Der „Raisin Geldbeutel-Index“ misst die finanzielle Zuversicht anhand von fünf Faktoren: Stresslevel, Kontrolle über die eigenen Finanzen, Zukunftserwartungen, finanzielle Widerstandskraft und Planungsfähigkeit. Für die Studie hat Raisin, Deutschlands größte Zinsplattform, Verbraucherinnen und Verbraucher in elf Ländern befragt. Im Gesamtranking führen die Niederlande mit 55,3 von 100 Punkten, gefolgt von Deutschland mit 49,7 Punkten und Spanien mit 48,2 Punkten. Am wenigsten zuversichtlich zeigen sich die Befragten in Irland (41,1 Punkte) und im Vereinigten Königreich (43,3 Punkte).
Die Detailauswertung zeichnet ein beunruhigenderes Bild: Über alle untersuchten Länder hinweg gibt die Hälfte der Befragten an, sich ständig oder häufig Sorgen um das eigene Geld zu machen. Nur etwa 18 Prozent sorgen sich selten oder nie. Auch Deutschland bildet keine Ausnahme: Fast die Hälfte der Deutschen – 49 Prozent – ist häufig wegen ihrer Finanzen besorgt, lediglich 22 Prozent erleben den Alltag nahezu ohne finanzielle Ängste. In den Niederlanden hingegen gibt mehr als jeder dritte Befragte (35 Prozent) an, selten Geldsorgen zu haben.
Ein wesentlicher Treiber dieser Sorgen ist der fehlende finanzielle Spielraum. Nur 23 Prozent aller Befragten haben einen Planungshorizont von mindestens einem Jahr; 40 Prozent planen sogar nur maximal einen Monat im Voraus – eine Basis für nachhaltigen Vermögensaufbau lässt sich so kaum schaffen. In Deutschland ist die Lage etwas besser: 31 Prozent planen langfristig, 36 Prozent lediglich einen Monat voraus.
Finanzieller Fortschritt bleibt die Ausnahme
Wer nur auf Sicht fährt, kann finanzielle Ziele kaum erreichen. Im globalen Schnitt gibt lediglich ein Viertel der Befragten (25 Prozent) an, in den zurückliegenden zwölf Monaten gute finanzielle Fortschritte gemacht oder alle gesetzten Ziele erreicht zu haben. In Deutschland liegt dieser Wert mit rund einem Drittel (33 Prozent) über dem Durchschnitt, bleibt aber deutlich hinter dem Spitzenreiter Niederlande (42 Prozent) zurück.

Die Zukunftserwartungen fallen wenig optimistisch aus. Nur 30 Prozent der Deutschen rechnen mit einer spürbaren finanziellen Verbesserung im kommenden Jahr, fast die Hälfte (48 Prozent) erwartet Stagnation. Treiber dieser trüben Aussichten sind vor allem die Lebenshaltungskosten: 38 Prozent der Befragten nennen die Deckung täglicher Ausgaben als ihre höchste finanzielle Priorität – der Aufbau von Vermögen rangiert nur bei 15 Prozent an erster Stelle.
Immerhin zeigt die Studie auch einen positiven Befund: 51 Prozent der Befragten sehen Vermögensaufbau als eine ihrer drei wichtigsten Prioritäten. Die Bestreitung der Lebenshaltungskosten bleibt mit 74 Prozent gleichwohl das beherrschende Thema.
Expertin: „Jeder Euro zählt“
Katharina Lüth, Finanzexpertin und Vorständin bei Raisin, ordnet die Ergebnisse ein: „Deutschlands zweiter Platz darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die hohen Lebenshaltungskosten den Alltag dominieren. Wenn der finanzielle Spielraum schrumpft, zählt jeder Euro. Auch deshalb brauchen Verbraucherinnen und Verbraucher einen einfachen Zugang zu rentablen Anlageprodukten – vom Tagesgeld-Notgroschen bis hin zu günstigen ETFs.“















