Die Bank of England und die Bank of Japan wirken auf den ersten Blick weit entfernt vom DAX. Doch beide Notenbanken stehen vor der gleichen Herausforderung. Der Ölpreisschock erhöht den Inflationsdruck und erschwert den weiteren geldpolitischen Kurs. Besonders Japan verdient besondere Aufmerksamkeit. Steigende japanische Zinserwartungen könnten den Yen stärken und Carry Trades weniger attraktiv machen.
Die Bank of England dürfte am Donnerstag den Leitzins bei 3,75 Prozent belassen. Am Freitag folgt dann der Zinsentscheid der Bank of Japan. Sie dürfte den Leitzins auf 1,25 Prozent erhöhen. Das wäre der höchste Stand seit 31 Jahren.
Für beide Notenbanken verschärfen Ölpreise von mehr als 100 US-Dollar die Lage. Bleibt Energie länger teuer, steigt das Risiko, dass sich der Inflationsdruck auf weitere Bereiche der Wirtschaft ausweitet.
Japan ist dabei besonders interessant. Die Kerninflation liegt zwar nur bei 1,8 Prozent, doch die BoJ muss auch den Yen im Blick behalten. USD/JPY ist seit 2021 um rund 50 Prozent gestiegen. Ein schwacher Yen verteuert zusätzlich die Energieimporte.
Gleichzeitig hat die japanische Geldpolitik globale Bedeutung. Steigende Zinsen und ein stärkerer Yen könnten Yen-finanzierte Carry Trades weniger attraktiv machen. Werden gehebelte Positionen aufgelöst, könnte die Volatilität auch an den europäischen und amerikanischen Aktienmärkten steigen.
Nach dem Zinsentscheid wird deshalb vor allem die Pressekonferenz von BoJ-Chef Kazuo Ueda wichtig. Bei der BoE gibt es dagegen keine Pressekonferenz. Dort dürften vor allem das Abstimmungsverhältnis im MPC und die Aussagen zum weiteren Zinskurs im Fokus stehen.
Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.














