Halver und Müller: Warum Aktien und Gold vor einer neuen Aufwärtsphase stehen

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Robert Halver, Baader Bank (links), Ulrich Müller
Fotos: UMWA/Baader Bank (Montage)
Robert Halver, Baader Bank (links) und Ulrich Müller

US-Anleihen, Bitcoin und Aktien: Kapitalmarktexperte Robert Halver und Börsenprofi Ulrich Müller ordnen die wichtigsten Entwicklungen für das zweite Halbjahr ein. Sie sehen trotz erwarteter Marktschwankungen Chancen für Anleger. Welche Anlageklassen aus ihrer Sicht profitieren könnten

Börsen-Profi Ulrich Müller blickt gemeinsam mit dem renommierten Kapitalmarktexperten Robert Halver auf die heute entscheidenden Kapitalmarkt-Themen und das zweite Halbjahr: Warum es bei US-Anleihen nur eine Rendite-Illusion gibt, weshalb die große Bitcoin-Dämmerung eingesetzt hat und wie sich Anleger in einem volatilen Sommer für neue Jahreshöchststände positionieren, erklären Müller und Halver in der aktuellen Ausgabe des Börsen-Müller.


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Zinswende im Visier: Die Rendite-Illusion bei US-Anleihen

Hinter den offiziellen Inflationsdaten aus Übersee verbirgt sich für Robert Halver und Ulrich Müller eine handfeste Täuschung des Marktes. „Die offizielle Inflationsmessung in Amerika hat mit der Wahrheit absolut nichts zu tun, die reale Teuerung ist viel höher“, stellt Halver klar. Wer sein Kapital in vermeintlich sicheren US-Zinspapieren anlegt, sitzt einer gefährlichen Rendite-Illusion auf und zahlt nach Abzug der tatsächlichen Inflation netto drauf. „Diese real negativen Zinsen wirken für Aktien und Sachwerte wie ein Katalysator und sind äußerst positiv“, erklärt Müller. Da die US-Notenbank Fed unter dem neuen Chef Kevin Warsh trotz rhetorischer Härte im Grunde ihres Herzens keine weiteren Zinserhöhungen will, rückt die Zinswende näher. „Aufgrund von Basiseffekten im Vorjahresvergleich werden die Inflationsraten ab 2027 deutlich purzeln“, prognostiziert Halver. „Das macht den Weg sogar für Zinssenkungen frei.“ Und Müller ergänzt: „Von dieser Entwicklung werden vor allem Gold und Aktien profitieren. Anleger sollten sich positionieren.“

Die Entzauberung des Bitcoins: Spekulatives Werkzeug, kein sicherer Hafen

Der unerschütterliche Glaube an die Krypto-Leitwährung hat in den vergangenen Monaten deutliche Risse bekommen. Nach massiven Kursverlusten, bei denen sich der Bitcoin zeitweise halbiert hat und um die Marken von 66.000 und 60.000 USD pendelt, ist die Euphorie verflogen. „Die Vorstellung der Bitcoin-Jünger, die Kryptowährung würde völlig unabhängig von den traditionellen Märkten agieren oder gar das nahende Ende unseres Finanzsystems auffangen, hat sich als falsch erwiesen“, so Halver. Ulrich Müller schreibt Bitcoin dennoch nicht ab: „Die Kryptowährung ist eine hochvolatile Depotbeimischung. Wer das aushalten kann und starke Nerven hat, kann langfristig profitieren. Ein Muss ist Bitcoin allerdings auf keinen Fall“, sagt Müller.

Marktausblick: Volatiler Sommer, neue Höchststände im Visier

Der Blick auf die kommenden Monate verspricht für Investoren ein erhöhtes Maß an Marktaktivität, bietet aber gleichzeitig ein klares Zielbild. „Die zweite Jahreshälfte wird volatiler werden, da die Zinsangst und die laufende Berichtssaison der Tech-Giganten die Kurse kurzfristig durchschütteln können“, prognostiziert Marktkenner Müller und verweist auf Risiken. „Sollte ein einziges Schwergewicht aus der KI-Branche die Erwartungen auch nur ansatzweise enttäuschen, wird das die gesamte Branche belasten, wenn auch nur temporär. Je näher die von uns erwarteten Zinssenkungen jedoch rücken, desto stabiler werden die Aktienmärkte. Im Übrigen steht Value als Auffangbecken für High-Tech zur Verfügung.“

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