Altersvorsorgedepot 2027: Drei Viertel der Vermittler wollen es anbieten

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Montage aus altem Vertragsstapel und neuem Depot-Ordner vor aufsteigender Kurve und Behördengebäude.
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Mit dem Start 2027 stellt sich auch die Frage, wie viele bestehende Riester-Verträge ins neue Depot überführt werden.

Die Mehrheit der Versicherungsvermittler will das neue Altersvorsorgedepot aktiv anbieten - erwartet aber hohen Beratungsaufwand. Das zeigt eine BVK-Blitzumfrage unter 823 Mitgliedern. Wie groß die Zustimmung zur Frühstartrente ausfällt und wie viele Riester-Verträge ins neue Depot wandern könnten.

Drei von vier Versicherungsvermittlern (75 Prozent) wollen das Altersvorsorgedepot 2027 aktiv anbieten, sobald es eingeführt wird. Das zeigt eine Blitzumfrage des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), die der Verband am 27. Oktober veröffentlicht hat. Dafür befragte der Verband vom 12. bis 21. Oktober 823 Versicherungs- und Finanzvermittler zu ihrer Einschätzung der geplanten Reform der privaten Altersvorsorge.

Lediglich 10,2 Prozent der Teilnehmer lehnen den Vertrieb des neuen Depots ab, 12,8 Prozent haben sich noch nicht festgelegt. Auch die Reform insgesamt bewerten die Vermittler mehrheitlich positiv: 55 Prozent äußern sich zustimmend, 31 Prozent neutral und 13,3 Prozent ablehnend.

Noch breitere Zustimmung findet die geplante Frühstartrente. 64,2 Prozent der Befragten wollen sie aktiv anbieten, 20,1 Prozent sind unentschlossen. 15 Prozent planen derzeit kein entsprechendes Angebot.

AngebotZustimmungUnentschlossenAblehnung
Altersvorsorgedepot aktiv anbieten75,0 Prozent12,8 Prozent10,2 Prozent
Reform der Altersvorsorge insgesamt55,0 Prozent31,0 Prozent13,3 Prozent
Frühstartrente aktiv anbieten64,2 Prozent20,1 Prozent15,0 Prozent
Quelle: BVK, Blitzumfrage Oktober 2026

BVK-Präsident Heinz: Reform ist Chance, Beratung wird zur Herausforderung

BVK-Präsident Michael H. Heinz ordnet die Ergebnisse ein. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Vermittler die Reform der privaten Altersvorsorge grundsätzlich unterstützen“, sagt er. Die stärkere Kapitalmarktorientierung und die neuen Förderansätze bewertet er als Chance, zusätzliche Sparerinnen und Sparer für den langfristigen Vermögensaufbau zu gewinnen.

Gleichzeitig zeige sich laut Heinz, dass die praktische Umsetzung die Beratung vor erhebliche Herausforderungen stellt. Genau dort setzt die Umfrage mit weiteren Fragen an.

Diese Hürden erschweren die Beratung zum Altersvorsorgedepot 2027

Bei der Beratung zum Altersvorsorgedepot 2027 sehen die Vermittler mehrere Hürden. Als größte Herausforderung nennen 57,3 Prozent den Wettbewerb mit anderen Anlageformen. Jeweils 51,7 Prozent tun sich zudem schwer damit, die neuen Produkte verständlich zu erklären oder bürokratische Vorgaben zu bewältigen.

Die Erläuterung der Förderregelungen stufen 50,2 Prozent als anspruchsvoll ein, die Komplexität der Produkte 47,5 Prozent. Betriebswirtschaftliche Bedenken äußern 36,1 Prozent der Befragten, rechtliche Fragestellungen nennen 26,2 Prozent als Hürde.

Herausforderung in der BeratungAnteil der Vermittler
Wettbewerb zu anderen Anlageformen57,3 Prozent
Verständliche Erklärung der neuen Produkte51,7 Prozent
Bürokratische Anforderungen51,7 Prozent
Erläuterung der Förderregelungen50,2 Prozent
Produktkomplexität47,5 Prozent
Betriebswirtschaftliche Bedenken36,1 Prozent
Rechtliche Fragestellungen26,2 Prozent
Quelle: BVK, Blitzumfrage Oktober 2026

Heinz kritisiert in diesem Zusammenhang einen Widerspruch in der politischen Umsetzung. „Dass mit der neuen Fördersystematik der Beratungsbedarf steigen wird, ist unter Fachleuten unbestritten“, betont er. „Umso unverständlicher ist, dass sich Gesetzgeber und Versicherungswirtschaft zugleich für beratungsfreie Standardlösungen ausgesprochen haben.“


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Riester-Umdeckungen ins Altersvorsorgedepot bleiben wohl überschaubar

Ein weiteres Ergebnis betrifft mögliche Umschichtungen aus bestehenden Riester-Verträgen in das Altersvorsorgedepot 2027. Größere Umdeckungen erwarten laut Umfrage nur 27,2 Prozent der Vermittler, während 44 Prozent von einem geringen Ausmaß ausgehen. Keine nennenswerten Verschiebungen erwarten 7,5 Prozent, und 21,3 Prozent sehen derzeit keine hinreichende Basis für eine Einschätzung.

Zusätzliches Neugeschäft durch das neue Depot sehen 16 Prozent der Befragten, 15 Prozent können die Chancen noch nicht abschätzen. Knapp die Hälfte (46,6 Prozent) rechnet sogar mit beidem: neuen Kunden und Umdeckungen aus laufenden Riester-Verträgen. Damit zeichnet sich das Altersvorsorgedepot für einen Teil der Vermittler als möglicher Riester-Nachfolger ab, auch wenn der Umfang der Umdeckungen laut BVK-Umfrage insgesamt überschaubar bleiben dürfte.

So lief die BVK-Befragung ab

An der Online-Befragung nahmen 823 Versicherungs- und Finanzvermittler teil, die rund 14 Fragen beantworteten. Davon waren 86,7 Prozent Ausschließlichkeitsvertreter, 6,3 Prozent Versicherungsmakler und 4,8 Prozent Mehrfachvertreter. Die Mehrheit der Befragten verfügt über 20 bis mehr als 30 Jahre Vertriebserfahrung.

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