17. Juni 2015, 10:30

Honorarberatung: Wollen Sie das wirklich?

Zwar gibt es die Honorarberatung schon lange und sie hat ihre Daseinsberechtigung. Das Courtagemodell kann und darf sie jedoch niemals ersetzen, meint Versicherungsmakler Peter Przybilla.

Kommentar von Peter Przybilla, Hengstenberg & Partner

Honorarberatung: Wollen Sie das wirklich?

Peter Przybilla: “Wenn Sie einen Vorteil der Honorarberatung für Kunden und Berater finden, lassen Sie es mich wissen. Ich konnte noch keinen entdecken.”

Wenn man die Presseberichte der letzten Jahre betrachtet, beschleicht einen das Gefühl, dass nur zwei Gruppen nach der Honorarberatung schreien: Zum einen sind das die Verbraucherschützer, die sich selbst mehr Umsatz für ihre Handvoll Honorarberater erhoffen. Zum anderen sind das inkassonahe Berater, die sich mehr Umsatz für das Inkassobüro erhoffen.

Honorarberatung gibt es schon lange und es wird sie immer geben. Für den Großmakler der seinen Industriekunden betreut, für einzelne Nebendienstleistungen oder das Vermitteln von courtagefreien Verträgen ist sie sinnvoll. Aber ansonsten? Es gibt viel zu wenige Honorarberater um die Vorsorgebedürfnisse abdecken zu können. Und das hat gute Gründe.

Wollen wir das wirklich?

Seit einiger Zeit tourt der Brite Garry Heath durch Europa und versucht zu überzeugen, dass die Honorarberatung wenig sinnvoll ist, um die unumstritten notwendige Altersvorsorge unter die Menschen zu bringen.

Die Resultate der Abschaffung des Courtagemodells in Großbritannien sind verheerend: 13.500 Makler hat der Markt verloren, 16 Millionen Bürger haben keinen Zugang mehr zu Beratung und schon viele Briten sind von Altersarmut betroffen. Nur Reiche können sich die – wenn man es richtig angeht – teure Beratung leisten beziehungsweise besitzen so viel Startkapital, dass der Makler überhaupt dafür arbeiten will und kann.

Sind Honorarberater besser?

Unsere Branche setzt verstärkt auf Qualität. Derzeit durch freiwillige Weiterbildung, wahrscheinlich bald als verbindliche Pflicht. Ein Blick auf die Zahlen der Ausbildungsakademien – wie zum Beispiel die Deutsche Makler Akademie (DMA) – zeigt, wie hoch die Akzeptanz der Weiterbildung ist. Und die Qualität nimmt stetig zu.

Was macht also einen Honorarberater besser? Nur weil er für die Beratungsleistung Geld vom Kunden bekommt? Ich glaube das nicht und wehre mich dagegen. Mal ganz frech: Wenn Sie einen Vorteil der Honorarberatung für Kunden und Berater finden, lassen Sie es mich wissen. Ich konnte noch keinen entdecken.

 

Seite zwei: Wer soll das bezahlen?

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5 Comments

  1. Zitat: “Wenn Sie einen Vorteil der Honorarberatung für Kunden und Berater finden, lassen Sie es mich wissen. Ich konnte noch keinen entdecken.” Dieser Satz disqualifiziert den Autoren als die personifizierte Ahnungslosigkeit.

    Kommentar von Lieres — 18. Juni 2015 @ 10:41

  2. Obwohl Vermögensmanagement mit ETFs und Indexfonds eine der professionellsten und erfolgreichsten Form der Kapitalanlage ist, habe ich leider noch keinen Provisionsmakler KENNENGELERNT, der diese Strategie seinen Mandanten empfohlen hat. Meiner Meinung nach bietet die Honorarberatung dem Mandanten durch den Einsatz von Indexfonds einen entscheidenden Mehrwert für sein Vermögen.

    Kommentar von DOMINIC ROBERT BOSCH — 17. Juni 2015 @ 20:15

  3. man merkt, dass Herr Przybilla sich mit dem Thema und der gesamten Problematik der Branche nicht auseinander gesetzt hat. Das Problem ist nicht der überteuerte Abschluss einer KFZ oder Hausratversicherung. Das Problem ist, dass auch Makler neben Hausrat und Haftpflicht, Kapitalmarktprodukte verkaufen, die sie nicht beurteilen und richtig einschätzen können. Und keiner dieser Makler braucht mir sagen, dass er da im Interesse des Kunden handelt! Es geht hier beim Makler wie bei allen anderen Vermittlern um die Abschlussprovision, die damit erzielbar ist und sonst nichts. Und genau diese Vorgehensweise hat die gesamte Branche da hingeführt, wo sie jetzt steht. Makler sollen für die Absicherung von biometrischen Risiken und Sachrisiken verantwortlich sein und dafür auch weiterhin Ihre Courtage bekommen. Von Kapitalmarktprodukten jeglicher Art inkl. den Altersvosorgeprodukten sollten sie sich zurück halten, den hier richten sie wie die meisten Vermittler durch riskanten und überteurte Produkte enorme Schäden an. S&K, Infinus wurden vor allem von Maklern empfohlen!!!

    Kommentar von Horvat — 17. Juni 2015 @ 15:04

  4. Und wo waren jetzt die Vorteile einer Provision/Courtage und den oft schlechten Vertragsvereinbarungen mit den Versicherern in einem zukünftig stark veränderten Versicherungsmarkt?

    Kommentar von Peter Brückner — 17. Juni 2015 @ 13:55

  5. Da scheint jemand Angst vor Veränderungen zu haben. Immer dann, wenn jemand krampfhaft versucht zu Argumentieren warum alles so bleiben soll wie es ist und nicht einmal den Ansatz von Überlegungen in kauf nimmt, sollte man seine Intensionen hinterfragen.

    Aber danke, dass sich diese Personen bereitwillig selbst entlarven.

    Kommentar von Paul Beck — 17. Juni 2015 @ 10:57

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