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28. Februar 2012, 07:50
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Wachstumsentdecker

Für viele Berater und Anleger war 2011 ein Jahr zum Abhaken. Riesige Schuldenberge in den Industriestaaten versperren Investoren die Renditeaussichten. Neue Profitquellen müssen her.

Investmentfonds: Edouard Carmignac
Text: Marc Radke

Kleine Auftritte sind seine Sache nicht. Gleich 1.100 seiner besten Kunden hat Edouard Carmignac am dritten Januarmontag nach Paris geladen. Es sind führende Vertreter anderer Vermögensverwalter, zahlreicher Finanzvertriebe und großer Versicherungen aus ganz Europa, die ihm zum Teil viele Millionen Euro ihrer Klienten oder eigenen Kapitals anvertraut haben. An diesem Morgen sitzen sie dicht gedrängt in einem Konferenzsaal, groß genug, dass die Klimaanlage eisige Böen erzeugen kann.

Börsencrash zur Urlaubszeit

Die passen zum ungemütlichen Börsenjahr 2011, sind aber nur ein laues Lüftchen verglichen mit den Stürmen, die im Sommer auf den Kapitalmärkten tobten. Vor allem der August entpuppte sich als Albtraum für Aktionäre. Der deutsche Börsenindex Dax beispielsweise rauschte in nur wenigen Tagen von gut 7.000 auf etwas mehr als 5.000 Punkte nach unten, dem Eurostoxx 50 erging es ähnlich. Auch die anderen maßgeblichen Aktienbarometer rund um den Globus sackten kaum weniger ab. Obwohl sich die Börsen zum Jahresende teilweise kräftig erholten, verloren auf Jahressicht alle großen Indizes weltweit. Auch Carmignac muss dem Auditorium Verluste erklären. Die meisten seiner Investmentfonds sind Anfang 2012 weniger wert als ein Jahr zuvor.

Er steht auf der Bühne des vornehmen Pavillon Gabriel, ein Tagungsort am Champs-Élysées, nur einen Steinwurf vom Place de la Concorde entfernt. Dramatische Einbrüche mussten seine Fonds zwar nicht hinnehmen, aber der Carmignac Investissement zum Beispiel rangiert auf Jahressicht zehn Prozent im Minus. Knapp sieben Milliarden Euro hat der 64-Jährige mit dem Aktienfonds weltweit in aussichtsreiche Titel investiert.

Seine Prognosen für 2011 lagen allerdings schlicht daneben: Die Aktienmärkte der Schwellenländer performten nicht besser als der Rest der Welt, Goldminen und Öldienstleister sanken trotz steigender Rohstoffnotierungen im Kurs. Und der Euro verlor im Jahresverlauf gegenüber dem US-Dollar rund drei Prozent, und nicht das Vielfache davon, worauf Carmignacs Fonds eingestellt waren. Erst in der zweiten Jahreshälfte näherten sich die Analysen des Franzosen der Realität wieder an.

Das mit etwa 21 Milliarden Euro größte Portfolio, der Mischfonds Patrimoine, schloss 2011 knapp unter Null. Noch ärgerlicher für den Vermögensverwalter: Beide Vorzeigefonds haben im letzten Jahr weder ihre selbst gewählte Benchmark noch den Durchschnitt der Wettbewerbsprodukte schlagen können.

Das war früher ganz anders. Asset Manager Carmignac – sein Leitspruch lautet „Growth Discoverers“, also Wachstumsentdecker – hat nach der Jahrtausendwende zielsicher die aussichtsreichen Titel und Märkte identifiziert, wie seine Langstreckenergebnisse zeigen: Auf Sicht einer Dekade kann der Carmignac Investissement eine Performance von circa 168 Prozent vorweisen.

Seite 2: Produktschmieden gerieten unter Druck

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