23. Dezember 2013, 08:31

Mifid II: Kommt ein Provisionsverbot für Makler?

Laut Medienberichten sollen sich die europäische Kommission, das europäische Parlament und der europäische Rat auf ein Provisionsverbot für Finanzberater geeinigt haben. Die Nachricht hat für einigen Aufruhr in der Branche gesorgt. Der Vermittlerverband AfW bezweifelt die Richtigkeit der Meldung.

Provisionsverbot: Meldung zu Mifid II strittig

In einer Stellungnahme empfiehlt der AfW seinen Mitgliedern, sich nicht verrückt machen zu lassen.

Laut Meldungen der Online-Nachrichtenportale “Fundsresearch” und “Versicherungsbote”, die sich auf “unterrichtete Quellen” berufen, sollen sich im Rahmen der Trilogverhandlungen zur europäischen Finanzmarktrichtlinie Mifid II am 19. Dezember europäische Kommission, europäisches Parlament und europäischer Rat auf ein Provisionsverbot geeinigt haben.

Mit der Finanzmarktrichtlinie sollen demnach auch Teile der IMD 2 vorweggenommen werden. Neben dem Provisionsverbot sollen sich die Gremien auch darauf geeinigt haben, künftig auch Kickbacks, Fees oder andere unentgeltliche Vergünstigungen an unabhängige Finanzberater und Vermögensberater zu untersagen, heißt es in der Nachricht.

AfW beruhigt Finanzberater

Der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. (AfW) hat aufgrund der entstandenen Unruhe unter Medien und Vermittlern am gleichen Tag eine kurze Stellungnahme an seine Mitglieder verschickt. Hierin schreibt der AfW, dass man die Meldung nicht bestätige. Die Meldung sei missverständlich, da in Brüssel sicherlich nicht über den Paragrafen 34f  Gewerbeverordnung (GewO) gesprochen werde, so der AfW. Da es sich um  eine deutsche Regelung handele, werde über diese sicherlich nicht in Brüssel entschieden werde.

“Lassen Sie sich nicht verrückt machen! Geht es nach Pressemeldungen, kommt ein Provisionsverbot mal oder auch nicht oder nun doch wieder”, wendet sich AfW-Vorstand Rechtsanwalt Norman Wirth an die Verbandsmitglieder. Es werde noch sehr viel Zeit vergehen, bis die Richtlinien Mifid II und IMD 2 in nationales Recht umgesetzt und dieses dann in Kraft treten werde.

Auf allen Ebenen des Gesetzgebungsprozesses würden Abwägungen, Beratungen und Anhörungen stattfinden. Eventuell gebe es auch diverse Ausnahmemöglichkeiten für die einzelnen EU-Mitglieder. Der AfW sei – soweit möglich – beteiligt und werde alles dafür tun, die Interessen seiner Mitglieder zu wahren. “Gehen Sie davon aus, dass wir Sie umfassend und belastbar informieren werden, wenn es eindeutige Informationen gibt”, so Wirth abschließend. (jb)

Foto: Shutterstock


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Berater


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 06/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Aktiv versus passiv  –Versicherungen für Immobilien –Luftfahrtmarkt – Marktreport Anlageimmobilien


Ab dem 19. Mai im Handel.

Rendite+ 2/2016 "Altersvorsorge"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds- und Indexpolicen – Dividendenfonds – Zinshäuser – Robo-Advisors


Ab dem 12. Mai im Handel.

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Konzern: Ehemaliger Zurich-Chef Martin Senn begeht Suizid

Der frühere Chef des Schweizer Versicherungskonzerns Zurich, Martin Senn, hat sich das Leben genommen. Das bestätigte der Konzern am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

mehr ...

Immobilien

Trotz Pegida: Immobilienboom in Dresden

Dresden ist angesagter denn je. Die Sachsenmetropole steht besonders bei jungen Menschen hoch im Kurs und hat sich mittlerweile zu einer attraktiven Immobiliengegend entwickelt – und das trotz Pegida, die Dresden zu ihrem Stützpunkt erklärt haben.

mehr ...

Investmentfonds

Noch-Chef Ghizzoni: ‘UniCredit kann wieder wachsen’

Der scheidende Chef der italienischen Bank Unicredit, Federico Ghizzoni, ist zuversichtlich, dass das Geldhaus bald wieder wachsen kann und nicht nur auf Umstrukturierung setzen muss.

mehr ...

Berater

Interessieren statt informieren: Setzen Sie auf Kundennutzen statt Faktenflut!

Verkaufen heißt, andere zu Taten zu bewegen. Fünf Tipps helfen Ihnen dabei, im Verkaufsgespräch sicherzustellen, dass Sie gegenüber Ihren Kunden die richtigen Signale senden. Die Limbeck-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

Capital Stage will Chorus Clean Energy kaufen

Der Solar- und Windparkbetreiber Capital Stage will den Konkurrenten Chorus Clean Energy übernehmen. Bezahlen will Capital Stage komplett mit eigenen Aktien.

mehr ...

Recht

BU: Keine Beraterhaftung bei Falschangaben

Nach einer Entscheidung des Landgerichts Krefeld, kann die Vermittlerhaftung trotz fehlgeschlagener Umdeckung einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ausgeschlossen sein (Urteil vom 17. Dezember 2015 – 3 O 29/15 – VertR-LS). Grund: Mitverschulden.

mehr ...