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10. Dezember 2013, 11:59
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Gothaer wächst und plant Produktoffensive

Der Versicherungskonzern Gothaer wird das Jahr 2013 voraussichtlich mit einem Einnahmezuwachs von 2,2 Prozent auf 4,27 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,18 Milliarden Euro) abschließen. Damit würde man die eigenen Wachstumsziele “voll erreichen”, erklären die Kölner. Für 2014 ist eine Produktoffensive geplant.

Dr. Werner Görg ist seit mehr als 25 Jahren für die Gothaer tätig.

Dr. Werner Görg: “Für 2014 rechnen wir erneut mit einem Beitragswachstum auf Konzernebene und über Marktniveau.”

Laut Gothaer tragen die Sparten Schaden/Unfall mit plus 5,0 Prozent und Leben mit plus 2,3 Prozent zum Konzernwachstum bei. Die Sparte Krankenversicherung entwickelt sich hingegen mit minus 3,6 Prozent rückläufig. Für das nächste Jahr müssen Kunden der Gothaer Krankenversicherung mit einer Beitragsanpassung von durchschnittlich 2,1 Prozent rechnen.

Gothaer will in Osteuropa wachsen und kündigt Produktoffensive an

“Für 2014 rechnen wir erneut mit einem Beitragswachstum auf Konzernebene und über Marktniveau”, erklärte Vorstandschef Dr. Werner Görg im Rahmen seines letzten Jahresabschlussgesprächs am Dienstag in Köln. Görg wird im Sommer an die Spitze des Aufsichtsrats wechseln, der Kurs des Unternehmens soll jedoch beibehalten werden – dies betrifft auch den Expansionsdrang nach Osteuropa, an dem die Gothaer festhalten wolle.

Darüber hinaus soll das spartenübergreifenden Cross-Selling intensiviert werden: “Beim Cross-Selling wollen wir die guten Kontakte im Bereich Schaden/Haftpflicht/Unfall für die Empfehlung einer betrieblichen Altersvorsorge und Krankenversicherung nutzen”, so Görg. Für das erste Quartal 2014 kündigte der langjährige Gothaer-Chef zudem eine Produktoffensive über alle Unternehmensbereiche an. Unter anderem soll im Januar 2014 ein neues Pflege-Produkt auf den Markt kommen.

Kritik an Vorgehen der EZB

Der Gothaer Leben- und Kranken-Chef, Michael Kurtenbach, nutzte das Gespräch mit den Pressevertretern, um sich zur Lebensversicherung zu bekennen – und die Zinspolitik der EZB zu kritsieren: “Die Gothaer war und ist ein breit aufgestellter All-Sparten-Versicherer und wird auch weiterhin Lebensversicherungen anbieten. Im Sinne unserer Kunden lehnen wir die künstlich niedrig gehaltenen Zinsen ab.” Letzeres befördere die Altersarmut, bremse die Bereitschaft junger Menschen, für die Altersvorsorge zu sparen und konterkariere die dritte Säule der Alterssicherung, so Kurtenbach.

Gleichwohl versucht die Gothaer, sich unabhängiger von der kriselnden Lebensversicherung zu machen. So werde der Anteil der strategischen Geschäftsfelder betriebliche Altersversorgung, fondsgebundene Rentenversicherungen und biometrische Lösungen am Neugeschäft in diesem Jahr voraussichtlich bei 84 Prozent liegen, heißt es. “Die bereits vor Jahren durchgeführte strategische Ausrichtung generiert für uns auch erhebliche Marktvorteile in Bezug auf die Anforderungen von Solvency II”, so Kurtenbach.

“Anforderungen an die Kapitalanlage bleiben hoch”

Trotz schwierigem Kapitalanlage-Umfeld erwartet Finanzvorstand Jürgen Meisch für 2013 “plangemäße Nettoverzinsungen für alle Risikoträger”. Bei der Asset-Allokation liegt der Schwerpunkt bei der Neuanlage demnach weiterhin im Fixed Income Bereich und einer noch breiteren Diversifikation. Auch die Durationspolitik gelte unverändert, so Meisch.

Gefragt zu den wesentlichen Aktivitäten im zweiten Halbjahr erläuterte Meisch, dass der Anteil portugiesischer Staatsanleihen im Portfolio deutlich reduziert worden sei. Im Credit-Bereich lag der Schwerpunkt demnach auf Senior-Industrieanleihen sowie längeren Restlaufzeiten. Bei Immobilien wurden laut Meisch vier Investments in Höhe von knapp 200 Millionen Euro getätigt. Der Konzern gab weiter bekannt, mittelfristig 500 Millionen Euro in Erneuerbare Energien mit Schwerpunkt Europa zu investieren.

“In Bezug auf das Jahr 2014 erwarte ich keine wesentlichen Änderungen im Marktumfeld”, betonte Meisch. Trotz leichtem Zinsanstieg gehe er von weiterhin niedrigem Zinsniveau und höherer Marktvolatilität in allen Segmenten wie Zinsen, Spreads und Aktien aus. Dies bedeute, so Meisch, dass die hohen Anforderungen an die Kapitalanlage auch im kommenden Jahr bestehen blieben, die Suche nach Rendite mit der Ausweitung des Investmentuniversums einhergehe und die Anforderungen aus Solvency II die Anlagepolitik verstärkt beeinflussen würden. (lk)

Foto: Gothaer

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