Anzeige
Anzeige
2. März 2006, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

GDV Offensive: Nur bedingt transparent

Gegenüber ihren Kunden wollen sich die deutschen Lebensversicherer zukünftig deutlich auskunftsfreudiger geben. Das gelobte der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin bei der Vorstellung seines Konzeptes zur umfassenden Modernisierung der Kundenbeziehungen in der Lebensversicherung.

So sollen die Versicherungskunden bereits vor Abschluss des Vertrages ein Produktblatt erhalten, das alle relevanten Daten über Leistung sowie Abschluss- und Verwaltungskosten enthält. Darüber hinaus wollen die Gesellschaften den Kunden künftig jährlich über den aktuellen Wert des Vertrages sowie den aktuellen Rückkaufswert informieren. Zudem spricht sich der Verband dafür aus, analog zur Riester-Rente, die Abschlusskosten auf fünf Jahre zu verteilen.

Eine konträre Auffassung vertritt der GDV bei der Beteiligung der Kunden an den stillen Reserven der Assekuranzen. So hat Bundesjustizministerin Brigitte Zypries in dem Mitte Februar vorgelegten Eckpunktepapier zur VVG-Reform dafür plädiert, die stellen Reserven offen zu legen und die Kunden zur Hälfte daran zu beteiligen. Im Gegensatz dazu möchte der Gesamtverband 90 Prozent der nicht als Risikopuffer für die Garantien erforderlichen Bewertungsreserven aus Aktien und Immobilien dem Versicherten auf einem Schlusszahlungskonto gutschreiben und bei Vertragsende auszuzahlen.

Harsche Kritik übt der Bund der Versicherten (BdV) an den Vorschlägen des GDV. Die Transparenzoffensive des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mutet an wie ein ?Fackelzug der Nichtigkeiten, moniert Lilo Blunck, Geschäftsführerin des BdV: ?Was da mit mächtigem Argumenten-Getöse und Wortgeklingel unters Volk gebracht wird, ist nichts anderes als das hilflose Hinterherstolpern hinter längst formulierten Forderungen aus Gerichtsurteilen und dem Eckpunktepapier des Justizministeriums.?

Was der GDV der Öffentlichkeit als ?Wendepunkt hin zu einer stringent kundenorientierten Geschäftsphilosophie und -praxis? unterzujubeln versucht, erweise sich bei genauem Hinschauen als die schlichte Erfüllung nicht zu umgehender Forderungen ? allerdings reich garniert mit einer schönfärbenden Ansammlung von Satzungetümen, Worthülsen, Füll- und Flickwörtern.

?Wirklich neu ist darin tatsächlich nichts”, stellt Blunck fest: ?Das steht alles schon in den vom BdV vor höchsten deutschen Gerichten erstrittenen Urteilen und im soeben vorgelegten Eckpunktekatalog von Justizministerin Brigitte Zypries.

Es stelle sich abschließend die Frage, was der GDV unter ?Transparenz? verstehe, wenn er der Öffentlichkeit solche Sätze zumute: “Vorgesehen ist ein umfassendes Informationssystem, das dem Kunden als Vertragspartner jederzeit eine Kurs- und Positionsbestimmung seiner Vorsorge ermöglichen soll.” Blunck: ?Die ‘Erklärungen’ des GDV wirken am Ende allenfalls wie das massenweise Zünden von Nebelkerzen.?

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Tilgungsoptionen im Niedrigzinsumfeld

Zwar erleichtern die Niedrigzinsen den Eigenheimkauf, jedoch bergen sie auch Gefahren. Durch die geringen Zinsen werden die monatlichen Raten insgesamt niedriger, wodurch die Tilgung in geringerem Maße ansteigt. Viele Produktgeber verlangen daher höhere Tilgungsraten.

mehr ...

Investmentfonds

Donald “Robin Hood” Trump, der protektionistische Rächer

Seit Ende des II. Weltkriegs waren die Beziehungen zwischen deutschen Regierungschefs und US-Präsidenten meistens von herzlicher Wärme geprägt. Doch wenn man sich die Bilder des Besuchs von Angela Merkel bei Donald Trump zu Gemüte führt, weiß man, was politische Eiszeit ist. 

mehr ...

Berater

Feeling über Fakten: Setzen Sie Ihr Produkt ins richtige Licht

Manch ein Berater wundert sich: Er präsentiert seinem Kunden ein exzellentes Produkt. Mit idealen Konditionen. Er rechnet Zahlen aus und betont die hohen Sicherheiten. Doch sein Gegenüber beißt nicht an. Der Grund ist oft einfach: Ihr Kunde fühlt es nicht. Die Rankel-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...