Der Goldpreis hat am Freitag kräftig zugelegt und den höchsten Stand seit sieben Wochen erreicht. Auslöser war ein überraschend schwacher US-Arbeitsmarktbericht, der die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank dämpfte. Rückenwind kam außerdem vom nachgebenden Dollar und sinkenden Anleiherenditen.
Der Goldpreis ist am 7. August 2026 zeitweise bis in den Bereich von 4.350 bis 4.370 US-Dollar je Feinunze gestiegen. Damit verteuerte sich das Edelmetall gegenüber dem Vortag um mehr als zwei Prozent. Auf Wochensicht zeichnete sich ein Plus von rund sechs Prozent und damit die stärkste Wochenentwicklung seit Januar ab.
Auch in Euro fiel der Anstieg deutlich aus: Am Freitagnachmittag kostete eine Feinunze Gold rund 3.760 Euro. Das entsprach umgerechnet etwa 121 Euro je Gramm.
US-Arbeitsmarkt enttäuscht deutlich
Den entscheidenden Impuls lieferte der neue Arbeitsmarktbericht der Vereinigten Staaten. Wie das US Bureau of Labor Statistics mitteilte, sank die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft im Juli um 23.000. Volkswirte hatten zuvor überwiegend mit einem deutlichen Stellenzuwachs gerechnet.
Besonders stark ging die Beschäftigung im Bildungsbereich der Kommunen sowie im Einzelhandel zurück. Die Arbeitslosenquote veränderte sich mit 4,1 Prozent dagegen nur geringfügig. Im Gesundheitswesen setzte sich der Beschäftigungsaufbau fort.
Die Daten wurden an den Finanzmärkten als Zeichen einer spürbaren Abkühlung interpretiert. In der Folge gingen die Renditen amerikanischer Staatsanleihen zurück. Der Dollar fiel gegenüber einem Korb wichtiger Währungen zeitweise auf ein Sieben-Wochen-Tief.
Beide Entwicklungen kommen Gold zugute: Da das Edelmetall keine laufenden Zinsen abwirft, steigt seine relative Attraktivität, wenn die Renditen von Anleihen sinken. Ein schwächerer Dollar macht Gold zudem für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger.
Die Marktdaten und ihre Folgen
| Kennzahl | Entwicklung | Bedeutung für Gold |
|---|---|---|
| Goldpreis | 4.350 bis 4.370 Dollar je Feinunze | Sieben-Wochen-Hoch |
| Tagesentwicklung | Mehr als zwei Prozent Plus | Deutlich steigende Nachfrage |
| Wochenentwicklung | Rund sechs Prozent Plus | Stärkste Woche seit Januar |
| Goldpreis in Euro | Rund 3.760 Euro je Feinunze | Etwa 121 Euro je Gramm |
| US-Beschäftigung | Rückgang um 23.000 Stellen | Schwächerer Arbeitsmarkt |
| US-Arbeitslosenquote | 4,1 Prozent | Nur geringe Veränderung |
| Dollar | Sieben-Wochen-Tief | Gold wird außerhalb der USA günstiger |
| US-Anleiherenditen | Gesunken | Gold gewinnt relativ an Attraktivität |
| UBS-Prognose | 5.000 Dollar bis zum ersten Halbjahr 2027 | Weiteres langfristiges Potenzial |
Anleger korrigieren Zinserwartungen
Nach Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten reduzierten Marktteilnehmer ihre Erwartungen an eine weitere kurzfristige Straffung der US-Geldpolitik. Eine unmittelbar bevorstehende Zinserhöhung der Federal Reserve erscheint damit weniger wahrscheinlich.
Vollständig vom Tisch ist das Thema allerdings nicht. Die US-Notenbank muss weiterhin zwischen dem schwächeren Arbeitsmarkt und anhaltenden Inflationsrisiken abwägen. Vor allem Energiepreise und geopolitische Spannungen könnten den Preisauftrieb erneut verstärken. Entsprechend dürften die nächsten US-Inflationsdaten für die weitere Richtung des Goldpreises besonders wichtig werden.
UBS sieht weiterhin Aufwärtspotenzial
Mark Haefele, Chief Investment Officer von UBS Global Wealth Management, beurteilt die mittel- bis langfristigen Aussichten für Gold weiterhin positiv. Kurzfristig könnten robuste Wirtschaftsdaten, hartnäckige Inflation oder eine restriktivere Haltung der Federal Reserve zwar für Rückschläge sorgen. UBS rechnet laut einem aktuellen, von MarketWatch veröffentlichten Marktbericht jedoch damit, dass der Goldpreis bis zur ersten Hälfte des Jahres 2027 auf 5.000 US-Dollar je Feinunze steigen könnte.
Unterstützung erhält der Markt zudem durch die Nachfrage institutioneller Investoren. Nach Angaben des World Gold Council flossen physisch besicherten Gold-ETFs im Juli weltweit rund drei Milliarden US-Dollar zu. Damit endeten zwei Monate mit Abflüssen. Auch Zentralbanken treten weiterhin als Käufer auf, wenngleich sich die Entwicklung von Land zu Land unterscheidet.
Noch deutlich unter dem Rekordhoch
Trotz der jüngsten Rally liegt Gold weiterhin klar unter dem Rekordniveau vom Januar 2026. Der aktuelle Anstieg ist daher zunächst als kräftige Erholung nach der vorangegangenen Korrektur einzuordnen.
Ob daraus eine dauerhaft neue Aufwärtsbewegung entsteht, hängt vor allem von der weiteren Entwicklung der US-Zinsen, des Dollars und der Inflation ab. Zusätzliche Impulse können von geopolitischen Konflikten und den Käufen der Zentralbanken ausgehen.
Für den Moment haben sich die kurzfristigen Aussichten aufgehellt: Der Goldpreis hat wichtige Kursmarken zurückerobert, und die schwachen US-Arbeitsmarktdaten liefern Anlegern ein neues Argument gegen eine weitere deutliche Verschärfung der Geldpolitik.















