Das Investmenttransaktionsvolumen auf dem deutschen Immobilienmarkt ist im ersten Halbjahr 2026 auf 16,2 Milliarden Euro gestiegen, berichtet der Immobiliendienstleister CBRE. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von 13 Prozent. Auf gewerbliche Immobilien entfielen knapp 13 Milliarden Euro und damit gut ein Fünftel mehr als im ersten Halbjahr 2025. Der Markt setzte seine schrittweise Erholung fort, blieb jedoch auf hochwertige Einzeltransaktionen und liquide Core-Märkte konzentriert.
Nach einem dynamischen Jahresauftakt fiel die Marktaktivität im zweiten Quartal etwas verhaltener aus. Geopolitische Unsicherheiten verlängerten einzelne Verkaufsprozesse und führten dazu, dass neue Transaktionen teilweise später angestoßen wurden. An der grundsätzlichen Erholung des Investmentmarkts änderte dies laut CBRE jedoch wenig.
„Die graduelle Erholung setzt sich fort. Wir sehen mehr Aktivität im Markt, mehr Verkaufsprozesse und insgesamt mehr Produkt als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig bleibt der Investmentmarkt sehr selektiv. Investoren konzentrieren sich weiterhin auf hochwertige Immobilien in liquiden Märkten und treffen ihre Entscheidungen sehr diszipliniert“, sagt Marcus Lemli, Head of Capital Markets Germany bei CBRE in Deutschland. „Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist das wachsende Produktangebot. Dahinter stehen unterschiedliche Entwicklungen – von anstehenden Refinanzierungen über das weiterhin erhöhte Zinsniveau bis hin zu Mittelabflüssen bei offenen Immobilienpublikumsfonds und Kapitalrückführungswünschen institutioneller Anleger aus Spezialfonds. Das erhöht den Verkaufsdruck und sorgt für zusätzliche Marktaktivität.“
Büroimmobilien legen deutlich zu
Mit einem Investmentvolumen von 3,45 Milliarden Euro verzeichneten Büroimmobilien gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 66 Prozent und entwickelten sich damit am dynamischsten unter den großen Assetklassen. Ausschlaggebend waren vor allem hochwertige Einzeltransaktionen. Auch Industrie- und Logistikimmobilien trugen wesentlich zum Wachstum des gewerblichen Investmentmarkts bei. Der Einzelhandel blieb dagegen hinter dem Vorjahresniveau zurück.
Wohnimmobilien entwickelten sich leicht rückläufig, blieben jedoch die volumenstärkste Assetklasse. Entwicklungsgrundstücke erzielten den höchsten relativen Zuwachs. Das deutet darauf hin, dass Investoren wieder selektiv bereit sind, höhere Risiken einzugehen.
„Die immobilienwirtschaftlichen Fundamentaldaten bleiben intakt und stützen den deutschen Investmentmarkt. Gleichzeitig ist die Preisfindung inzwischen deutlich weiter fortgeschritten als noch vor einem Jahr. Deutschland bleibt deshalb für internationale Investoren ein strategisch wichtiger Zielmarkt. Das Interesse nimmt wieder zu, auch wenn viele Investoren weiterhin sehr selektiv vorgehen und inländisches Kapital das Marktgeschehen nach wie vor dominiert“, sagt Dr. Jan Linsin, Head of Research Germany bei CBRE in Deutschland.
Top-7-Standorte gewinnen weiter an Bedeutung
Die sieben größten deutschen Investmentstandorte bauten ihre Bedeutung im ersten Halbjahr weiter aus. Besonders Düsseldorf profitierte von mehreren großvolumigen Abschlüssen. Auch Köln, Hamburg und Frankfurt verzeichneten eine Belebung, während Berlin und München unter dem Vorjahresniveau blieben.
Das Marktgeschehen wurde weiterhin von Einzeltransaktionen geprägt. Während diese deutlich zunahmen, gingen Portfoliotransaktionen leicht zurück. Gleichzeitig stieg sowohl die Zahl als auch der Anteil von Abschlüssen über 100 Millionen Euro. Dennoch sank die durchschnittliche Dealgröße auf gut 20 Millionen Euro, da insbesondere kleinere und mittlere Einzeltransaktionen häufiger abgeschlossen wurden.
Bei den Investmentstrategien verschob sich der Fokus leicht von Core- zu Core-Plus-Investments. Auch opportunistische Strategien gewannen an Bedeutung, während Value-Add-Investments etwas an Dynamik verloren.
Preisfindung schreitet voran
„Die Preisfindung ist heute deutlich weiter als noch vor einem Jahr. Käufer und Verkäufer haben ihre Erwartungen schrittweise an die Marktgegebenheiten angepasst. Dadurch wird der Bid-Ask-Spread kleiner und Transaktionen lassen sich wieder häufiger umsetzen. Gleichzeitig bleiben die Spitzenrenditen in den liquiden Core-Märkten weitgehend stabil. Außerhalb des Prime-Segments ist der Markt jedoch stärker nach Lage, Objektqualität und Risikoprofil differenziert. Insgesamt sehen wir heute wieder mehr belastbare Preisniveaus als noch vor wenigen Quartalen. Zugleich zeichnet sich für das zweite Halbjahr ein leichter Anstieg der Spitzenrenditen in einigen Assetklassen ab“, sagt Sandro Höselbarth, Head of Valuation & Advisory Services Germany bei CBRE in Deutschland.
Auf Käuferseite zählten Immobiliengesellschaften, die öffentliche Hand sowie Asset- und Fondsmanager zu den aktivsten Marktteilnehmern. Verkäufer waren vor allem Projektentwickler, Immobilienaktiengesellschaften und REITs. Internationale Investoren bauten ihre Aktivitäten zwar aus, dennoch dominierte weiterhin inländisches Kapital das Marktgeschehen.
„Für die zweite Jahreshälfte erwarten wir eine Fortsetzung der graduellen Erholung, zumal die Pipeline gut gefüllt ist. Für das Gesamtjahr zeichnet sich ein Transaktionsvolumen von gut 35 Milliarden Euro ab. Zwar bleiben Prüf- und Entscheidungsprozesse weiterhin anspruchsvoll und dauern länger, gleichzeitig führt dies jedoch zu fundierteren Investitionsentscheidungen und einer höheren Planbarkeit von Transaktionen. Der Markt bleibt dabei selektiv – mit einem klaren Fokus auf hochwertige Immobilien, liquide Core-Märkte und nachhaltige Cashflows“, sagt Lemli.













