zudem für Bestands- und Neukunden die Verständlichkeit der Riester-Rente erhöht und Kosten reduziert. Stattdessen wird durch verschleppte Reformen das Vertrauen in renditestarke Anlageprodukte kontinuierlich geschwächt. Es sind die Sparer, die den Schaden langfristig ausbaden müssen.

Die Aufgabe bleibt: Wer die Altersvorsorge zukunftsfest machen will, braucht ein Gesamtkonzept. Eine tragfähige Lösung erfordert, die gesetzliche Rentenversicherung um eine kapitalgedeckte Komponente zu ergänzen. Flexible Garantien müssen im Niedrigzinsumfeld Bestandteil der geförderten Altersvorsorge sein. Es ist auch höchste Zeit für eine Entlastung der Kleinsparer. Unsere Vorschläge liegen längst auf dem Tisch.

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