Der europäische Markt für Serviced Apartments gewinnt an Dynamik. Wie aus aktuellen Analysen der Immobilienberatung Savills hervorgeht, lag das Transaktionsvolumen im Jahr 2025 bei rund 1,2 Milliarden Euro. Das entspricht etwa fünf Prozent des gesamten Investitionsvolumens im Bereich Hotel- und Beherbergungsimmobilien.
Treiber dieser Entwicklung sind unter anderem regulatorische Eingriffe in den Kurzzeitvermietungsmarkt, eine steigende Nachfrage nach längeren Aufenthalten sowie zunehmendes Interesse institutioneller Investoren. Gleichzeitig befindet sich der Sektor in einer Phase struktureller Neuausrichtung, die neue Wachstumschancen eröffnet.
Eine Analyse von 26 europäischen Gateway-Städten zeigt zudem, dass Serviced Apartments weiterhin unterrepräsentiert sind. Ihr Anteil am gesamten Unterkunftsangebot liegt bei acht Prozent, während zwölf Prozent der geplanten Zimmer in der Entwicklungspipeline auf dieses Segment entfallen.
Nachfrage wächst schneller als im Hotelsektor
Auch operativ entwickelt sich der Markt robust. Im Jahr 2025 lag die Auslastung von Serviced Apartments bei 79 Prozent, die durchschnittliche Tagesrate bei 136 Euro. Seit 2019 ist die Nachfrage jährlich um durchschnittlich 5,9 Prozent gestiegen – deutlich stärker als im klassischen Hotelsektor mit einem Prozent.
Thomas Emanuel, Head of Hospitality Thought Leadership EMEA bei Savills, sagt: „Die wachsende Nachfrage nach Serviced Apartments wird durch eine Kombination aus längeren Reisedauern, zunehmender Flexibilität in den Arbeitsmodellen sowie der anhaltend starken Position Europas als weltgrößte Tourismusregion angetrieben.“
Europa bleibt dabei ein zentraler Reisemarkt. Im Jahr 2025 zählt der Kontinent rund 800 Millionen internationale Besucherinnen und Besucher. Frühindikatoren deuten laut Savills auf weiteres Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich hin.
Regulierung verschiebt Nachfrage
Ein wesentlicher Einflussfaktor ist die zunehmende Regulierung von Kurzzeitvermietungen. Maßnahmen wie Nächtigungsobergrenzen oder strengere Genehmigungsverfahren reduzieren die Attraktivität informeller Angebote. In Amsterdam etwa sinken die Übernachtungen in diesem Segment zwischen 2019 und 2024 um rund 44 Prozent.
Diese Entwicklung lenkt die Nachfrage in regulierte Unterkunftsformen. Serviced Apartments profitieren davon durch höhere Auslastung und stabilere Preise. Parallel dazu treiben Konsolidierung und Professionalisierung den Markt voran. Betreiber expandieren verstärkt über nationale Grenzen hinweg, während institutionelles Kapital skalierbare Geschäftsmodelle unterstützt.
Richard Dawes, Director, Hotel Capital Markets bei Savills, sagt: „Das Investitionsargument für Serviced Apartments ist nicht länger allein auf Nachfragewachstum gestützt – es dreht sich zunehmend um Marktstruktur.“
Deutschland unter Vorjahresniveau
In Deutschland zeigt sich ein differenziertes Bild. Das Transaktionsvolumen lag 2025 bei rund 65 Millionen Euro und damit unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre von 113 Millionen Euro. Auch der Marktanteil fiel mit etwa drei Prozent geringer aus.
Tina Haller, Director Capital Markets und Head of Hotels Germany bei Savills, sagt: „Der deutsche Markt für Serviced Apartments befindet sich – ebenso wie der europäische Gesamtmarkt – derzeit in einer Phase der Institutionalisierung und Konsolidierung.“
Gleichzeitig bleiben die operativen Kennzahlen stabil. Neben klassischen Hotelinvestoren treten zunehmend auch Anleger mit Fokus auf urbane Wohn- und Beherbergungskonzepte als Käufer auf.














