Baukosten steigen: Iran-Krieg verteuert Eigenheime spürbar

Wohnungsbau
Foto: ChatGPT
Schon 2024 und 2025 waren die Baukosten für konventionelle Wohngebäude um rund drei Prozent gestiegen.

Steigende Rohstoffpreise und höhere Energiekosten treiben die Baukosten erneut nach oben. Auslöser ist der Iran-Krieg, der sich entlang der gesamten Lieferkette bemerkbar macht. Für Bauherren bedeutet das spürbare Mehrkosten – und wenig Hoffnung auf Entlastung.

Hausbauer müssen sich wegen des Iran-Kriegs auf deutliche höhere Kosten für ihr Eigenheim einstellen. „Wir sehen fast überall Kostensteigerungen“, sagt der Präsident des Verbands baugewerblicher Unternehmer Hessen, Thomas Reimann, der Deutschen Presse-Agentur. Das reiche von Stahl über Beton bis hin zu Dämmstoffen und Folien, die auf Rohöl basierten. Auch das Aufstellen von Kranen sei teurer geworden wegen höherer Dieselkosten bei der Anfahrt. „Insgesamt liegen die Baukosten um drei bis fünf Prozent höher als vor dem Iran-Krieg.“

Aussicht auf schnelle Besserung gebe es nicht. „Bauen wird nicht billiger werden.“ Selbst wenn die Rohölpreise am Weltmarkt zurückgingen, dürften Lieferanten zunächst bei ihren Preisen bleiben.

Schon 2024 und 2025 waren die Baukosten für konventionelle Wohngebäude laut Statistischem Bundesamt um rund drei Prozent gestiegen. Während des Ukraine-Kriegs 2022 hatte es sogar zeitweise Kostensteigerungen von mehr als 15 Prozent gegeben, in der Folge brach der Neubau ein.


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Verbandschef Reimann appelliert an die Politik, Bauen billiger zu machen, um den Wohnungsbau anzukurbeln. „Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum birgt soziale Sprengkraft.“ Bauen in Deutschland sei wegen strenger Vorschriften zu teuer. So seien Stellplätze für Mehrfamilienhäuser vorgeschrieben, ein Parkplatz in einer Tiefgarage koste aber bis zu 50.000 Euro. Ein Grund sei, dass es nur wenige Deponien für Erdhaushub gebe.

Andere Länder könnten als Vorbild dienen, meint Reimann. Schweden käme verglichen mit Deutschland mit weniger Baunormen aus und baue entsprechend billiger. „Und in Belgien und Frankreich sind Stärken von 15 bis 19 Zentimeter für Betondecken üblich, während wir in Deutschland 30 bis 40 Zentimeter verbauen.“ Bei einer dünneren Decke höre man spielende Kinder bei den Nachbarn vielleicht mehr. „Aber das sollte verkraftbar sein,“ sagt Reimann, der selbst Bauunternehmer ist. „Wir müssen wegkommen vom Goldstandard.“

Die Bundesregierung müsse zudem dringend den Gebäudetyp E umsetzen, der Bauen durch den Verzicht auf teure, nicht sicherheitsrelevante Standards einfacher und billiger machen soll. Der Standard geht noch auf die Ampel-Koalition zurück und könnte 2027 in den Bundestag kommen. „Bauherren brauchen Rechtssicherheit“, fordert Reimann. „Der Gebäudetyp E wäre ein erster Schritt und wichtiges Signal an die Baubranche.“ (dpa-AFX)

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