Der Iran-Konflikt wird zunehmend zu einem geldpolitischen Problem für den Euroraum und damit auch für Deutschland. Weil Fortschritte zwischen den USA und Iran ausbleiben, schwinden die Hoffnungen auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus. Der Markt bleibt damit stark von politischen Schlagzeilen abhängig.
Brent steigt um rund 3 Prozent auf 100 US-Dollar. Selbst Gold bietet kurzfristig keinen Schutz: Steigende Renditen und ein stärkerer Dollar drücken den Preis heute um mehr als 3 Prozent. Am deutschen Aktienmarkt herrscht dagegen keine Panik, sondern Zurückhaltung. Der DAX notiert am Montagvormittag 0,2 Prozent höher bei 25.460 Punkten.
Nun rücken die am Mittwoch anstehenden September-Inflationsdaten für Deutschland in den Fokus. Erwartet wird ein Anstieg der Inflation von 2,9 auf 3,2 Prozent, was die bereits sichtbaren Auswirkungen des Energieschocks bestätigen würde. Entscheidend ist jedoch, ob sich der Preisdruck über Energie hinaus ausbreitet. Zudem könnten die Daten der aktuellen Entwicklung hinterherlaufen, die größere Belastungsprobe droht erst in den kommenden Monaten.
Dauerhaft hohe Ölpreise treiben die Inflation und erhöhen den Druck auf die EZB. Steigende Finanzierungskosten belasten Unternehmen, während hohe Energiepreise Konsum und Wachstum bremsen. So wächst das Risiko eines Umfelds aus höherer Inflation und schwächerer Konjunktur.
Solange eine diplomatische Lösung fehlt, dürften Ölpreise, Renditen und Aktienkurse stark schwanken. Eine Annäherung zwischen den USA und Iran könnte dagegen eine schnelle Gegenbewegung bei Aktien und Anleihen auslösen.
Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.













