Goldpreis unter Druck: Warum sich jetzt ein Einstieg lohnen könnte

Goldbarren
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Goldpreis zwischen 4.500 und 4.570 Dollar: Wie Zinserwartungen, Anleiherenditen und Zentralbankkäufe den Kurs beeinflussen.

Der Goldpreis schwankt zwischen 4.500 und 4.570 Dollar – getrieben weniger von geopolitischen Krisen als von steigenden Anleiherenditen und veränderten Zinserwartungen. Langfristig sprechen strukturelle Faktoren jedoch weiter für Gold, so der Edelmetallhändler Ophirum. Ob sich aktuell eine günstige Einstiegsgelegenheit ergibt, zeigt ein nüchterner Blick auf die Marktlage.

Der Goldpreis bleibt volatil. Zu Wochenbeginn stützte die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Konflikts das Edelmetall und trieb den Preis zeitweise auf 4.570 Dollar je Feinunze. Eine nachhaltige Entspannung im Nahen Osten zeichnet sich jedoch nicht ab. Neue Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte wichen rasch wieder der Skepsis – der Preis fiel erneut unter die Marke von 4.500 Dollar je Feinunze.

Auffällig dabei: Gold reagiert derzeit weit weniger auf geopolitische Schlagzeilen als auf die Entwicklungen an den Zins- und Anleihemärkten. Steigende Renditen und die Aussicht auf eine länger restriktive Geldpolitik überlagern den Safe-Haven-Charakter des Edelmetalls. Für viele Investoren werden festverzinsliche Anlagen mit höheren laufenden Erträgen damit wieder attraktiver.


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Zusätzlichen Druck erzeugt das weiterhin hohe Ölpreisniveau. Trotz zwischenzeitlicher Rückgänge verharren die Energiepreise auf einem Niveau, das Sorgen vor dauerhaft höherer Inflation schürt. Einige Anleger rechnen deshalb verstärkt damit, dass die großen Zentralbanken dem inflationsfördernden Effekt hoher Energiepreise mit einem strafferen geldpolitischen Kurs begegnen könnten. Noch vor der Eskalation im Nahen Osten hatte der Markt überwiegend mit Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve gerechnet. Diese Erwartungen wurden inzwischen weitgehend ausgepreist.

Märkte wetten wieder auf Zinserhöhungen

Inzwischen werden vereinzelt sogar wieder Zinserhöhungen als mögliches Szenario diskutiert. Die Wall Street setzt zunehmend auf mögliche Zinserhöhungen in diesem Jahr, nachdem Kevin Warsh kürzlich die Führung der US-Notenbank von Jerome Powell übernommen hat. An den Terminmärkten rechnen Händler bis Ende dieses Jahres mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Parallel dazu haben sich die Inflationserwartungen deutlich erhöht: Marktindikatoren signalisieren, dass Investoren in den kommenden zwölf Monaten mit einer Inflationsrate von rund vier Prozent rechnen.

Die veränderten Zinserwartungen setzen die Anleihemärkte unter Druck. Werden die Zentralbanken – allen voran die US-Notenbank Fed oder die Europäische Zentralbank – restriktiver eingeschätzt, verlieren bestehende Anleihen mit niedrigeren Kupons an Attraktivität. Ihre Kurse fallen, während die Rendite neuer und bereits gehandelter Papiere steigt. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe kletterte in der vergangenen Woche auf bis zu 5,20 Prozent – den höchsten Stand seit Oktober 2023. Auch japanische und britische Pendants rentierten zeitweise so hoch wie zuletzt in den 1990er-Jahren.

Für Gold könnte dieses Umfeld zum Belastungsfaktor werden. Da das Edelmetall keine laufenden Erträge bietet, verliert es relativ an Attraktivität, wenn Anleger mit vergleichsweise sicheren Staatsanleihen wieder deutlich höhere Zinsen erzielen können.

Strukturelle Nachfrage bleibt intakt

Langfristig sprechen die strukturellen Nachfragefaktoren allerdings weiterhin für ein erhöhtes Goldpreisniveau – auch wenn die Schwankungen kurzfristig zunehmen dürften. Neben den anhaltenden Käufen der Zentralbanken bleibt die globale Investitionsnachfrage der entscheidende Treiber. Vor allem Schwellenländer bauen ihre Goldreserven weiter aus, um die Abhängigkeit vom Dollar zu reduzieren.

Die US-Währung bleibt ein zentraler Bestandteil der weltweiten Währungsreserven. Mit Blick auf das erklärte Ziel vieler Schwellenländer, ihre Reservebestände breiter zu diversifizieren, sowie den im historischen Vergleich noch niedrigen Goldanteil in den Zentralbankbilanzen gehen Experten davon aus, dass die Kaufwelle noch eine Weile anhalten dürfte.

Besonders in China, Indien und anderen asiatischen Märkten zieht die Nachfrage nach physischem Gold, Barren und Münzen weiter an. Gleichzeitig verzeichnen goldgedeckte ETFs wieder spürbare Mittelzuflüsse. Die fundamentalen Rahmenbedingungen für Gold bleiben damit intakt, auch wenn es kurzfristig noch zu früh für eine neue dynamische Aufwärtsbewegung sein könnte.

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