Zahl gesprengter Geldautomaten sinkt um fast 70 Prozent

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Foto: R+V
Verbunkern: Ein probates Mittel, um den Geldautomatensprengern das Handwerk zu legen.

Die Zahl gesprengter Geldautomaten in Deutschland ist 2025 gegenüber dem Rekordjahr 2023 um fast 70 Prozent gesunken. R+V-Daten zeigen nun, welche Sicherheitsmaßnahmen den Rückgang bewirkt haben.

Die Zahl der gesprengten Geldautomaten in Deutschland ist deutlich zurückgegangen. Laut Statistik der R+V Versicherung, bei der rund jeder vierte Geldautomat in Deutschland versichert ist, sank die Zahl der erfolgreichen Angriffe im Jahr 2025 gegenüber dem bisherigen Höchststand von 2023 um fast 70 Prozent. Als Hauptursache nennt der Versicherer flächendeckend umgesetzte Sicherheitskonzepte mit modernen Geldfärbesystemen, automatischen Verneblungsanlagen und Gehäusen aus Stahlbeton.


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Friedrich Schneider, Risikoberater bei der R+V Versicherung, beschreibt die Entwicklung der kriminellen Methoden: „Für die Angriffe auf Geldautomaten haben die Bankräuber bis 2019 vor allem Gas genutzt. Danach ist die Zahl der Sprengungen mit festen Explosivstoffen sprunghaft gestiegen.“ Im Jahr 2023 erreichten diese Angriffe ihren bisherigen Höhepunkt.

Die Folgen der Angriffe mit Festsprengstoff gingen dabei weit über den Verlust von Bargeld hinaus. Die Wucht solcher Explosionen ist so massiv, dass Glasfronten bersten, Mauerteile durch die Luft fliegen und ganze Gebäudeteile erheblich beschädigt werden können. Auch Bewohnerinnen und Bewohner angrenzender Wohngebäude waren durch die Angriffe gefährdet.

Präventionskonzepte im Verbund mit Volksbanken und Raiffeisenbanken

Schneider und sein Team reagierten auf das veränderte Vorgehen der Täter mit angepassten Sicherheitskonzepten. „Wir entwickeln unsere Sicherheitskonzepte ständig weiter – gemeinsam mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken, die wie wir zur genossenschaftlichen FinanzGruppe gehören“, sagt Schneider. Die Beratungsleistungen umfassen die Überprüfung von Alarmanlagen, Tresorräumen und Kundenschließfächern ebenso wie die Absicherung der Geldautomaten selbst.

Die Präventionsmaßnahmen zeigen inzwischen Wirkung: Für das erste Quartal 2026 verzeichnet R+V rund 60 Prozent weniger Angriffe als im Vorjahreszeitraum. „Dieser Erfolg ist nur durch intensive Präventionsanstrengungen der Banken möglich geworden“, sagt Schneider.

Geldfärbesysteme als besonders wirksames Mittel

Als besonders wirksam gilt dabei der Einsatz moderner Geldfärbesysteme. „Die modernen Systeme werden durch die Sprengung ausgelöst. Dann verteilt sich die Farbe und die Geldscheine werden unbrauchbar“, erklärt Schneider. Ältere Varianten dieser Technik hatten bislang nur bei mechanischen Angriffen zuverlässig funktioniert; neuere Systeme schließen diese Lücke.

Trotz der positiven Bilanz warnt Schneider vor voreiligem Optimismus: „Auch wenn wir jetzt eine sehr positive Bilanz ziehen können, dürfen wir uns in Sachen Prävention nicht zurücklehnen. Die Bankräuber werden nach neuen Wegen suchen, um an das Geld zu kommen. Es gibt also guten Grund, wachsam zu bleiben.“


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