Franke und Bornberg hat 373 Tarife von 84 Versicherern in der Wohngebäudeversicherung untersucht. 76 Angebote und damit 20,4 Prozent erreichen die Höchstnote FFF+ „hervorragend“. Im Vorjahr lag ihr Anteil bei 14,3 Prozent.
Weitere 100 Tarife beziehungsweise 26,8 Prozent erhalten die Bewertung FFF „sehr gut“. Am unteren Ende der siebenstufigen Skala landen 38 Angebote: 10,1 Prozent werden als mangelhaft oder ungenügend eingestuft. Im Vorjahr waren es 12,6 Prozent.
„Bei der Wohngebäudeversicherung entscheiden oft einzelne Klauseln darüber, ob ein Schaden am Ende vollständig reguliert wird. Wer nur auf den Beitrag schaut, übersieht genau die Details, die im Schadenfall zählen“, sagt Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer von Franke und Bornberg.
Selbstbehalt bei Elementarschäden wird zum Ratingkriterium
Neu ist eine Obergrenze für den Selbstbehalt bei Elementarschäden. Ein Tarif kann die Bestnote FFF+ nur noch erreichen, wenn dieser unter 10.000 Euro liegt. Hintergrund sind Angebote, die Elementarschutz teilweise nur mit Selbstbehalten im sechsstelligen Bereich vorsehen. Für Eigentümer kann dadurch eine Scheinsicherheit entstehen, weil sie im Schadenfall zunächst erhebliche Summen selbst tragen müssen.

Der Kriterienkatalog wächst mit der Neuerung von 81 auf 82 Merkmale. Die maximal erreichbare Punktzahl steigt von 7.170 auf 7.195 Punkte. Franke und Bornberg gewichtet die Kriterien nach ihrem Kundennutzen und ordnet die Tarife anhand der erreichten Punkte einer Ratingklasse zu. Für die oberen Klassen gelten zusätzliche Mindeststandards.
Die Bewertungen beruhen nach Angaben des Analysehauses ausschließlich auf rechtsverbindlichen Unterlagen wie Versicherungsbedingungen, Verbraucherinformationen und Geschäftsberichten. Für die Note FFF ist unter anderem eine Mindestleistung von 20.000 Euro bei Gebäudeschäden durch Einbruch erforderlich.
Diese Leistungslücken treten besonders häufig auf
Schwächere Tarife weisen laut Rating häufig Lücken bei Rohrbruchschäden an Ab- und Zuleitungsrohren auf. Weitere Defizite betreffen die Beseitigung umgestürzter Bäume und die Wiederaufforstung sowie die Dekontamination von Erdreich.
Auch Gebäudezubehör und Wärmepumpen sind nicht immer ausreichend gegen Diebstahl abgesichert. Hinzu kommen Einschränkungen bei Gebäudebeschädigungen durch Dritte, etwa nach einem Einbruch oder durch Graffiti. Weitere Unterschiede zeigen sich beim Schutz bei grober Fahrlässigkeit, Schäden durch Tiere, Seng- und Schmorschäden sowie bei Sachverständigen- und Hotelkosten.
Die Bedeutung einer ausreichenden Elementardeckung bleibt hoch. Ende 2025 waren laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft 59 Prozent der Wohngebäude in Deutschland gegen Elementarschäden versichert. 41 Prozent verfügten über keinen entsprechenden Schutz. In den vom Hochwasser 2021 betroffenen Gebieten regulierten die Versicherer bislang Schäden von rund 8,75 Milliarden Euro.
Leitungswasserschäden treiben den Schadenaufwand
„Die Versicherungsdichte bei Elementarschäden steigt, bleibt aber deutlich zu niedrig. Gerade nach Extremwetterereignissen zeigt sich, wie wichtig ein vollständiger und verlässlicher Schutz ist“, sagt Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und Private Risiken bei Franke und Bornberg.
Neben Naturgefahren belasten vor allem Leitungswasserschäden die Wohngebäudeversicherer. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft entfällt knapp die Hälfte des gesamten Schadenaufwands in der Sparte auf diese Schadenart.
Franke und Bornberg empfiehlt Verbrauchern und Vermittlern, bestehende Verträge regelmäßig mit aktuellen Angeboten zu vergleichen. Dabei sollten neben dem Beitrag insbesondere Selbstbehalte, Ausschlüsse und Leistungsgrenzen geprüft werden.














