Alibaba liefert heute vor der US-Eröffnung die Q1-Zahlen und einen neuen Ausblick. Dabei baut sich der Konzern zunehmend zum KI-Infrastruktur-Unternehmen um und investiert massiv in Modelle, Cloud-Infrastruktur und strategische Partnerschaften. Mit einer aggressiven Full-Stack-Strategie in Bereichen wie Chips, Cloud und KI-Modellen versucht Alibaba, das schwächelnde Kerngeschäft in China auszugleichen und sich langfristig als führender KI-Player in Asien zu positionieren.
Doch genau hier wird der Markt zunehmend kritischer. Die Zeit der reinen KI-Visionen scheint vorbei zu sein, jetzt zählen echte Zahlen. Hohe KI-Ausgaben treffen bislang auf eine noch begrenzte Monetarisierung, was bei vielen Anlegern für Skepsis sorgt. Das zeigt sich auch im Aktienkurs. Während Amazon seit Jahresbeginn rund 15 Prozent zulegt und Alphabet sogar 22 Prozent gewinnt, liegt Alibaba rund 8 Prozent im Minus und notiert weiterhin mehr als 50 Prozent unter dem Rekordhoch.
Für Alibaba wird jetzt vor allem entscheidend, wie schnell sich die hohen KI-Investitionen in gewinnbringende Umsätze verwandeln lassen. Gleichzeitig bremsen die US-Sanktionen beim Zugang zu modernster Halbleitertechnologie und zwingen den Konzern zur Neuausrichtung seiner Entwicklungs- und Beschaffungsstrategie. Regional funktioniert das Modell bislang allerdings gut. Während AWS, Azure und Google den Westen dominieren, entwickelt sich Alibaba Cloud zunehmend zum asiatischen Gegengewicht.
Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.












