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13. August 2013, 08:42
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Anspruch des Maklers auf die Nettopolice

In Deutschland ist das Bruttopolicenmodell durchgesetzt – Schätzungen sagen, etwa 98 Prozent aller Policen sind Bruttopolicen. Die Nettopolice fristet ein Nischendasein – möglicherweise zu Unrecht, denn sie bietet vor allem den Maklern große Spielräume und möglicherweise auch neue Geschäftsfelder.

Gastbeitrag von Professor Dr. Hans-Peter Schwintowski, Humboldt-Universität zu Berlin

Preisbindung

“Da der Makler die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden zu berücksichtigen hat, ist die Frage nach der Nettotarifierung von größter Wichtigkeit, weil er womöglich sonst in die Haftung nach § 63 VVG geraten würde.”

Die Nettopolice, so eine alte Definition des früheren Bundesaufsichtsamtes (heute BaFin), ist eine Versicherung, die keinerlei Abschluss- und Vertriebskosten jeder Art enthält – sie ist ein aktuariell eigenständiges Produkt. Es stimmt also nicht, wenn jemand sagt, Bruttopolice – Abschlusskosten = Nettopolice – so einfach ist es nicht.

“Rechtsanspruch” auf die Nettopolice?

Die Frage, die sich für den Makler stellt, lautet, ob es einen “Rechtsanspruch” auf die Nettopolice gibt, ob der Makler also vom Versicherer verlangen kann, dass er nicht nur den Bruttopreis (inklusive Courtage), sondern auch den Nettopreis der Police offenlegt.

Der Makler könnte mit dem Nettopreis am Markt werben und mit dem Kunden eine individuelle Provisions-/ Honorarvereinbarung treffen. Versicherer werden sagen, dass es einen solchen Anspruch auf Offenlegung der Nettotarifierung gegenüber dem Makler nicht gibt. Zweifel daran sind angebracht.

Es gibt nämlich im europäischen Kartellrecht eine auch in Deutschland unmittelbar geltende “Schirmgruppenfreistellungsverordnung” (Nr. 330/2010). Diese Verordnung enthält das “Verbot der Preisbindung der Zweiten Hand” (Art. 4 lit. a).

Verbot der Preisbindung der Zweiten Hand

Das bedeutet, der Anbieter einer Ware oder Dienstleistung darf den Preis für den Vertrieb (Provision/ Courtage) nicht binden. Die Versicherer werden einwenden, dass sie das auch gar nicht tun – sie geben ja nur den Bruttopreis für das Produkt Versicherung vor. Aber: In diesem Bruttopreis ist die Provision/Courtage für den Makler enthalten – der Preis für die Dienstleistung des Maklers ist also in den Produktpreis einkalkuliert.

Man kann es auch so sagen: Der Versicherer umgeht mit dieser (geschickten) Strategie das Verbot der Preisbindung der Zweiten Hand. Er gibt den Gesamtpreis für die Versicherung vor und tut dabei so, als habe er den Preis für die Maklercourtage selbst nicht gebunden. Umgehungsstrategien dieser Art sind schon häufig auf den Prüfstand des deutschen und europäischen Kartellrechts gewesen.

Oft waren Meistbegünstigungsklauseln Ausgangspunkt dieser Streitereien – im Kern ging es immer um dasselbe: Könnte die Gesamtpreisbildung eine geschickte Umgehung des Verbots der Preisbindung der zweiten Hand sein?

Die Kartellbehörden und Gerichte haben solche Umgehungen oft bejaht, insbesondere dann, wenn der Vertriebspartner völlig frei und auf eigene Rechnung gearbeitet hat. Deswegen spricht bei einem Versicherungsmakler viel dafür, dass das Bruttopolicenmodell in Wahrheit eine Umgehung des Verbots der Preisbindung der Zweiten Hand ist.

Seite zwei: Makler verlängerter Vertriebsarm des Versicherers?

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25 Kommentare

  1. Andreas: Man kann tatsächlich Ausschließlichkeitsverträge mit der Fondsfinanz abschließen. Die Betonung liegt auf KANN. Sollte es Makler geben, die solche Verträge eingehen, ist dies natürlich nicht in Ordnung. Aber warum wird hier von einigen wenigen wieder auf alle Makler geschlossen? Auch ich arbeite mit 3 Maklerpools zusammen, u.a. auch mit Fondsfinanz, um den kompletten Versicherungsmarkt abdecken zu können. Ich habe mit niemanden irgenwelche Ausschließlichkeitsverträge abgeschlossen und kenne auch keinen Makler, der so arbeitet. Schwarze Schafe können nie ganz ausgeschlossen werden. Natürlich auch nicht bei den neuen Heilsbringern
    “Versicherungsberater” oder “Honorarberater”

    Kommentar von Stefan — 20. August 2013 @ 11:49

  2. Ich kann mir zwar nur die Augen reiben, was hier mal wieder abgeht, aber so ganz unrecht hat der “Kollege” mit seiner Aussage wohl nicht. Unter http://www.assekuranz-info-portal.de/pressebereich-artikel/versicherungen/article/makler-ausschliesslichkeitsorga-als-neuer-vertriebsweg.html findet man wirklich entsprechende Unterlagen. Sowohl Vertriebsvereinbarung als auch Informationen zum Abrufschein als auch Ausschliesslichkeitsvereinbarung. Und sämtliche Fahrzeuge, die geordert werden können über wen und mit welchem Rabatt. Alles offiziell mit FondsFinanz Logo und jeweiligem Ansprechpartner. Da mag ja jeder denken oder glauben was er will. Das wirft ein höchst dubioses Bild auf das Unternehmen und alle, die dafür und damit zusammenarbeiten und vorgeben von nichts zu wissen. Und bedarf sicherlich einer baldigen Klärung. So, jetzt können sich alle Beteiligten weiter die Köppe einschlagen.

    Kommentar von Andreas — 20. August 2013 @ 08:50

  3. Ergänzung: Der “Kollege” nennt sich Versicherungsmaklerbureau (?), sorry.

    Kommentar von Stefan — 19. August 2013 @ 18:50

  4. Hallo Herr Niklaus: Kann mich Ihrem Kommentar nur anschließen. Das polemische Geschreibsel von Versicherungsbuero entbehrt jeglicher Logik. Der gute Mann scheint auch zu glauben, er hat die Weißheit mit Löffeln gefressen und alle anderen haben unrecht. Auch mir ist ein Rätsel, wass gegen Maklerpools spricht. Ich suche mir prinzipiell nur Partner, die mir keinerlei Vorschriften machen, in welcher Form auch immer. Wo ist also das Problem? Ich habe es bereits geschrieben. Am schlimmsten in dieser Branche sind neidische Kollegen: Da gönnt der eine dem anderen nicht die Butter auf dem Brot, siehe Versicherungsbuero. Mit freundlichen Grüßen von einem UNABHÄNGIGEN Versicherungsmakler

    Kommentar von Stefan — 19. August 2013 @ 18:48

  5. @Versicherungsmaklerbüro: Wirklich unabhängig kann ein Makler nur sein, wenn er Maklerpools einsetzt. Denn mit 20-30 Courtagevereinbarungen ist kein Makler wirklich unabhängig. Außerdem verstehe ich nicht, wie man die Unabhängigkeit von Makler mit Maklerpool anzweifeln kann. Ich kenne auch keine Maklerpools, die Abrufscheine für Kraftfahrzeuge ausstellen. Alleine schon der Hinweis in Ihrem Beitrag an mich, halte ich für sehr fragwürdig. Auch verstehe ich nicht, wie Stop & Go meine Unabhängigkeit in Zweifel ziehen könnte. Können Sie sich vorstellen, dass es auch noch andere Wege gibt diese Dienstleistung anzubieten ohne mit der Fondfinanz eine Courtagevereinbarung zu haben? Übrigens habe ich mir den § 34d GewO Abs 1 sehr genau durchgelesen und nie etwas gegenteiliges geschrieben. Ich weiß nicht was Sie in meinen Text interpretieren. Aber Sie sind ja für Interpretationen auf allen Plattformen vom Handelsblatt bis Wirtschaftswoche dafür bekannt. Wenn auch nur anonym. Die Frage nach den Stundensätzen finde ich etwas wirr. Deshalb erfolgt hier keine Antwort. Mein Vergleichsrechner ist übrigens ein Unabhängiger. Jedenfalls ist er von keiner Versicherung oder sonstigem Finanzdienstleister. Vielen Dank für den Hinweis auf Rechtschreibfehler auf meiner Website. Ich habe vielleicht ein paar Rechtschreibfehler auf meiner Website, dass kann ihnen natürlich nicht passieren denn Sie haben keine Website. Noch ein kleiner Hinweis in Sachen Ethik. Ehrbarer Kaufmann ist man durch seine ethische Handlung nicht durch die eigene Ernennung.

    Kommentar von Edgar Niklaus — 19. August 2013 @ 18:30

  6. Verehrter Herr Niklaus,

    es verwundert mich sehr, wenn Sie einerseits die Unabhängigkeit eines AfW in Frage stellen und sich zugleich als vermeintlich völlig »unabhängiger« Makler ungeprüft dem Diktat einer FondsFinanz unterwerfen.

    Nicht anders ist z.B. Ihre Offerte auf Ihrer Homepage, Pkt. Stop Loss für Investmentfonds, zu verstehen.

    Prognostiziert noch eine fin@nzoptimierung.de Discountbroker AG für dasselbe Zahlenbeispiel mit denselben Parametern Renditevorteile zwischen 37,48% und 110,65% so sind Ihre Zahlen völlig identisch mit denen einer FondsFinanz Maklerservice GmbH.

    Der Hanseatische Finanzservice prognostiziert in seiner Software Offerte nochmals anders lautende Werte.

    Ohne Ihnen zu nahe zu treten sehen Sie mir bitte nach, dass ich immer dann sehr skeptisch werde, wenn ein, per Gesetz bereits zur Unabhängigkeit verpflichteter, Makler dieses kleine Wörtchen »unabhängig« über Gebühr beansprucht.

    Sie kennen die diversen Kommentierungen zur Unabhängigkeit eines Maklers bei Nutzung bekannten Maklerpools.

    Evtl. sogar noch bei Nutzung des Abrufscheines zum Kauf des Geschäftswagens.

    Max Schreiber hat es in seinem Artikel im Assekuranz Info-Portal vom 16.04.2012 treffend auf den Punkt gebracht »Den Strick um den Hals auf Abrufschein«.

    Und da Sie gerne den § 34d Abs. 1 anführen sollten Sie sich in einer stillen Stunde nochmals dessen genauen Wortlaut durchlesen.

    Kernaussage und Streitpunkt ist hier einzig und alleine die rechtliche Beratung.

    Weiterhin gibt es eine Honorarberatung u n d eine Honorarvermittlung.

    Sie können z.B. Firmen in Vertragsangelegenheiten beraten und dürfen sogar im bekannten Umfang rechtlich beraten, Sie können aber auch Policen an Privatpersonen gegen Honorar vermitteln.

    Ersteres incl. MWSt., letzteres ohne MWSt.

    Und da es ja auch bereits angesprochen wurde.

    Honorarberatung als auch
    -vermittlung rufen leider immer wieder dasselbe dubiose Vermittlervolk auf den Plan.

    Erklären Sie mir doch bitte, mit welchem Recht ein Großteil der hier vertretenen Versicherungsvertreter, teils ohne jeglichen Abschluss oder Studium, dafür teils mit langjähriger Strukturvergangenheit, Honorare zwischen €uro 120-150 für sich beansprucht.

    Ich habe eine derartige Aufstellung einmal bei XING verfolgt. Da machte einer dieser Herren die Rechnung auf, bei Privathaushalten im ersten Jahr nach Mandatierung regelmäßig durchschnittliche €uro 10.000 Courtage zu generieren.

    Ich verkneife mir hierzu meine persönliche Aussage.

    Ein Stundensatz, den jeder Kunde vom Elektriker oder Sanitärinstallateur kennt und entsprechend der Schwierigkeit, wie beim Onkel Doktor, gesteigert wird, erscheint mir persönlich da wesentlich seriöser.

    Und er findet auch deutlich mehr Anerkennung beim Mandanten.

    Festsätze für kleines Privatgeschäft und Kfz. incl. einem Schaden pro Jahr genießen ebenfalls sehr hohe Akzeptanz.

    Umsatzbezogene Vertriebsvereinbarungen werden seit Eröffnug des Maklerbureau ebenso abgelehnt wie mal eben so ein iPhone bei gut verlaufenem (Leben)Jahr oder die 5-Tages-Reise incl. Begleitung.

    Unabhängigkeit be-/entsteht im Kopf und nicht durch wiederholte Erwähnung desselben Begriffes.

    In diesem Sinne allen einen schönen Abend
    __________________________
    Ihr Versicherungsmaklerbureau

    P.S. Im Übrigen hoffe ich, dass Ihr Vergleichsprogramm besser funktioniert als das Rechtschreibprogramm Ihrer Homepage.

    Kommentar von Versicherungsmaklerbureau — 19. August 2013 @ 00:59

  7. Nachtrag: ich kenne sehr wenige Makler, die sich auf Sach spezialisiert haben und nur das machen. Aber es klingt wie ein gutes Argument gegen Honorarberatung, nur diese Themen anzubringen

    Kommentar von Transparent — 18. August 2013 @ 18:52

  8. 😉
    Schon mal drüber nachgedacht, dass es immer eine Mischkalkulation sein wird? Mal ist es ein Kunde von 3 Gesprächen, mal sind es 3 bei 5 Terminen.
    Auch Provisionen lassen sich mit Honoraren verrechnen. Entscheidend ist, dass der Kunde ALLE Entscheidungskriterien zu Grunde legen kann, und eines der Wichtigsten sind die Auswirkung seiner Kosten. Richtig, ich bin Spezialist. Würde ich alles selbst machen wollen, wären sicher etliche Dinge dabei, die ich nicht vollständig beherrsche. Da verweise ich doch lieber auf die Profis dieser Bereiche. Aber ich mache auch HR etc. auf Honorarbasis, wenn meine Kunden dies bei mir zusammenführen wollen.

    Kommentar von Transparent — 18. August 2013 @ 18:48

  9. @Transparent: Aha. 20 % Provision für eine PHV oder HR ist viel Geld. Zeitaufwand 2-4 Stunden. Provision zwischen 12- 40 € p.a. je nach Tarif und Versicherungssumme.

    Kommentar von Edgar Niklaus — 18. August 2013 @ 18:34

  10. Lieber Herr Niklaus,
    der AfW scheint für Sie ja ein rotes Tuch zu sein, da bitte ich doch um Entschuldigung, diesen angeführt zu haben. Dieser Beitrag war halt nur einer der ersten, den ich bei Google zum Thema fand. Ich bin übrigens kein Mitglied beim AfW, könnte Ihnen auch noch viele andere Fundstellen nennen, aber machen Sie ruhig weiter wie bisher, ich habe damit kein Problem :-)
    Ich bin auch nur ein kleiner Finanzdienstleister, Einzelkämpfer und habe auch nichts gegen Provisionen an sich. Das Problem das ich mit den Provisionsprodukten im Versicherungsbereich für Kapitalbildung habe ist, dass sich damit die Gesellschaften überproportional reich machen, und zwar zu Lasten der Kunden.
    Wüssten die Kunden Bescheid über die internen Kosten dieser Produkte, würde sicher kaum einer eine solche Lösung in Anspruch nehmen. Leider werden auch viele Makler weder von den Gesellschaften, noch von den Maklerbetreuern oder ihren sonstigen Ansprechpartnern informiert. Und das schafft Haftungspotential beim Makler. Da denk ich doch lieber vorher drüber nach und helfe meinen Kunden gleich, als nachher drüber zu jammern, warum die lieben Kunden mich plötzlich verlassen und vielleicht noch gegen mich vorgehen.

    Kommentar von Transparent — 18. August 2013 @ 18:03

  11. @Transparent: Der AWF zählt für mich nicht als unabhängige Institution. Denn er ist nicht unabhängig. Wie kann er auch? Mit seinen Sponsoren. Der AWF findet auch das Verbot der Provisionsweitergabe an den Kunden für falsch und würde sich freuen, wenn es fällt. Wer so argumentiert, kann nicht für die kleinen Finanzdienstleister sein . Egal ob Versicherungs- oder Finanzmakler. Es gibt noch einige Punkte am AWF zu kritisieren. Für mich zählt das Gesetz. Außerdem habe ich mich für den Maklerberuf entschieden. Nur weil einige Kollegen im vorauseilenden Gehorsam auf ihren Verdienst verzichten, muss ich das nicht mit machen. Für mich zählt immer noch der Gesetztestext und nicht irgendwelche Veröffentlichungen von der selbsternannten Finanzdienstleisterlobby AWF.

    Kommentar von Edgar Niklaus — 18. August 2013 @ 17:30

  12. Sehr geehrter Herr Niklaus,
    hier finden Sie die schon 2008 veröffentlichte Pressemitteilung des AfW. Weiteres kann man über die diversen Suchmaschinen finden (wenn man denn etwas finden will).
    Honorarberatung ist sehr wohl mehr als nur ein Bezahlmodell, was Sie aber nicht abwerten soll. Ich konnte bisher nur (zumindest im Kapitalbildungsbereich) kein Courtageprodukt finden, das die finanziellen Vorteile eines Honorarmodells (für den Kunden, wohlgemerkt) geschlagen hätte. Für Berater, die sich allerdings nur oberflächlich mit dem Thema beschäftigt haben, war dies bisher nur noch nicht ersichtlich. Aber keine Bange, das kommt schon noch, der Markt ist im Wandel.

    Kommentar von Transparent — 18. August 2013 @ 13:39

  13. @Transparent: ich zitier: diese Interpretation mit dem Nichtverbraucher höre ich immer wieder mal, davon wird sie aber auch nicht richtiger.

    Sie brauchen darauf nicht eingehen. sie sollten es nur in § 34d Absatz 1 nachlesen. Da steht alles drin. Meine Kunden sind mit meiner Courtageberatung super zufrieden. Honorarberatung ist kein Qualitätsmerkmal sondern nur ein Bezahlungsmodelle und mehr nicht. Egal welche Form die Beratung hat. Es kommt immer auf die ethische Einstellung des Beraters an.

    Kommentar von Edgar Niklaus — 17. August 2013 @ 15:16

  14. Endlich mal mehr als nur ein einsamer Rufer in der Wüste. Sie sprechen mir aus der Seele, liebe Petra. Leider kann das nur jemand verstehen, der bereits beide Seiten richtig kennen gelernt hat. Bei mir waren es übrigens über 90% meiner Kunden, die auf das Honorarmodell umgestellt haben. Und dazu kommt, dass alle sehr viel zufriedener, weil aufgeklärte sind. Diesen kann kein “Finanzverkäufer” mehr etwas erzählen.
    @Stefan: es geht nicht darum, den Kunden zu fragen, ob er lieber Provisionen im Beitrag zahlen will, oder ein getrenntes Honorar. Bei vollständiger Information über den Aufbau des Produktes im Kostenbereich WILL der Kunde das Produkt mit dem getrennten Honorar. Und ich denke nicht, dass hier die Honorarberater/-Vermittler sich mit den anderen zerfleischen. Es ist einfach nur so, dass bisher JEDER Honorarberater, den ich kennengelernt habe ( und das sind viele gewesen in den letzten 4 Jahren, und auch alle haben mehr Einkünfte wie vorher als Courtagemakler) zuvor in dieser anderen Welt gelebt hat, diese aber nach Kenntnisnahme der Produkt-Interna im Kostenbereich nicht mehr guten Gewissens anbieten kann.
    @ Herr Niklaus: diese Interpretation mit dem Nichtverbraucher höre ich immer wieder mal, davon wird sie aber auch nicht richtiger. Darauf gehe ich jetzt aber nicht weiter ein, das wird zu umfangreich. Fakt ist, es geht, und immer mehr machen es auch.

    Kommentar von Transparent — 16. August 2013 @ 19:05

  15. Ich versteh immer nicht wieso hier jeder das Gesetz nicht kennt. § 34 d GewO In absatz 1) steht folgender Text
    Die einem Versicherungsmakler erteilte Erlaubnis beinhaltet die Befugnis, Dritte, die nicht Verbraucher sind, bei der Vereinbarung, Änderung oder Prüfung von Versicherungsverträgen gegen gesondertes Entgelt rechtlich zu beraten; diese Befugnis zur Beratung erstreckt sich auch auf Beschäftigte von Unternehmen in den Fällen, in denen der Versicherungsmakler das Unternehmen berät.

    D.h. ein Versicherungsmakler darf nur gegen Honorar beraten wenn es sich um einen Nichtkonsumenten handelt.

    Kommentar von Edgar Niklaus — 15. August 2013 @ 18:42

  16. Lieber RA JM, ich habe die Erfahrung gemacht, daß der Kunde trotzdem eine Nettopolice unterschreibt. Wo soll denn auch das Problem sein, wenn er das Honorar weiterzahlen muß, obwohl er die Versicherung bereits gekündigt hat? Ist denn durch seine Kündigung meine Arbeitszeit gleich Null und Nichtig geworden? Warum soll ich immer mein Geld zurückbezahlen, nur weil sich der Kunde auf einmal lieber ein Motorrad kaufen will, anstatt seine Altersvorsorge zu bezahlen? Wo gibt es denn sonst noch einen Beruf, wo man sein verdientes Geld zurückzahlen muß, nur weil der Kunde es sich innerhalb von 5 Jahren irgendwie anders überlegt hat? Ich habe kein Problem meinen Kunden zu erklären, daß sie das Honorar in jedem Fall zu bezahlen haben und dies steht auch so im Beratungsprotokoll. Und bisher hatte tatsächlich keiner meiner Kunden ein Problem damit. Haben Sie es denn schon mal ausprobiert oder denken Sie nur, daß es so sein könnte? Und die Atlanticlux und PrismaLife sind sicherlich nicht die Marktführer in richtigen Nettopolicen. Auch hier sollten Sie sich besser informieren.

    Kommentar von Petra — 14. August 2013 @ 21:42

  17. Alles gut und schön – aber das eigentliche Problem wird dezent umgangen:

    Der gleichzeitige Ausschluss des Schicksalsteilungsgrundsatzes – jedenfalls bei den wohl führenden Anbietern, nämlich Atlanticlux und PrismaLife. Die Versicherungen sind kündbar, die Vergütungsvereinbarungen nicht, sondern sollen in jedem Falle voller Höhle bedient werden – egal was mit der Versicherung geschieht. Das (!) muss man den Kunden erklären, Herr Professor – und dann unterschreibt wohl kaum noch einer.

    Kommentar von RA JM — 14. August 2013 @ 19:09

  18. Ich finde es sehr schade, daß die Nettopolice immer als Nischenprodukt betrachtet wird. Dabei ist sie eigenltich genau das, was sich jeder Makler einfach schon immer gewünscht hat. Ich selber bin schon seit 15 Jahren als Versicherungsmaklerin tätig und verkaufe Nettopolicen im Altersvorsorgebereich. Endlich ein Produkt, das absolut stornofrei für uns Makler ist und das sich JEDER Kunde, trotz Honorar, leisten kann. Man muß bei der Nettopolice keinen Stundensatz als Honorar verlangen. Es gibt alternative Möglichkeiten, die sich auch jeder Normalverdiener leisten kann. Ihr solltet Euch einfach mal mehr und besser informieren. Immer höre ich nur von den Kollegen: “Ein Honorar zu zahlen ist mein Kunde nicht bereit.” Natürlich ist der Kunde bereit ein Honorar zu zahlen, nur Ihr müßt erst mal selber davon überzeugt sein. Ich habe das Produkt Nettopolice meinen Kunden vorgestellt und jeder (!) hat seine Altersvorsorge umgestellt. Jeder heißt, vom Azubi über die Verkäuferin bis hin zum Finanzbeamten. Und jeder hat das Honorar akzeptiert, denn es gibt doch auch Möglichkeit ein Honorar ratierlich zu bezahlen. Bevor man gegen ein Produkt wettert, welches für uns absolut stornofrei ist und dem Kunden um einiges mehr an Ablaufleistung bringt, sollte sich jeder Makler, Vermittler etc erst einmal richtig mit diesem Thema befassen. Honorarberatung, Honorarvermittlung und Nettotarife sind die Zukunft für uns. Oder wollt Ihr auf Dauer immer von geborgtem Geld leben und hoffen, daß der Kunde innerhalb der Stornofrist den Vertrag ja nicht ändert? Ich kann nur jedem den Tipp geben, informiert Euch genau über das Produkt Nettopolice. Es ist unsere Zukunft und die unserer Kunden.

    Kommentar von Petra — 14. August 2013 @ 12:02

  19. Versicherungsmaklerbureau: Da Sie vermutlich Versicherungs/-Honorberater sind, ist klar, dass Sie zu diesem “Ergebnis” kommen. Auch ich lasse jedem meiner Kunden die Wahl zwischen Honorar und Courtage. Komischerweise ist niemand bereit, ein Honorar zu bezahlen. Wie machen Sie das eigentlich bei Kunden, die sich nur im Sachbereich beraten lassen wollen. Nehmen Sie da auch einen Stundensatz von 120- 150 Euro? Mich würde generell mal interessieren, wieviele der hochgepriesenen Honorarberater von Ihren Honorar auch leben können. Ich möchte nicht wissen, wieviele da am Existenzminimum herumkrebsen und Beratungen absichtlich in die Länge ziehen, um ein höheres Honorar kassieren zu können.
    Zu Paderborn: Ich wüsste nicht, wovon ich mich frei machen sollte. Ich lasse mir von keinem Versicherer Vorschriften machen, Versicherer, die Mindestumsätze verlangen, werden von mir gar nicht oder, falls nötig, nur über Maklerpools angeboten. Wenn Sie gegen Honorar arbeiten möchten, bitte sehr, tun Sie es. Ich kann als
    gelernter Betriebswirt auch allen versichern, daß ich weiß, wass eine Kosten-Nutzung ist. Schon traurig, wie Sich hier “Kollegen” mal wieder gegenseitig zerfleischen, anstatt zusammenzuhalten. Da gönnt der eine dem anderen nicht das Schwarze unter den Fingernägeln. Merkt Ihr eigentlich nicht, dass Politik und “Ver-
    braucherschützer” hier immer wieder versuchen, uns gegeneinander auszuspielen? Scheint aber prächtig zu funktionieren.

    Kommentar von Stefan — 14. August 2013 @ 11:24

  20. Ich bin selbst leider Verischerungsmakler und bin für das Provisionsverbot. Leider verstehen die meisten Makler diesen Vorteil nicht. Macht Euch endlich frei von der Bevormundung durch die Versicherer… versteht endlich, wenn das Provisionsverbot gilt, sind wir endlich frei!

    Liebe Grüße aus Paderborn!

    Kommentar von Helmut Wand — 14. August 2013 @ 09:12

  21. Die Frage die sich doch eigentlich für den Kunden stellen sollte ist: “Ist mein Makler Kompetent, berät er mich gut?” Warum sollte eine andere Vergütungsform, eine bessere Beratung garantieren? Das ist doch eigentlich das Hauptargument, das die Regierung in der Honorarberatung anführt. Wenn ich als Makler gute Produkte auswähle, die zum Kunden passen und mit denen der Kunde seine Ziele erreicht, denke ich ist die Vergütungsform zweitrangig. Es gibt bei beiden Vergütungssystemen Produkte (mehr sogar in der Provisonsberatung) mit denen ich dies erreichen kann.

    Kommentar von Ralf — 14. August 2013 @ 08:57

  22. @Versicherungsmaklerbureau Das Problem ist, dass viele in unserem Metier ja noch nicht einmal wissen, was eine Kosten-Nutzen-Rechnung ist, geschweige denn, wie man eine erstellt.

    Kommentar von Marcus — 13. August 2013 @ 23:06

  23. Einen guten Abend in die Runde, da sind ja bereits mit 2 Kommentaren gleich 95% des deutschen Vermittlerfeldes abgedeckt.
    @Frank: das Datum zur Umsetzung der EU Vermittlerreform war der 22.05.2007 und die Dokumentationspflicht besagt, dass der Vermittler dem Kunden schriftlich zu bestätigen hat, d a s und w a s er beraten hat. Zur gegenseitigen Sicherheit kann und sollte er sich das Beratungsprotokoll gegenzeichnen lassen aber schuldig ist der das von sich selber unterschriftlich gegengezeichnete Protokoll!!!
    @Stefan: Sie schreiben leider nichts dazu, wie Sie die 99% ermitteln. Wenn ich meinen Mandanten die Kosten-Nutzenrechnung gegenüberstelle entscheiden sich komischerweise um die 50% für einen Nettotarif p l u s Honorar. Die Herren Beenken, Fiala, Schwintowski u.W. können nicht oft genug auf die eine oder andere Besonderheit hinweisen. Den einen oder anderen wird erst ein Schadenfall zum Nachdenken anregen müssen.
    Einen schönen Abend wünscht
    -Ihr Versicherungsmaklerbureau-

    Kommentar von Versicherungsmaklerbureau — 13. August 2013 @ 20:29

  24. Immer der selbe Mist von aus Steuergeldern bezahlten Verkomplizierern. Die müssen sich wohl immer mal wieder begründen. Ich erinnere mich noch gut an die Einführung der neuen Beratungsregeln 2008 unter der Flagge Verbraucherschutz ( Dokumetationsspflichten, Protokollpflichten, etc. ) und der Kunde muss alles bestätigen. Tut er auch, nur ohne sich das alles durchzulesen. Alles nur ein großer Aufwand. Profitieren tun wieder nur so unsägliche Juristen, die aus kleinsten Formfehlern dann irre Ansprüche ableiten.

    Mein Wunsch: Die Parlamentarier dürfen mal zwei Jahre keine neuen Gesetze machen.

    Kommentar von Frank — 13. August 2013 @ 17:13

  25. Nachdem die Nettopolice bei Maklern ein Nischendasein fristet (wass für eine Überraschung!) kommt jetzt wieder die Angstmacherei. Herr Professor: Ihr
    Hinweis auf §63 VVG ist so unnötig wie ein Kropf. Sie müssen mir nicht erklären, “dass ich die Bedürfnisse und Wünsche” meiner Kunden zu berücksichtigen habe. 99% der Kunden wünschen keine Honorarberatung, da können Sie
    mit dem Schlagwort “Haftung” Panik machen, wie Sie wollen. Es gibt für mich nichts schlimmeres, als diese unsäglichen Theoretiker, die keine Ahnung von der Praxis haben, aber meinen, mir laufend meinen Beruf erklären zu müssen.

    Kommentar von Stefan — 13. August 2013 @ 16:26

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