Photovoltaik boomt: Warum Dachanlagen nicht Schritt halten

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Photovoltaikmodule auf dem Dach eines Wohnhauses vor teils bewölktem Himmel, überlagert von einem Prozent-Symbol
Bild: Petair – stock.adobe.com
Symbolbild

Der Photovoltaikausbau in Deutschland dürfte im Juli einen neuen Jahreshöchststand erreichen. Doch während Freiflächenanlagen stark zulegen, bleibt der Schub auf den Dächern von Mehrfamilienhäusern aus. Damit rückt die Frage nach tragfähigen Geschäftsmodellen in den Fokus.

Die Bundesnetzagentur erwartet für Juli einen Photovoltaik-Zubau von rund 1,83 Gigawatt. Damit wäre der Monat der bislang stärkste beim Ausbau im laufenden Jahr. Einen großen Anteil daran haben weiterhin Freiflächenanlagen. Bei Dachanlagen bleibt die Entwicklung dagegen hinter den Erwartungen zurück. Darauf weist die auf Mehrfamilienhäuser spezialisierte PV-Beratung Vrey hin.

Besonders deutlich zeigt sich demnach die Lücke bei Mehrfamilienhäusern. Trotz des großen Potenzials kommt der Ausbau dort vergleichsweise langsam voran. Zudem wirft die auslaufende Einspeisevergütung für solche Anlagen ihre Schatten voraus.


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„Die auslaufende Einspeisevergütung sorgt aktuell für einen spürbaren Vorzieheffekt. Projekte, die ohnehin geplant sind, werden teilweise mit hohem Druck noch 2026 umgesetzt. Das ist aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar, löst aber nicht die grundsätzliche Frage, warum PV auf Mehrfamilienhäusern bislang so viel langsamer vorankommt“, sagt Julius Pahmeier, Gründer und Geschäftsführer von Vrey.

Neue PV-Geschäftsmodelle müssen sich in der Praxis beweisen

Als einen Grund für die Zurückhaltung sieht Pahmeier die bislang geringe Erfahrung vieler Eigentümer mit neuen Geschäftsmodellen. Die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung ist noch vergleichsweise neu. Eigentümer müssen daher zunächst klären, wie das Modell funktioniert und ob es für ihre Immobilien wirtschaftlich sinnvoll ist. Frühere Erfahrungen mit Mieterstrom hätten teilweise zusätzliche Skepsis hervorgerufen.

Für Wohnungsunternehmen, Genossenschaften, Bestandshalter und Projektentwickler gewinnt deshalb die konkrete Bewertung der Wirtschaftlichkeit an Bedeutung. Erste Projekte können Erkenntnisse darüber liefern, wie sich Akzeptanz, Prozesse und Erträge in der Praxis entwickeln.

„Die PV auf dem Mehrfamilienhaus wird dabei nicht allein durch eine Förderung zum Selbstläufer. Entscheidend ist, Modelle zu entwickeln, die zur jeweiligen Immobilie passen und Erzeugung und Verbrauch sinnvoll zusammenbringen“, sagt Pahmeier.


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