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24. Juli 2013, 12:25
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Grüne wollen deutsche Vorsorgelandschaft umgestalten

Bündnis 90/Die Grünen haben weitreichende Pläne für die private Altersvorsorge in Deutschland: Die Partei will nicht pflichtversicherte Selbständige in die gesetzliche Rentenversicherung einbeziehen, ein neues öffentliches “Basisprodukt” schaffen und Lebensversicherte stärker an Überschüssen beteiligen.

Altersvorsorge: Grüne fordern weitreichende Reformen

Wie aus einer Antwort der Partei auf eine Anfrage des Deutschen Institutes für Altersvorsorge (DIA) hervorgeht, sei gerade der Personenkreis der nicht pflichtversicherten Selbständigen “für das Alter häufig sehr schlecht abgesichert”. Dies wolle man über die Einbeziehung in die gesetzliche Rentenversicherung ändern.

Öffentliches Basisprodukt als Antwort auf Vertrauenskrise

Zudem hätten viele Menschen durch die “Finanzkrise und Falschberatungen von Banken” das Vertrauen in die private Altersvorsorge verloren, weshalb sich künftig die Schaffung eines öffentlichen Basisproduktes anbiete, zitiert das DIA aus der Stellungnahme der Partei.

Menschen, die sich im “Wirrwarr der Fördermöglichkeiten” nicht zurechtfänden, könnten so über eine öffentliche Stelle kapitalgedeckte Altersvorsorge betreiben. Auch solle die Transparenz der jetzigen Produkte deutlich erhöht werden, fordern die Grünen.

Grüne kritisieren Mindestzuführungsverordnung

Zur Diskussion über die Kalkulation von privaten Leibrenten kritisiert die Partei, dass die Mindestzuführungsverordnung den Kunden bei Kostenüberschüssen lediglich 50 und bei Risikoüberschüssen nur 70 Prozent der Erträge verspreche.

“Wenn man bedenke, dass bei Lebensversicherungen mehr als 97 Prozent eindeutig im Eigentum des Kunden sei, halte man die derzeitige Verteilung der Überschüsse nicht für gerecht”, zitiert das DIA.

Außerdem würden durch die unverhältnismäßige Aufteilung der Überschüsse Anreize für Fehlkalkulationen gesetzt, die zu unverhältnismäßig hohen Kosten- und Risikoüberschüssen führten. Eine Erhöhung der Überschussanteile der Kunden sei daher angemessen, folgert die Oppositionspartei.

Übertragbarkeit von Betriebsrenten soll vereinfacht werden

Bei der Weiterentwicklung der betrieblichen Altersversorgung ist der Oppositionspartei die „Sicherheit besonders wichtig“, berichtet das Institut weiter. Wer in die betriebliche Altersversorgung einzahle, müsse auch sicher sein, dass “diese Gelder gut und sicher angelegt” seien.

Deswegen sei eine ausreichende Hinterlegung mit Eigenkapital sehr wichtig. Dabei dürften aber kleinere Anbieter nicht überfordert werden. Die Mitnahme und Übertragbarkeit von Betriebsrenten auch über die Ländergrenzen der Europäischen Union hinweg müsse vereinfacht und verbessert werden. (lk)

Foto: Shutterstock

3 Kommentare

  1. Gott und die Wähler bewahren uns hoffentlich vor diesen grünen Dilettanten. Keine Ahnung von nichts, aber davon reichlich. Ich werde nie begreifen, wer diese “Partei” wählt.

    Kommentar von Stefan — 26. Juli 2013 @ 10:54

  2. Im €URO Intervwies sagte Tritin, dass er für seine Altersvorsorge auf Bausparen und Lebensversicherung setzt. Damit wissen wir, dass er überhaupt gar keine Ahnung hat. Solche Leute wollen jetzt auso bestimmen, wie die Deutschen die Rente aufbauen? Beim Bausparen liegt die Verzinsung immer unterhalb der Inflation und selbst beim Darlehen sind die Kosten insgesamt so hoch, dass es sich gar nicht rechnet. Und bei der klassischen Lebensversicherung steht schon im Aktenzeichen 74047/83 vom Landgericht Hamburg, das Kapitallebensversicherungen legaler Betrug sind.
    Aber vielleicht liegt es auch daran, dass Deutschland einfach mehr Kredite braucht um Schulden zu machen und hauptsächlich werden die Staatsanleihen von Lebensversicherungen gekauft. Also ganz so eigennützig ist es ja doch nicht… Prost Mahlzeit!

    Kommentar von xy — 25. Juli 2013 @ 08:48

  3. Die Antwort der Grünen zeigt wieder einmal, dass sich die Partei nur oberflächlich mit Themen beschäftigt. Man weiß nicht, wie eine Lebensversicherung funktioniert und kalkuliert ist (Vorsichtsprinzip) und verwechselt eine Mindestzuführung mit einer Höchstzuführung. Wahrscheinlich sind den “Experten” der Grünen noch nicht einmal die unterschiedlichen Rechtsformen der Lebensversicherer ein Begriff. Könnte ja sein, dass es tatsächlich Versicherer gibt, die kein Interesse haben, ihren Mitgliedern Geld vorzuenthalten. Aber es ist doch schön, wenn an Probleme an Stellen beheben will, wo keine sind, während die von der Zentralbank verordneten Niedrigzinsen und eine ökonomisch hochgradig unsinnige Finanztransaktionssteuer den Altersvorsorgesparern auch noch die letzten Erträge wegfressen.

    Kommentar von Helge von Hagen — 24. Juli 2013 @ 15:50

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