Die Stimmung deutscher Anleger gegenüber physischem Gold hat sich im April deutlich eingetrübt. Der Gold-Investor-Index Deutschland von BullionVault fiel um 6,7 Punkte auf den niedrigsten Stand seit September. Es war der stärkste Rückgang seit April 2020.
Der Index misst das Verhältnis von Käufern zu Verkäufern auf der Plattform. Im März hatte der Krieg im Iran zusammen mit einem starken Preisrückgang bei physischem Gold noch für einen deutlichen Anstieg gesorgt.
„Das Goldfieber kühlt merklich ab“, sagt Adrian Ash, Director of Research bei BullionVault. „Die Stimmung bei deutschen Goldinvestoren ist so schnell gefallen, wie seit dem Abklingen des ersten Schocks der Corona-Krise nicht mehr. Die weltweite Stimmung verzeichnete den stärksten Rückgang, seit sich die globale Finanzkrise 2012 abzuschwächen begann.“
Gold-Investor-Index fällt deutlich
Weltweit sank der Gold-Investor-Index im April auf 55,1 Punkte. Das ist der niedrigste Wert seit November und ein Rückgang um 5,6 Punkte gegenüber dem 67-Monats-Hoch im März.
Auch die Zahl der Erstnutzer ging deutlich zurück. Sie sank im April gegenüber März um 45,9 Prozent auf den niedrigsten Stand seit August. Dennoch lag sie weiterhin 37,8 Prozent über dem Monatsdurchschnitt der vergangenen fünf Jahre.
Das Handelsvolumen bei Gold halbierte sich nahezu. Auf Euro-Basis ging es um 52,2 Prozent auf 161 Millionen Euro zurück. Damit erreichte es nur noch rund ein Sechstel des Rekordniveaus vom Januar.

Nettonachfrage bleibt positiv
Trotz der abgekühlten Stimmung blieb die Nettonachfrage nach Gold positiv. Der Grund: Auch das Gewicht der Gewinnmitnahmen bestehender Goldbesitzer halbierte sich im April gegenüber März um 52,7 Prozent.
Die Gesamtmenge des Goldes im Besitz von BullionVault-Nutzern stieg dadurch um weitere 0,2 Prozent auf 43,5 Tonnen. Der Wert lag bei 5,5 Milliarden Euro und erreichte den höchsten Stand seit November.
„Gold ist angesichts eines abkühlenden Marktes nun ganz offensichtlich in eine Phase stagnierender, wenn nicht gar fallender Preise eingetreten“, sagt Ash. „Aber die langfristigen Treiber des zugrundeliegenden Bullenmarktes bei Gold bleiben absolut intakt.“













