Anzeige
Anzeige
9. Dezember 2013, 11:13
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Kommen Teile der IMD-2-Richtlinie durch die Hintertür?

Die anstehenden Richtlinien MIFID II mit dem Fokus auf Banken, IMD 2 mit dem Schwerpunkt Versicherungsvertrieb und die PRIPs-Verordnung, die einheitliche Basisinformationsblätter zu Anlageprodukten vorsieht, sorgen für reichlich Diskussionsstoff im Finanzsektor.

Gastbeitrag von Mario Gärtner, Versicherungsforen Leipzig

Versicherungsvertrieb

Immer häufiger hört man aus EU-Kreisen, dass mit MIFID II auch schon Teile der IMD 2 vorweggenommen werden.

Der für die IMD 2 (Insurance Mediation Directive) federführende Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON) berät derzeit über die Richtlinie. Erst nach dessen finaler Positionierung erfolgt die Abstimmung zwischen EU-Parlament, Kommission und Rat. Ein Ergebnis noch vor der Europawahl Ende Mai 2014 halten Insider mittlerweile für unwahrscheinlich.

Kommen Teile des IMD 2 mit MIFID II?

Wer denkt, die mit der IMD 2 und dem Versicherungsvertrieb verbundenen Themen wie die angedachte Pflicht zur Provisionsoffenlegung oder sogar ein Provisionsverbot für unabhängige Beratung sowie die vorgesehenen Weiterbildungsverpflichtungen für Mitarbeiter im Vertrieb und in vertriebsnahen Bereichen rücken damit in weite Ferne, liegt möglicherweise falsch.

Immer häufiger hört man aus EU-Kreisen, dass mit der Finanzmarktrichtlinie MIFID II, die wohl sicher in den nächsten Wochen verabschiedet werden dürfte, auch schon Teile der IMD 2 vorweggenommen werden.

Darunter könnte die Regelung für die unabhängige Beratung fallen, die dann wohl nicht mehr gegen Provision möglich sein wird. Ein weiteres Instrument der EU, um Themen noch vor der Wahl und mit direkter Wirkung umzusetzen, ist die geplante Verordnung zu Packaged Retail Investment Products (PRIPs). Diese wurde bereits am 20. November vom EU-Parlament verabschiedet.

Pflicht zur Provisionsausweisung

Nach Bestreben des Parlaments soll es neben einer zwei A4-Seiten umfassenden Produktinformation ein weiteres Beiblatt geben, in dem unter anderem auch Provisionen auszuweisen sind. Unter den Anwendungsbereich der Verordnung würde nach bisherigem Stand auch die klassische Lebensversicherung fallen.

Mit dem Beschluss des Parlaments ist das letzte Wort zwar noch nicht gesprochen – es stehen nun noch Verhandlungen mit dem EU-Ministerrat und der EU-Kommission an – aber die aktuellen Erwägungen verdeutlichen, dass mit bestimmten den Versicherungsvertrieb betreffenden Themen womöglich schon bald zu rechnen ist; auch wenn sich die Umsetzung der IMD 2 noch weiter verschieben sollte.

Und da aktuell weitere Fehlentwicklungen im Finanz- und Versicherungsvertrieb öffentlich werden, erschwert dies den Kampf derjenigen, die einer Überregulierung entgegenwirken wollen und dabei auf die Zeit und die Selbstheilungskräfte der Branche setzen.

Wie geht es nun weiter mit der Regulierung?

Für die Versicherungsunternehmen und Vermittlerbetriebe sind verlässliche Rahmenbedingungen eine wesentliche Entscheidungsgrundlage für das unternehmerische Handeln.

Denn welcher Maklerbetrieb stellt heute beispielsweise noch einen Auszubildenden ein, wenn er morgen möglicherweise keine Courtagen für Lebensversicherungen beziehen darf?

Autor Mario Gärtner ist Leiter Kompetenzfeld Versicherungsvertrieb bei den Versicherungsforen Leipzig.

Foto: Versicherungsforen Leipzig

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset-Fonds - Digitalisierung - Kfz-Policen - Spezialitätenfonds - Robo Advice - Wohnimmobilien

Ab dem 15. September im Handel

Rendite+ 3/2016 "Immobilien"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Deutschlands beste Wohnimmobilien-Standorte - Marktreport Anlageimmobilien - Aktuelle Baufinanzierungstrends - Mietrecht etc.


Ab dem 1. September im Handel.

Versicherungen

20. DKM: Im Zeichen der Weiterbildung

Vom 25. bis 27. Oktober 2016 findet die DKM in den Dortmunder Westfallenhallen statt. Bei der 20. Auflage der DKM soll Weiterbildung im Zentrum stehen.

mehr ...

Immobilien

USA: Neubauverkäufe sinken weniger als erwartet

Nach einem starken Anstieg der Neubauverkäufe in den USA im Monat Juli hatten Volkswirte mit einem Rückgang im August gerechnet. Dieser fiel allerdings geringer aus als erwartet.

mehr ...

Investmentfonds

AllianzGI baut Angebot an Liquid Alternatives aus

Liquid Alternatives kommen immer mehr im Mode. Diesen Trend hat auch AllianzGI auf Frankfurt erkannt und erweitert seine Produktpalette.

mehr ...

Berater

“Vertriebspartnern einen Mehrwert bieten”

Die erste SalesNight findet vor dem Warm-up zur DKM am 25. Oktober 2016 in den Westfalenhallen in Dortmund statt. Cash. hat mit Vertriebsexperte Andreas Buhr und Hans-Gerd Coenen, Vertriebschef des BGV / Badische Versicherungen, über die gemeinsame Veranstaltungsreihe gesprochen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Jamestown gibt neuen Publikums-AIF in den Vertrieb

Der US-Spezialist Jamestown startet den Vertrieb des alternativen Investmentfonds (AIF) Jamestown 30. Er soll in Büro-, Einzelhandels- und Mietwohnobjekte in bedeutenden Großräumen der USA investieren.

mehr ...

Recht

Massenkündigungen von Bausparverträgen: Nicht nur juristisches Problem

Die niedrigen Zinsen veranlassen viele Bausparkassen zur Kündigung von Bausparverträgen. Die Kündigungswelle wirft nicht nur juristische Fragen auf, sondern hat auch wirtschaftliche Konsequenzen.

mehr ...