Midterms 2026: Prognose für den Dax trübt sich nach Senatswechsel ein

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Bulle-Statue vor der Frankfurter Börse, im Hintergrund spiegelt sich das US-Kapitol in einer Glasfassade.
Bild_ KI-generiert
Washington und Frankfurt reagieren diese Woche fast zeitgleich - die Märkte verarbeiten zwei Nachrichten auf einmal.

Midterms 2026 Prognose hin oder her: Nach dem Sieg der Demokraten im US-Senat und einer weiter steigenden Euro-Inflation rechnen Börsianer mit einem schwächeren Dax. Was die doppelte Unsicherheit für Berater und Vermögensverwalter bedeutet.

Der Dax dürfte am Mittwoch, den 4. November 2026, schwächer in den Handel starten. Der Broker IG Markets sah den deutschen Leitindex rund zweieinhalb Stunden vor Handelsbeginn bei 25.730 Punkten und damit etwa 0,5 Prozent niedriger. Im Handel über Nacht war der Index zeitweise bis auf 25.532 Punkte zurückgefallen. Zwei Faktoren belasten gleichzeitig die Stimmung: das Ergebnis der US-Zwischenwahlen vom Vortag sowie eine erneut gestiegene Inflation in der Eurozone. Entsprechend verhalten fällt die Midterms-2026-Prognose für den deutschen Aktienmarkt aus.

Bereits am Dienstag war der Dax um 0,45 Prozent gefallen und hatte bei 25.864,62 Punkten geschlossen. Auch jenseits der deutschen Börse zeigte sich Nervosität bei den Anlegern. Der japanische Nikkei 225 sackte am Mittwoch zwischenzeitlich um 4,5 Prozent ab und notierte bei 60.269,56 Punkten - der tiefste Stand seit Mai.

Midterms 2026: Demokraten übernehmen den Senat

Bei den US-Zwischenwahlen, die am 3. November 2026 stattfanden, errangen die Demokraten die Mehrheit im Senat. Laut Auszählung von NBC News verfügt die Partei künftig über 53 Sitze, während die Republikaner auf 42 kommen - ein Zugewinn von netto sieben Sitzen gegenüber der vorigen Legislaturperiode. Besonders deutlich fiel das Ergebnis in North Carolina aus. Dort setzte sich Demokrat Roy Cooper mit 58,7 Prozent der Stimmen gegen Republikaner Michael Whatley durch, der auf 39,1 Prozent kam. Damit gewinnt die demokratische Partei dort erstmals seit 2008 wieder einen Senatssitz, wie der Sender WRAL berichtete.

Darüber hinaus gewannen die Demokraten Senatssitze in mehreren Bundesstaaten, die traditionell als republikanisch gelten - unter anderem in Texas, Kansas, South Carolina, Maine und Iowa. In New York bestätigten die Wähler zudem Amtsinhaberin Kathy Hochul im Amt der Gouverneurin.

Für die Finanzmärkte hat der Mehrheitswechsel im Senat vor allem eine Konsequenz: mehr politische Unsicherheit. Zwar bleibt Donald Trump Präsident, doch seine Partei verliert die Kontrolle über den Senat. Das kann die Handlungsfähigkeit der Regierung bei Haushalts- und Konjunkturfragen einschränken. In einem Marktkommentar heißt es zur Midterms-2026-Prognose für den deutschen Leitindex: „Der Ausgang der Zwischenwahlen in den USA (Midterms) dürfte den DAX am Mittwoch zunächst belasten.“

Inflation in der Eurozone treibt die Unsicherheit zusätzlich an

Neben der politischen Lage in Washington blicken Anleger auf die Teuerung in der Eurozone. Laut der Flash-Schätzung von Eurostat kletterte die Inflationsrate im September 2026 auf 3,8 Prozent, verglichen mit 3,2 Prozent im Vormonat August. Das ist der höchste Stand seit drei Jahren. Ohne Energiepreise lag die Kernrate mit 2,3 Prozent spürbar niedriger. Den größten Einfluss hatte die Energiekomponente: Innerhalb eines Jahres stiegen die Energiepreise um 18,9 Prozent und lieferten damit rechnerisch einen Beitrag von 1,71 Prozentpunkten zur Gesamtinflation.

KennzahlAugust 2026September 2026
Inflationsrate Euroraum (gesamt)3,2 Prozent3,8 Prozent
Kernrate (ohne Energie)-2,3 Prozent
Energiepreise (Jahresrate)-18,9 Prozent
Quelle: Eurostat (Flash-Schätzung September 2026)

Für Oktober 2026 erwarten Marktteilnehmer laut Berichterstattung, dass die Rate weiter auf rund 4,0 Prozent klettert. Eine offizielle Bestätigung durch Eurostat lag zum Redaktionsschluss allerdings nicht vor. Der Wert bleibt vorerst eine Markterwartung und ist noch keine amtlich bestätigte Größe.


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Dezember-Sitzung: EZB-Leitzins vor möglicher Erhöhung

Angesichts der anziehenden Inflation wächst die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank gegensteuert. Aktuell beträgt der Einlagenzins 2,5 Prozent - dieses Niveau gilt seit dem 16. September 2026. Die am Markt gehandelten ESTR-Terminsätze deuteten zuletzt mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 69 Prozent darauf hin, dass der EZB-Rat auf seiner Sitzung am 17. Dezember 2026 den Zins um 25 Basispunkte anheben wird.

Joachim Nagel, Präsident der Bundesbank und zugleich Mitglied des EZB-Rats, äußerte sich am Dienstagabend in Berlin in diesem Sinne unmissverständlich. Eine Zinserhöhung sei kaum zu vermeiden, sollte sich der Inflationsausblick nicht merklich aufhellen, sagte Nagel. Die EZB rechnet laut ihrer Projektion vom September mit einer durchschnittlichen Inflation von 3,0 Prozent für das Jahr 2026. Zudem geht sie davon aus, dass die Teuerung mindestens bis 2027 erhöht bleibt - unter anderem wegen gestiegener Energiepreise infolge des Konflikts um den Iran.

Häufige Fragen zum EZB-Zinsentscheid

Wie hoch sind die aktuellen Zinsen der EZB?

Seit dem 16. September 2026 beträgt der Einlagenzins der Europäischen Zentralbank 2,5 Prozent.

Wann kommt die nächste Zinsentscheidung der EZB?

Die nächste EZB-Ratssitzung mit Zinsentscheid findet am 17. Dezember 2026 statt.

Werden die Zinsen 2026 wieder steigen?

Am Markt wurde zuletzt mit rund 69 Prozent Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen, dass der Zins um 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent angehoben wird. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hält eine Zinserhöhung für wahrscheinlich, sollte sich der Inflationsausblick nicht deutlich verbessern.

Midterms-2026-Prognose: Wie die anderen Indizes vorbörslich reagieren

Die Verunsicherung zeigte sich am Morgen des 4. November 2026 über mehrere Indizes hinweg.

IndexVeränderungStand
Daxminus 0,5 Prozent25.730 Punkte
ATXminus 0,5 Prozent6.396 Punkte
EuroStoxx50minus 0,5 Prozent6.145 Punkte
Dow Jonesminus 0,4 Prozent51.787 Punkte
Nasdaqplus 0,7 Prozent28.180 Punkte
Goldplus 2,1 Prozent4.014 US-Dollar
Quelle: Vorbörsliche Indikationen und Marktdaten, 4. November 2026

Bemerkenswert ist dabei die gegensätzliche Entwicklung: Während die europäischen Leitindizes ebenso wie der Dow Verluste verzeichneten, konnte die technologielastige Nasdaq zulegen. Der Goldpreis stieg um 2,1 Prozent auf 4.014 US-Dollar.

Folgen für Berater und Vermögensverwalter

Für Berater, Vermittler und institutionelle Anleger verdichten sich damit zwei Risikofaktoren gleichzeitig: politische Unsicherheit in den USA und steigende Zinserwartungen in Europa. Beides kann kurzfristig für erhöhte Volatilität an den Aktien- und Anleihemärkten sorgen. Entsprechend rücken die Portfoliosteuerung und die Zinsbindung von Kundengeldern in den Blick. Als nächster Termin steht die EZB-Sitzung am 17. Dezember 2026 an.

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