Warum Lufthansa trotz Rekordumsatz das Gewinnziel senkt

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DUSSELDORF, GERMANY - JULY 8: Multiple Lufthansa aircraft wait on July 8, 2013 in Dusseldorf Airport, Germany. Lufthansa Group carried over 103 million passengers in 2012.

Rekordumsatz, höherer Quartalsgewinn - und trotzdem ein gesenktes Jahresziel: Die Lufthansa Quartalszahlen zeigen, wie stark der Kerosinpreis auf den Konzern drückt. Cargo und Technik legen deutlich zu, im Passagiergeschäft sinkt das Ergebnis. Die Zahlen im Detail.

Lufthansa senkt das Gewinnziel für 2026 zum zweiten Mal binnen weniger Monate. Die Lufthansa Quartalszahlen für das dritte Quartal weisen zwar einen Rekordumsatz von 12,2 Milliarden Euro aus, doch die Treibstoffkosten belasten den Ausblick. Statt der bislang erwarteten 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro rechnet der Vorstand nun mit einem bereinigten operativen Ergebnis zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Bereits im August 2026 hatte der Konzern die Prognose gekappt.

Lufthansa-Quartalszahlen: Umsatz auf Rekordniveau

Die Erlöse kletterten im Jahresvergleich um neun Prozent und erreichten 12,2 Milliarden Euro. Nach Konzernangaben ist das der höchste Quartalsumsatz der Unternehmensgeschichte. Das bereinigte operative Ergebnis wuchs um sechs Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro - mehr, als Analysten im Schnitt mit etwa 1,38 Milliarden Euro erwartet hatten. Unter dem Strich stand ein Konzerngewinn von knapp 1,3 Milliarden Euro, rund 30 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

Vorstandschef Carsten Spohr erklärte, das zurückliegende Quartal habe umsatzmäßig den besten Wert in der Firmengeschichte der Lufthansa Group markiert. Steigende Erlöse bei anhaltend hoher Nachfrage und strikte Kostendisziplin hätten den Anstieg der Treibstoffkosten mehr als ausgeglichen.

Kerosinpreis drückt die Jahresprognose

Wie stark der Konzern vom Treibstoff abhängt, zeigen die Lufthansa Quartalszahlen deutlich. Im dritten Quartal musste Lufthansa für Kerosin 543 Millionen Euro mehr ausgeben als im Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern inzwischen mit Treibstoffkosten von 9,3 Milliarden Euro - rund zwei Milliarden Euro mehr als 2025 und 600 Millionen Euro oberhalb der Anfang August 2026 kommunizierten Schätzung.

An den Rohstoffmärkten hatte sich der Preisdruck bereits früh im Jahr aufgebaut. Seit Ende Februar 2026 besteht im Zuge eines Militärkonflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran eine Blockade-Krise in der Straße von Hormus. Der Brent-Ölpreis kletterte bereits im März 2026 auf etwa 120 US-Dollar je Barrel, bevor er Ende April 2026 mit rund 126 US-Dollar seinen Jahreshöchststand verzeichnete. Der IATA Jet Fuel Price Monitor weist den globalen Durchschnittspreis für Flugkerosin zuletzt mit 191,54 US-Dollar je Barrel aus, ein Minus von 2,6 Prozent gegenüber der Vorwoche.

Finanzvorstand Streichert zur neuen Gewinnprognose

Finanzvorstand Till Streichert stellt sich hinter die engere Zielspanne. „Wo wir innerhalb der Bandbreite landen, wird neben Treibstoffkosten und Nachfrage insbesondere von der Ergebnisentwicklung bei Lufthansa Cargo im vierten Quartal abhängen“, sagt er. Außerdem äußert er die Erwartung, diese Spanne im Einklang mit den Markterwartungen zu erreichen. Analysten gehen im Durchschnitt zuletzt von einem bereinigten operativen Jahresergebnis von rund 1,7 Milliarden Euro aus - damit liegt der Konsens am unteren Rand der neuen Spanne.


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ZeitpunktBereinigtes Ebit 2026
Prognose nach erster Kappung (August 2026)1,7 bis 2,2 Milliarden Euro
Prognose nach zweiter Kappung (3. November 2026)1,7 bis 2,0 Milliarden Euro
Durchschnittlicher Analystenkonsensrund 1,7 Milliarden Euro
Quelle: Lufthansa Group, dpa-AFX

Cargo und Technik stützen die Lufthansa-Quartalszahlen

Innerhalb des Konzerns entwickelten sich die Segmente unterschiedlich. Bei Lufthansa Cargo verdreifachte sich das bereinigte Ebit auf 162 Millionen Euro, ausgehend von 49 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, womit die Ebit-Marge von 6,0 auf 15,6 Prozent kletterte. Lufthansa Technik verzeichnete ein Umsatzplus von 20 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, das bereinigte Ebit legte um 54 Prozent auf 200 Millionen Euro zu.

Im Passagiergeschäft gaben die Ergebnisse dagegen nach. Bei den Network Airlines, zu denen Lufthansa Airlines, Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines zählen, fiel das bereinigte Ebit auf 853 Millionen Euro und damit um 108 Millionen Euro niedriger aus als im Vorjahr. Der Stückerlös zog dabei um 6,8 Prozent an. Eurowings steigerte das bereinigte Ebit um 16 Millionen Euro auf 214 Millionen Euro, obwohl die Kapazität um 3,5 Prozent sank - der Stückerlös lag dabei zehn Prozent höher.

SegmentBereinigtes Ebit drittes Quartal 2026Veränderung gegenüber Vorjahresquartal
Network Airlines853 Millionen Eurominus 108 Millionen Euro
Eurowings214 Millionen Europlus 16 Millionen Euro
Lufthansa Cargo162 Millionen Eurovon 49 Millionen Euro (Verdreifachung)
Lufthansa Technik200 Millionen Europlus 54 Prozent
Quelle: Lufthansa Group

Nettoverschuldung sinkt auf 7,3 Milliarden Euro

Auch in der Bilanz zeigt sich Bewegung. Die Nettoverschuldung einschließlich Pensionsverpflichtungen reduzierte sich bis Ende September 2026 auf 7,3 Milliarden Euro, nach 8,3 Milliarden Euro zum Jahresende 2025. Die verfügbare Liquidität bezifferte der Konzern Ende September 2026 auf 11,8 Milliarden Euro.

Lufthansa-Aktie reagiert verhalten

Auf die Lufthansa Quartalszahlen reagierte die Aktie zunächst verhalten positiv. Am Vormittag des 3. November 2026 notierte das Papier um 8 Uhr MEZ bei etwa 7,45 Euro, ein Plus von rund 0,7 Prozent.

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