Geldanlage wird zur Generationenfrage: Junge investieren anders

Foto: BarmeniaGothaer
Anton Buchhart: "Wir sehen, dass sich die Geldanlage entlang der Generationen ausdifferenziert."

Die Geldanlage in Deutschland entwickelt sich zunehmend entlang von Altersgruppen. Eine aktuelle Studie zeigt deutliche Unterschiede bei Anlageformen, Zugängen und Prioritäten.

Die Geldanlage in Deutschland differenziert sich zunehmend nach Altersgruppen. Das zeigt eine aktuelle Anlegerstudie der BarmeniaGothaer, die gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführt wurde. Während jüngere Anleger häufiger auf Kapitalmarktprodukte und digitale Zugänge setzen, bevorzugen ältere Generationen weiterhin klassische Anlageformen und persönliche Beratung.

Bereits bei den Anlageformen zeigen sich deutliche Unterschiede. So investieren Jüngere häufiger in Fonds und Aktien als ältere. Insgesamt hat die Bedeutung dieser Anlageklassen in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen. Seit 2018 ist der Anteil der Fondsanleger um 18 Prozentpunkte auf 38 Prozent gestiegen, bei Aktien um 17 Prozentpunkte auf 35 Prozent. Besonders dynamisch entwickeln sich ETFs: Während 2024 rund ein Drittel der Anleger diese im Portfolio hatte, ist es 2026 bereits jeder Zweite.


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Auch bei risikoreicheren Anlagen werden die Generationenunterschiede deutlich. Unter den unter 30-Jährigen investieren 19 Prozent in Kryptowährungen, bei den über 60-Jährigen sind es lediglich zwei Prozent. Ältere setzen dagegen stärker auf Immobilien, Lebensversicherungen sowie Fest- und Tagesgeld, insbesondere in der Altersgruppe zwischen 45 und 59 Jahren.

„Wir sehen, dass sich die Geldanlage entlang der Generationen ausdifferenziert“, sagt Anton Buchhart, Vorstand der BarmeniaGothaer Asset Management. „Bedürfnisse, Risikobereitschaft und Zugänge unterscheiden sich deutlich. Deshalb braucht es Lösungen, die Menschen über ihre gesamte Lebensphase hinweg begleiten.“

Nachhaltigkeit und Risikobereitschaft variieren

Auch beim Thema Nachhaltigkeit zeigen sich Unterschiede. 67 Prozent der unter 30-Jährigen messen nachhaltigen Kriterien eine hohe Bedeutung bei. Bei den über 60-Jährigen sind es 54 Prozent. In den mittleren Altersgruppen fällt die Zustimmung geringer aus: 49 Prozent bei den 30- bis 44-Jährigen und 44 Prozent bei den 45- bis 59-Jährigen.

Die höhere Relevanz zeigt sich auch in der Bereitschaft, auf Rendite zu verzichten. 65 Prozent der unter 30-Jährigen würden zugunsten nachhaltiger Anlagen Einbußen in Kauf nehmen. Im Durchschnitt aller Befragten liegt dieser Anteil bei 51 Prozent.

Digitale Zugänge gewinnen an Bedeutung

Neben den Anlageformen unterscheiden sich auch die Zugangswege. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen nutzen 43 Prozent digitale Plattformen, 31 Prozent investieren über Online-Broker. Bei den über 60-Jährigen dominiert dagegen die klassische Bank mit 70 Prozent als wichtigster Zugang.

„Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Wege zur Geldanlage deutlich unterscheiden“, sagt Buchhart. „Digitale Angebote erleichtern den Einstieg, persönliche Beratung bleibt jedoch insbesondere bei langfristigen Entscheidungen ein wichtiger Faktor.“

Trotz aller Unterschiede eint die Generationen ein zentrales Thema: Sicherheit bleibt der wichtigste Aspekt der Geldanlage. 47 Prozent der Befragten priorisieren diesen Faktor, deutlich vor Flexibilität mit 26 Prozent und Rendite mit 13 Prozent. Unterschiede zeigen sich jedoch im Detail. Ältere Anleger gewichten Flexibilität stärker, während jüngere der Rendite mehr Bedeutung beimessen.

Hybride Modelle gewinnen an Relevanz

Vor diesem Hintergrund rückt ein Zusammenspiel aus digitalen Lösungen und persönlicher Beratung in den Fokus. Digitale Angebote schaffen niedrigschwellige Zugänge und Transparenz, während Beratung insbesondere bei komplexeren Entscheidungen weiterhin eine zentrale Rolle spielt.

Auch technologische Entwicklungen wie KI-gestützte Analysen können die Auswahl von Investments unterstützen. Gleichzeitig stoßen rein digitale Lösungen an Grenzen, wenn es um individuelle Ziele und Risikoprofile geht. Eine strukturierte Beratung bleibt daher ein wichtiger Bestandteil der Anlageentscheidung.

„Die Zukunft der Geldanlage ist kein Entweder-oder“, sagt Buchhart. „Digitale Zugänge schaffen Transparenz, persönliche Beratung sorgt für Orientierung. Unser Anspruch ist es, Menschen entlang ihrer Lebensphase zu begleiten und digitale Möglichkeiten mit persönlicher Beratung zu verbinden.“

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