Starke Bilanzen, schwaches Interesse: Was Goldaktien für Anleger ausbremst

Imaru Casanova, VanEck
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Imaru Casanova, Portfoliomanagerin Gold und Edelmetalle bei VanEck.

Goldminenunternehmen verzeichnen Rekordmargen und solide Bilanzen, dennoch bleibt generalistisches Kapital fern. VanEck nennt die Gründe und zeigt, welche sechs Prinzipien das Vertrauen der Anleger zurückbringen sollen.

Der Goldpreis schloss am 29. Mai bei 4.540,26 Dollar pro Unze, ein Rückgang um 77,59 Dollar beziehungsweise 1,68 Prozent im Monatsverlauf. Die Goldminenaktien verzeichneten dagegen trotz des Preisrückgangs Gewinne. Der MarketVector Global Gold Miners Index legte im Monat um 1,11 Prozent zu, der MVIS Global Junior Gold Miners Index stieg um 2,08 Prozent. Das zeigt der Goldkommentar von Imaru Casanova, Portfoliomanagerin für Gold und Edelmetalle bei VanEck.


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Beim Mining Summit der Australian Financial Review am 27. Mai 2026 in Perth nahm VanEck an einem Panel zur globalen Goldindustrie teil. Im Mittelpunkt der eigenen Präsentation stand die These, dass dem Sektor trotz guter Kennzahlen Vertrauen fehlt.

Warum Generalisten dem Sektor fernbleiben

Der freie Cashflow der Produzenten ist stark, und die Managementteams zeigen laut VanEck mehr Disziplin als in der Vergangenheit. Das generalistische Kapital bleibt dennoch weitgehend fern und fließt stattdessen in physische Gold-ETFs oder in andere Anlageklassen.

Im Austausch mit bestehenden und potenziellen Kunden zeigt sich laut VanEck immer wieder dasselbe Muster: Es geht nicht um Skepsis gegenüber Gold selbst, sondern um fehlendes Vertrauen in Goldaktien als geeignetes Anlagevehikel. Als konkrete Bedenken nennt VanEck schlecht durchdachte Übernahmen, die Wert vernichten statt ihn zurückzuführen, schleichenden Kostenanstieg, der Prognosen unterläuft, die Sorge vor wegbrechenden Dividenden im Abschwung, mittelmäßige Projektentwicklung, die starke Margen aufzehrt, sowie schwer einzuschätzende geopolitische, ökologische und soziale Risiken. Diese Vorbehalte seien die angesammelte Erfahrung eines Sektors, der Anleger in der Vergangenheit wiederholt enttäuscht hat.

Die Begriffe Rekordmargen und solide Bilanzen stehen damit nur noch im Vorspann und im einleitenden Absatz, der Rest des Artikels bleibt unverändert.

Sechs Prinzipien für mehr Vertrauen

Im Zentrum der Präsentation stand ein Rahmenwerk mit sechs Prinzipien, die sich an die Managementteams der Branche richten. Dazu zählt, den Hebel auf den Goldpreis zu schützen, indem Margen verteidigt und übermäßiges Hedging vermieden werden. Ebenso wichtig ist laut VanEck, eigene Prognosen verlässlich zu erfüllen oder zu übertreffen, da eine konsistente Lieferfähigkeit zu einer Bewertungsprämie führt.

Unternehmen sollen zudem öffentlich festlegen, mit welchen Kennzahlen sie Wertschöpfung messen, etwa ROIC-Ziele oder Cashflow pro Aktie, und regelmäßig darüber berichten. Rechenschaft bei Problemen, eine bewusst einfach gehaltene Strategie sowie die konsequente Offenlegung, ob angekündigte Synergien aus Übernahmen tatsächlich eintreten, runden das Rahmenwerk ab. Gerade das Schweigen vieler Unternehmen über die tatsächliche Realisierung von Synergien bezeichnet VanEck als schädlich für das Vertrauen in den gesamten Sektor.

Erstklassiges Management als knappste Ressource

Nach Einschätzung von Imaru Casanova, Portfoliomanagerin für Gold und Edelmetalle bei VanEck, verfügt die Branche über mehr Unternehmen und Lagerstätten, als sie erstklassige Managementteams zur Führung hat. Entscheidend seien eine belastbare Erfolgsbilanz über einen vollständigen Zyklus, operative Glaubwürdigkeit auf Basis technischer und regionaler Expertise, Disziplin bei der Kapitalallokation, transparente Kommunikation auch unter Druck, organisatorische Stabilität über den Vorstandsvorsitz hinaus sowie eine Vergütung, die an die langfristige Wertentwicklung gekoppelt ist.

Schlechte Führung vernichte in jeder Phase des Bergbauzyklus Wert. VanEck sieht darin ein strukturelles Risiko, das eine Konsolidierung im Sektor erforderlich macht. Befürwortet wird dabei eine regionale Konsolidierung nach dem Hub-and-Spoke-Prinzip, bei der benachbarte Lagerstätten Infrastruktur, Ausrüstung, Arbeitskräfte und technische Expertise teilen. Abgelehnt wird dagegen Konsolidierung allein um der Größe willen, die laut VanEck zu kontinentübergreifender Komplexität, verwässertem Managementfokus und unterschätztem Integrationsrisiko führt.

Als sinnvolle Größenordnung nennt VanEck Portfolios von nicht mehr als sechs bis acht Betrieben mit nutzbarem regionalem Know-how und klar nachvollziehbaren Synergierechnungen. Größere, liquidere Unternehmen seien zudem leichter mit institutionellem Kapital zu vereinbaren, da viele Mandate Mindestliquiditätsschwellen vorsehen, die ein fragmentierter Markt aus Small Caps kaum erfüllen kann.


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