Die Frühstartrente ist ein wichtiger und begrüßenswerter Schritt hin zu einer stärkeren Anlagekultur in Deutschland. Wer früh anfängt, hat den entscheidenden Vorteil auf seiner Seite: Zeit. Weil der Zinseszins seine volle Wirkung erst über Jahrzehnte entfaltet.
Die Zahlen der Bundesregierung sprechen eine deutliche Sprache: 10 Euro, die der Staat vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr monatlich anlegt, wachsen bei sieben Prozent Rendite im Jahr und ohne zusätzliche Einzahlungen bis zum Renteneintritt auf rund 53.000 Euro. Legen Eltern in diesen zwölf Jahren monatlich noch einmal 10 Euro dazu, sind es rund 107.000 Euro. Auch wenn es sich um nominale Beispielrechnungen vor Steuern handelt, die tatsächlichen Erträge also höher oder niedriger ausfallen können, ändert das nichts am Prinzip: Wenn kleine Beträge regelmäßig angelegt und lange genug gehalten werden, kann daraus ein kleines Vermögen wachsen.
Der größere Effekt der Frühstartrente dürfte allerdings kultureller Natur sein. Wenn junge Menschen von klein auf mit dem Kapitalmarkt in Berührung kommen, wird das Investieren zur Selbstverständlichkeit statt zu einem Thema, das viele erst spät für sich entdecken. Für die Finanzbildung und die Altersvorsorge in Deutschland wäre das ein enormer Gewinn.
Autor Pascal Nörrenberg ist Managing Director DACH bei eToro.












