AfW begrüßt Verabschiedung der Altervorsorgereform

Norman Wirth, AfW, vor einer weißen Backsteinwand.
Foto: AfW / Bettina Straub
Norman Wirth, AfW: "Beratung als Erfolgsfaktor begreifen – nicht als Kostenproblem."

Der AfW beurteilt die verabschiedete Reform der privaten Altersvorsorge als den Startpunkt für die Modernisierung der privaten Vorsorge – sieht darin jedoch nicht das Ende der politischen Debatte und warnt, dass der Erfolg nun von der konkreten Umsetzung abhängt. 

„Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung begrüßt, dass das Altersvorsorgereformgesetz nach dem Bundestag nun auch den Bundesrat passiert hat“, heißt es in einer Mitteilung des Verbands. Damit sei der parlamentarische Weg für eine Modernisierung der privaten Altersvorsorge frei. Aus Sicht des AfW „entscheidet sich nun in der Umsetzung, ob die Reform tatsächlich bei den Menschen ankommt“.


Das könnte Sie auch interessieren:

Die stärkere Kapitalmarktorientierung und neue Vorsorgemöglichkeiten können dazu beitragen, die private Altersvorsorge wieder attraktiver zu machen, so der Verband. Entscheidend seien nun klare Verordnungsdetails zu den neuen Produkten, zur Zertifizierung, zu Kostenregelungen, zu Wechselmöglichkeiten, zum Umgang mit bestehenden Riester-Verträgen sowie zum Verhältnis von digitalen Abschlusswegen und qualifizierter Beratung.

„Altersvorsorgeentscheidungen wirken über Jahrzehnte. Sie betreffen Förderlogiken, Kapitalmarktrisiken, Garantien, Auszahlungsfragen und bestehende Verträge. Das ist kein einfacher Online-Klick. Wer möchte, dass die neue private Altersvorsorge tatsächlich genutzt wird, muss Beratung als Erfolgsfaktor begreifen – nicht als Kostenproblem“, erklärt Norman Wirth, Geschäftsführender Vorstand des AfW.

Kritik erheblich moderater als vom BVK

Besonders aufmerksam wird der AfW auch die Ausgestaltung des vorgesehenen staatlich organisierten Standardangebots verfolgen, kündigt er an. Wenn ein solches Produkt am Kapitalmarkt investiert, darf aus Sicht des Verbandes nicht der Eindruck entstehen, es sei automatisch sicherer als private Angebote.

„Kapitalmarktrisiken verschwinden nicht dadurch, dass der Staat organisatorisch danebensteht“, heißt es vom AfW. Für alle Angebote müssten daher Transparenz, Verständlichkeit und faire Wettbewerbsbedingungen gelten. Die Vorbehalte des AfW sind damit erheblich moderater als die drastische Kritik des Versicherungsvermittlerverbands BVK.

„Nicht das Ende der politischen Debatte“

Neben den nun erwarteten Verordnungsdetails zum Altersvorsorgereformgesetz richtet sich der Blick des AfW auch auf die angekündigte und mit dem jetzt verabschiedeten Gesetz verzahnte Frühstart-Rente. Der Verband erwartet hierzu kurzfristig einen ersten Gesetzentwurf.

„Die Frühstart-Rente kann ein starkes Signal für mehr Finanzbildung, Kapitalmarktteilhabe und frühzeitige Altersvorsorge sein. Entscheidend ist aber, ob sie wirklich breit und wirksam ausgestaltet wird. Wenn es ernsthaft um Teilhabe am Kapitalmarkt geht, sollte die Politik prüfen, möglichst viele Kinder und Jugendliche von Beginn an einzubeziehen, satt sukzessive die jeweils jüngste Alterskonhorte und die Frühstart-Rente mit echter Finanzbildung zu verbinden“, so Wirth.

Der AfW sieht in der Reform nicht das Ende der politischen Debatte, sondern den Beginn einer entscheidenden Umsetzungsphase. „Beratung, fairer Wettbewerb und eine überzeugende Frühstart-Rente müssen jetzt im Mittelpunkt stehen“, fordert er. Nur dann werde aus dem Gesetz ein echter Fortschritt für Verbraucherinnen und Verbraucher.

Weitere Artikel
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Comments
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen