Der Chemiekonzern BASF hat im dritten Quartal 2026 mehr verdient als von Analysten erwartet. Deshalb hebt der Ludwigshafener Dax-Konzern zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Gewinnprognose an. Das teilte das Unternehmen laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch mit. Relevant ist das auch für Anleger, die auf die Evonik-Aktie setzen. Denn BASF hat sein Übernahmeangebot für den Essener Wettbewerber zuletzt weiter aufgestockt.
Für das Gesamtjahr visiert das Management um Markus Kamieth nun eine Spanne von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro an. Gemeint ist das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Zuvor hatte der Vorstand 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, verglichen mit 6,6 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Am Markt hatten Analysten im Mittel mit 7,6 Milliarden Euro gerechnet - ein Wert, den die neue Zielspanne nun einschließt. Bereits im Sommer hatte BASF seine Jahresprognose angehoben.
Iran-Krieg verschiebt Nachfrage nach Europa
Der deutschen Chemieindustrie nützt derzeit, dass der Krieg um Iran die Konkurrenz in Asien hart trifft. Dort hängt die Produktion stark von Energielieferungen ab, die durch den Konflikt beeinträchtigt sind. Kunden verlagern ihre Nachfrage deshalb zunehmend zu europäischen Herstellern wie BASF. Dadurch konnte der Konzern teilweise seine Preise anheben, was sich auch in den aktuellen Quartalszahlen zeigt.
BASF-Quartalszahlen: Umsatz und Gewinn im Detail
Im dritten Quartal 2026 lag das operative Ergebnis von BASF bei 1,64 Milliarden Euro. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten deutlich. Im Vorjahreszeitraum hatte dieser Wert noch bei 1,43 Milliarden Euro gelegen. Für den Anstieg sorgte vor allem der deutliche Ergebnisanstieg im Kerngeschäft. Zugleich kletterte der Umsatz dank gestiegener Preise und höherer Absatzmengen um 14,2 Prozent auf 16,36 Milliarden Euro.
Unter dem Strich sank der auf die Aktionäre entfallende Gewinn dagegen um knapp zehn Prozent auf 155 Millionen Euro. Grund dafür waren unter anderem Restrukturierungskosten. Beim freien Finanzmittelzufluss, auch Free Cashflow genannt, bleibt BASF bei seiner Prognose. Dieser soll sich im laufenden Geschäftsjahr in einer Bandbreite von 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro bewegen. Im Vorjahr waren es rund 1,3 Milliarden Euro.
Evonik-Aktie: BASF erhöht sein Übernahmeangebot
Parallel zu den besseren Zahlen verfolgt BASF weiter die Pläne, den Essener Spezialchemiekonzern Evonik zu übernehmen. Das Angebot hat der Konzern in diesem Übernahmeringen zuletzt erneut erhöht. Zugleich kämpft das Ludwigshafener Unternehmen mit Konzernumbau, Sparprogrammen und Stellenabbau gegen die schwierige Lage in der Chemiebranche. Sie leidet weiterhin unter hohen Energiepreisen.













