Der Staat fordert mehr auf, privat mehr für’s Alter zurückzulegen. Doch die hohe Inflation und hohe Abgaben- und Steuerlast zwingen die Menschen, die Prioritäten anders zu legen: So sorgen 41 Prozent der Menschen in Deutschland wegen der starken Preissteigerungen der vergangenen Jahre nach eigenen Angaben weniger für den Ruhestand vor. Das zeigt der bevölkerungsrepräsentative AXA Vorsorge Report auf Basis einer YouGov-Umfrage unter 2.044 Personen. Nach Angaben der Axa ist das der höchste Wert seit der ersten Erhebung im Jahr 2023. Damals lag der Anteil bei 32 Prozent, 2024 bei 38 Prozent und im vergangenen Jahr bei 40 Prozent.
„Die private Altersvorsorge in Deutschland leidet unter den Preissteigerungen der letzten Jahre. Die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge war daher dringend nötig. Durch sie können wir vielen Sparerinnen und Sparern attraktivere Angebote mit besseren Renditechancen machen“, so Karsten Dietrich, Vorstand Personenversicherung Axa Deutschland.
Ende März hat der Bundestag die Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge beschlossen. Ab Januar 2027 soll das neue Altersvorsorgedepot das bisherige Angebot der sogenannten Riester-Rente ablösen.
Private Altersvorsorge bleibt lückenhaft
52 Prozent der Bevölkerung geben an, regelmäßig in die private Altersvorsorge zu investieren. Damit ist der Anteil im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, als es 50 Prozent waren. Gleichzeitig sagt gut ein Drittel der Befragten, überhaupt nicht privat für den Ruhestand zu sparen.
13 Prozent investieren derzeit monatlich weniger als 100 Euro in ihre private Altersvorsorge. 15 Prozent legen zwischen 100 und 200 Euro zurück, zehn Prozent zwischen 200 und 300 Euro. Fünf Prozent sparen 300 bis 400 Euro pro Monat, neun Prozent mehr als 400 Euro.
Beim Blick auf die Verantwortung für die Altersvorsorge setzen viele weiterhin auf den Staat. 35 Prozent sagen, dass er die Hauptverantwortung trägt. Unter den 18- bis 24-Jährigen ist dieser Anteil mit 40 Prozent noch höher.
Wer Verantwortung trägt und woran es fehlt
„Dabei ist es die junge Generation, die unter dem aktuellen gesetzlichen Rentensystem besonders leiden muss. Sie muss heute die Ausgaben für unsere alternde Gesellschaft stemmen, obwohl sie zukünftig nur noch eine deutlich geringere Rente vom Staat zu erwarten hat. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung der jungen Menschen immer weiter. Sie werden länger von einer geringeren gesetzlichen Rente leben müssen, die schon heute nicht mehr ausreicht, um den Lebensstandard zu halten. Daran wird keine Rentenreform etwas ändern. Umso wichtiger ist es, in die eigene private Altersvorsorge zu investieren. Nur die sichert ein Leben lang zusätzlich ab“, so Dietrich weiter.
31 Prozent sehen die Verantwortung dagegen bei Staat, Unternehmen und Bürgern gemeinsam, etwa auch über die betriebliche Altersversorgung. 51 Prozent sagen zudem, dass sie sich nicht ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlassen. Die Hälfte der Bevölkerung gibt an, gern mehr für den Ruhestand sparen zu wollen, es sich aber finanziell nicht leisten zu können. 16 Prozent räumen ein, zu wenig vorzusorgen, obwohl sie finanziell dazu in der Lage wären.
Konsumverzicht für mehr Vorsorge
Wer mehr Geld für die Altersvorsorge aufbringen möchte, würde nach eigener Aussage vor allem bei Restaurantbesuchen, Ausgehen und Liederdiensten sparen. 31 Prozent nennen diesen Bereich. 30 Prozent würden Ausgaben für Konsum wie Kleidung oder Technik kürzen, 21 Prozent bei Reisen und Urlauben. Zugleich wächst der Optimismus mit Blick auf den Ruhestand.
54 Prozent sagen inzwischen, dass sie eher mit Freude auf diese Lebensphase blicken. Im vergangenen Jahr waren es noch 49 Prozent. Besonders ausgeprägt ist dieser Wert bei Menschen, die regelmäßig privat vorsorgen. In dieser Gruppe blicken 57 Prozent mit Freude auf den Ruhestand. Im vergangenen Jahr lag der Anteil noch bei 54 Prozent.














