Airbus und Boeing steigern Auslieferungen - FACC baut Kapazitäten aus

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Airbus und Boeing melden Zahlen
Bild: KI-generiert
Airbus und Boeing legen Quartalszahlen vor. Die Entwicklung beeinflusst FACC, dessen Kapazitäten und Auslieferungen.

Airbus steigert Umsatz und Bestellungen, Boeing verringert seinen Verlust. Für den Zulieferer FACC ist vor allem die Entwicklung bei Airbus entscheidend. Welche Programme und Bauteile dabei eine Rolle spielen, zeigt der Blick in die Lieferketten.

Die beiden größten Flugzeughersteller der Welt haben Ende Oktober aktuelle Geschäftszahlen veröffentlicht. Für den österreichischen Luftfahrtzulieferer FACC sind die Entwicklungen beider Konzerne von Bedeutung. Besonders eng sind die Geschäftsbeziehungen zu Airbus, dem weltweit führenden Hersteller bei den Auslieferungen von Verkehrsflugzeugen.

Airbus meldet Auftragsbestand

Airbus hat in den ersten neun Monaten 2026 seinen Umsatz um 6,8 Prozent auf 50,6 Milliarden Euro gesteigert. Das bereinigte EBIT stieg von 4,1 auf 4,5 Milliarden Euro, das berichtete EBIT von 3,4 auf 4,6 Milliarden Euro. Der Nettogewinn erhöhte sich um 36 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro.

Deutlich zugelegt hat das Neugeschäft. Von Januar bis September verbuchte Airbus 1.105 Nettobestellungen für Verkehrsflugzeuge, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum (514). Der Auftragsbestand belief sich Ende September auf 9.310 Maschinen. Gemessen an den für 2026 geplanten Auslieferungen entspricht das rechnerisch gut zehn Jahresproduktionen.

Bis Ende September lieferte Airbus 547 Verkehrsflugzeuge aus, nach 507 im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern rund 870 Auslieferungen und ein bereinigtes EBIT von etwa 7,5 Milliarden Euro.

Bei der A320-Familie, auf die 78 Prozent der bisherigen Auslieferungen entfielen, soll die monatliche Fertigungsrate bis Ende 2027 auf 70 bis 75 Maschinen steigen und danach bei 75 stagnieren. Beim Langstreckenflugzeug A350 strebt Airbus für 2028 zwölf Maschinen pro Monat an.

Boeing: Verluste deutlich verringert

Boeing steigerte seinen Umsatz in den ersten neun Monaten um acht Prozent auf fast 71 Milliarden Dollar. Der Nettoverlust ging auf 551 Millionen Dollar zurück, nach fast sechs Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Damals hatte eine Belastung beim Programm 777X das Ergebnis stark belastet.

Die operative Marge des Konzerns lag bei 1,3 Prozent. Im Geschäft mit Verkehrsflugzeugen blieb sie mit minus 5,0 Prozent negativ. Boeing lieferte bis Ende September 475 Verkehrsflugzeuge aus (Vorjahresquartal: 440). Der konzernweite Auftragsbestand erreichte mit über 745 Milliarden Dollar einen Rekordwert.

FACC: Airbus ist wichtigster Kunde

Für FACC (ISIN: AT00000FACC2) ist Airbus der wichtigste Kunde. Allein die A320-Familie stand im ersten Halbjahr für rund 39 Prozent des Konzernumsatzes, die A350 für weitere 12 Prozent.

Der österreichische Konzern liefert zahlreiche Leichtbaukomponenten für die Kurz- und Langstreckenflugzeuge des europäischen Herstellers. Die Zusammenarbeit erstreckt sich über mehrere Flugzeugprogramme und unterschiedliche Produktgruppen. Dazu zählen aerodynamische Bauteile, Komponenten der Flugzeugstruktur sowie Teile der Kabinenausstattung.

Ein anschauliches Beispiel sind die sogenannten Sharklets der A320-Familie. Diese nach oben gebogenen Flügelspitzen verbessern die Aerodynamik und verringern dadurch den Treibstoffverbrauch. FACC fertigt die rund 2,5 Meter hohen Bauteile aus Faserverbundwerkstoffen am Hauptsitz in Ried im Innkreis und liefert sie direkt an die Airbus-Endmontagelinien.

Auch beim Langstreckenmodell A350 ist FACC stark vertreten. Neben Strukturbauteilen und Kabinenkomponenten fertigt das Unternehmen sogenannte Translating Sleeves. Dabei handelt es sich um bewegliche Teile der Triebwerksverkleidung, die zur Schubumkehr gehören. Nach der Landung fahren sie nach hinten und lenken den Luftstrom so um, dass das Flugzeug abgebremst wird. Die Herstellung stellt besonders hohe Anforderungen an Materialqualität, Präzision und Belastbarkeit.

Dieselben Bauteile liefert FACC auch für die Boeing 787 Dreamliner. Abnehmer ist in beiden Fällen nicht der Flugzeughersteller selbst, sondern der Systemlieferant Collins Aerospace. Direkt an Boeing liefert FACC unter anderem Spoiler für die 787.

Die Geschäftsbeziehungen bestehen also nicht ausschließlich direkt mit Airbus und Boeing. FACC arbeitet auch mit großen Systemlieferanten und Triebwerksherstellern wie Collins Aerospace, Rolls-Royce und Pratt & Whitney zusammen. In Indien lässt FACC Verbundwerkstoff-Bauteile für Airbus vom Partner Kineco Aerospace fertigen. Dadurch ist das Unternehmen über mehrere Stufen der internationalen Lieferkette in wichtige Flugzeugprogramme eingebunden.

Um die steigenden Stückzahlen bewältigen zu können, baut FACC seine Kapazitäten aus. Im kroatischen Jakovlje wurde ein zusätzliches Werk eröffnet, in das insgesamt 36 Millionen Euro flossen. Am Standort St. Martin in Oberösterreich sind für ein neues Werk 120 Millionen Euro vorgesehen.

Weitere Hinweise auf die Geschäftsentwicklung dürfte der 11. November 2026 liefern. Dann will FACC seine Neunmonatszahlen veröffentlichen.

Autorin Dr. Eva Reuter ist Geschäftsführerin Dr. Reuter Investor Relations.

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