Anzeige
Anzeige
18. Mai 2015, 14:55
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Mieten in Berlin steigen weiter – aber langsamer

Wohnen in Berlin wird weiter teurer. Allerdings stiegen die Mieten zuletzt nicht so stark wie befürchtet. Dem neuen Mietspiegel zufolge gingen sie seit 2013 jährlich im Schnitt um 2,7 Prozent oder 15 Cent pro Quadratmeter nach oben. Der bislang gültige Mietspiegel hatte noch ein Wachstum von 3,1 Prozent ausgewiesen.

Mietpreisbremse

Nach den Ergebnissen des neuen Berliner Mietspiegels ist das Mietniveau weniger stark gewachsen als im Vorjahr.

Stadtentwicklungs-Senator Andreas Geisel (SPD) sprach am Montag von einem “angespannten Wohnungsmarkt”. Der neue Mietspiegel – Vorbild für viele deutsche Städte – steht nach einem Gerichtsurteil gegen den Mietspiegel von 2013 allerdings von Anfang an in der Kritik.

Der Mietspiegel dient als Richtschnur bei Mieterhöhungen. Er liefert alle zwei Jahre eine Übersicht über ortsübliche Vergleichsmieten für mehr als 1,3 Millionen nicht preisgebundene Wohnungen in Berlin.

Grundlage für die Mietpreisbremse

Das Zahlenwerk soll auch die Grundlage für die Mietpreisbremse bilden, die in Berlin am 1. Juni in Kraft tritt. Dann dürfen Vermieter nur noch zehn Prozent auf die im Mietspiegel ausgewiesene ortsübliche Vergleichsmiete aufschlagen. Ausgenommen sind Neubauten und umfassend sanierte Wohnungen. Dem neuen Zahlenwerk zufolge stieg die Durchschnitts-Nettokaltmiete in Berlin auf 5,84 Euro pro Quadratmeter. Vor zwei Jahren waren es noch 5,54 Euro gewesen.

Damit liegt das Mietniveau weiter deutlich unter dem anderer Großstädte. In München zahlt man mit 10,73 Euro fast doppelt so viel. Auch in Hamburg müsse man mit 7,56 Euro deutlich tiefer in die Tasche greifen, sagte Geisel.

Mieterhöhungen zu erwarten

Der Berliner Mieterverein erwartet nun deutliche Mieterhöhungen. Die Oberwerte seien wegen der teuren Neuvermietungen nämlich deutlich stärker gestiegen, betonte Geschäftsführer Reiner Wild. Daran – und nicht am Durchschnitt – orientierten sich die Vermieter.

Besonders betroffen seien erneut Altbauten, die bis 1918 fertig wurden und Nachkriegsbauten der Jahrgänge 1950 bis 1964. In einfacher Wohnlage weist die Tabelle für große Wohnungen inzwischen Vergleichsmieten von mehr als 10 Euro pro Quadratmeter aus. Das liege daran, dass in diesen Gegenden häufiger umgezogen werde als in besseren Wohnlagen, sagte Geisel. Bei länger bestehenden Verträgen sei moderat erhöht worden, bei neuen aber schlugen die Vermieter teils kräftig drauf.

Wohnungsverbände wollen Mietspiegel nicht anerkennen

Nach dem Urteil gegen den Mietspiegel von 2013 steht das neue Zahlenwerk von Beginn an in der Kritik. Zwei Vermieterverbände, Haus und Grund sowie der Verband Freier Wohnungsunternehmen (BFW), erkennen es nicht an. Das ändere nach Einschätzung des rot-schwarzen Senats aber nichts an der Wirksamkeit, betonte Geisel. Er vermute hinter der Ablehnung Kritik an der Mietpreisbremse. Die Verbände wollten sich Klagemöglichkeiten offenhalten.

Der neue Mietspiegel wurde vom Hamburger Institut Gewos mit etwas anderen statistischen Methoden erstellt als der vom Gericht kritisierte. Es sei ein neues Verfahren zur Bereinigung von Extremwerten angewandt worden, hieß es. Er entspreche geltenden gesetzlichen Grundlagen.

Institut F+B verteidigt Vorgehen bei 2013er-Mietspiegel

Die Verfasser des Mietspiegels von 2013 verteidigten unterdessen ihre Methodik. Gerichte hätten sie jahrelang als wissenschaftlich akzeptiert, teilte das Hamburger Institut F+B mit.

Das Amtsgericht, das den Mietspiegel in der vergangenen Woche kippte, sei der Einzelmeinung eines Gutachters gefolgt. Geisel sagte, er könne nicht ausschließen, dass Gerichte auch künftig einzelne Aspekte des Mietspiegels infrage stellten. Er forderte bundeseinheitliche Kriterien für die Erstellung solcher Vergleiche.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset-Fonds - Digitalisierung - Kfz-Policen - Spezialitätenfonds - Robo Advice - Wohnimmobilien

Ab dem 15. September im Handel

Rendite+ 3/2016 "Immobilien"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Deutschlands beste Wohnimmobilien-Standorte - Marktreport Anlageimmobilien - Aktuelle Baufinanzierungstrends - Mietrecht etc.


Ab dem 1. September im Handel.

Versicherungen

GDV: Eiopa sollte IDD-Entwurf überarbeiten

Der Umsetzungsvorschlag der europäischen Aufsichtsbehörde Eiopa zur europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) würde nach Ansicht des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf ein faktisches Provisionsverbot hinauslaufen. Der Verband fordert daher eine Überarbeitung.

mehr ...

Immobilien

Wunschbüro der Zukunft überraschend konservativ

Wie stellen sich die Generationen X und Y das Büro der Zukunft vor? Unter dem Titel „Office of the future?“ untersuchten Savills und die Unternehmensberatung Consulting cum laude die Vorstellungen vom Büro der Zukunft.

mehr ...

Investmentfonds

Europäischer Aktienmarkt unterschätzt heimische Konjunktur

Bei vielen Investoren hat die europäische Konjunktur derzeit einen schlechten Ruf. Allerdings ist die Ausgangssitution für einige Experten positiver als angemommen.

mehr ...

Berater

Presse: Commerzbank steht vor massiven Stellenstreichungen

Die Commerzbank steht Presseberichten zufolge vor einem drastischen Stellenabbau. Der seit Mai amtierende Vorstandschef Martin Zielke wolle mindestens 5000 der derzeit konzernweit rund 50.000 Jobs streichen, schrieb das “Wall Street Journal” auf seiner Internetseite unter Berufung auf mit den Planungen vertraute Personen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Inhaberwechsel bei Autark Capital Care

Lars Schmidt (44) hat am 1. September die Autark Capital Care GmbH zu 100 Prozent übernommen und ist neuer Geschäftsführer. Er löst damit Wolfgang Laufer ab, der das Unternehmen im November 2015 gegründet hatte.

mehr ...

Recht

Massenkündigungen von Bausparverträgen: Nicht nur juristisches Problem

Die niedrigen Zinsen veranlassen viele Bausparkassen zur Kündigung von Bausparverträgen. Die Kündigungswelle wirft nicht nur juristische Fragen auf, sondern hat auch wirtschaftliche Konsequenzen.

mehr ...